Konzertbericht

BALZAC und MUCC Live im Gloria, Köln

10/04/2007 2007-04-10 12:00:00 JaME Autor: Yoosh + YURA-sama

BALZAC und MUCC Live im Gloria, Köln

Eine Konzertzusammenfassung des zweiten gemeinsamen Auftrittes von BALZAC und MUCC auf deutschem Boden.


© Maverick
Kurz vor acht waren dann wohl auch die letzten Besucher, die vor dem Konzert den Verkaufsstand bevölkerten in den Saal gekommen und versammelten sich entweder im hinteren Feld vor der Bühne, da die vorderen Reihen augenscheinlich gut verteidigt waren. Nach kurzer Absprache mit den Kollegen und der mündlichen Überlieferung des Testaments, stellte man 20.03 fest, dass das vor einem befindliche Bollwerk aus 1.60 großen Personen doch nicht so massiv war. Denn sobald BALZAC loslegten machte man Dank der Mosh-Pit einen Satz bis in die fünfte Reihe vor der Absperrung und mindestens eben so schnell den Satz wieder zurück. Nach ca. 15 Minuten warf sich Hirosuke erstmals ins Publikum, das ihn förmlich auseinander reißen wollte, nur um ein Stück seiner Klamotten zu behalten. Wohl auch deshalb war der Roadie schnell zur Stelle und zog ihn wieder aus der Menge heraus.

Während die beiden Saitenzupfer sich alle zwei bis drei Minuten kurz zum Stimmen der Instrumente zurückzogen sorgte der Sänger mit den Ansagen für den jeweils nächsten Song für eine ohrenbetäubende Stimmung bei den eigenen Fans, die eigentlich bei so ziemlich jeder Gelegenheit mitgrölten, wenn ihnen die Band nicht gerade Anlass gab die Mitte des Saals mit ihren Ellbogen unsicher zu machen. Was der erste Stagediver zu dem Zeitpunkt als er die erste Reihe erdrückte, da sich dort fast ausschließlich zierliche Personen unter 20 befanden, nicht wusste war, das die Security ganz offensichtlich ihren Job sehr ernst nahm. Diese hatte den Herren ziemlich rasant wieder hinter die Absperrung befördert, was aber dank der wild umher fliegenden Meute kein Hindernis darstellte innerhalb von zwei Minuten wieder direkt in der vierten Reihe zu stehen.

Gegen Mitte des Sets spielten BALZAC das eindeutig längste und auch langsamste Lied ihres Auftrittes. Das Publikum machte, sofern Bedarf bestand beim Gesang mit, was der Sänger mit Grinsen im Gesicht wahrnahm. In der zweiten Hälfte legte die Band noch mal einen Zahn zu, denn sowohl die Pogo machende Gemeinschaft als auch die Menge der Stagediver gewann enorm an Ausmaß. Das dies von der Bühne aus erkannt wurde konnte man daran sehen, das Hirosuke, nachdem er seinen mit Spikes besetzten Handschuh abnahm, mehrfach ins Publikum sprang, diesmal auch für die linke Seite des Publikum. Dank der "O-o-oooh-o" Passagen in den Texten konnte auch das BALZAC-fremde Publikum einfach mitsingen, was man im gesamten Raum hören konnte.

Nach etwa einer Stunde begab sich die Band von der Bühne um kurze Zeit später von ersten "Encore" Rufen, die nach 20 Sekunden von den BALZAC Fans mit deutlich übertönt wurden, die das selbe riefen, nur halt auf Englisch. Die Band begab sich daraufhin, mit deutlich legererer Kleidung, wieder auf die Bühne und versetzte mit ihrem Universal-Totschläger "The Wall" dem Publikum den sehnlichst erwarteten Kontrollschuss für das Genick und auch für die Stimme. Die Stimmung erreichte binnen kürzester Zeit das Niveau von vor der Pause, wenn nicht sogar höher. Hirosuke warf sich ein weiteres Mal ins Publikum und ließ diesmal sogar die Fans einzelne Mitsingpassagen grölen. Das er aus dem Gewirr, welches ihn wie Treibsand einsog, wieder herauskam verdankte er ein weiteres Mal seinem Roadie, der stets auf der Bühne präsent war und bei Bedarf die Kabel ordnete.

