Review

LAREINE - bara ha utsukushiku chiru (Special Edition)

14/12/2009 2009-12-14 15:04:00 JaME Autor: Viktor Hemminger

LAREINE - bara ha utsukushiku chiru (