Nach einem weiteren Song, der von der Menge auch ordentlich gefeiert wurde begab sich die Band endgültig von der Bühne. Hirosuke verabschiedete sich noch von seinen Handschuhen und den Schweißbändern am Arm, die jeweils einen, oder vielleicht auch mehrere, neue Besitzer im Publikum fanden. Danach begann der Umbau, der innerhalb von knapp 20 Minuten vollendet war, wobei die Roadies gut gesichert die Leiter auf einem kaputten Drumstick abstellten, was dem Ganzen eine unübersehbare Schräge verpasste, um das im Hintergrund hängende BALZAC Logo zu entfernen. Was offenbar nur wenige mitbekommen haben, und das merkte man am sehr verhalten bis gar nicht kreischenden Publikum, war, dass der Chef, Satochi, persönlich seine Drums mit aufbaute und sich einen kleinen Einspieler erlaubte. Selbst als er ging war kaum ein Kreischer zu hören. Seltsam. Denn als er keine fünf Minuten später in der selben Kluft wieder auf die Bühne kam, waren die Fans kaum zu halten. Ist wohl die Erfahrung sich nicht für jeden Roadie die Stimme aus dem Leib zu schreien, selbst wenn es am Ende gar kein Roadie war.

Nach knapp einer halben Stunde verabschiedete sich Tatsurou von der Bühne, was die anderen drei dazu bewegte eine kleine Jam-Session zu veranstalten, die erst am Ende wieder vom Sänger bereichert wurden, der sich mit einem 3 Meter Satz wieder auf die Bühne beförderte.

Gegen 23 Uhr war dann das Haupt-Set zu Ende und so musste, wieder einmal das Publikum die Musiker auf die Bühne zitieren um die Zugabe zu bekommen. Als die Band wieder die Bühne betrat, hatte sie sich die Freiheit genommen, wie auch schon letztes Jahr, mit dem offiziellen Tour Shirt die Zugabe zu spielen. Diese wurde frenetisch gefeiert, war dann aber auch schon sehr schnell wieder vorbei. Das die Organisatoren im Gegensatz zum letzten Jahr was dazu gelernt hatten merkte man daran, das keine zwei Minuten nach Ende des Konzertes bereits die ersten Fans vor der Bühne weggeschickt wurden um Platz für die Abbauarbeiten zu schaffen.

Nachdem auch die letzten Besucher sich mit Merchandise eingedeckt hatten wurde das Gloria zugesperrt und die Reihen der weiterhin wartenden Fans lichteten sich von knapp 100 sehr schnell auf ca. 30 - 40 Fans. Diesen hat es dann im Endeffekt auch nichts ausgemacht, knapp eine drei Viertel Stunde rumzustehen um zuerst von den Musikern von BALZAC die Autogramme zu erhaschen und dabei auch das ein oder andere Mal mit den Begleitpersonen beider Bands ins Gespräch zu kommen. Etwa Viertel vor eins war für die Menge auch das Hauptanliegen eingetreten, und sie konnten sich von MUCC die Autogramme auf die mitgebrachten Blöcke schreiben lassen, denn signierte Poster oder CDs waren eher die Ausnahme. Nachdem ich meine letzte fehlende Unterschrift von Yukke bekommen hatte, und noch ca. 5 Minuten die Szene aus einiger Entfernung betrachtet hatte, zog ich von dannen um festzustellen, das Kölns Innenstadt nachts schlimmer ist als jedes Kaff im tiefsten Schwabenland, denn nicht mal die Dönerbuden in der Einkaufsmeile hatten noch offen.
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Datum Event Spielort
  
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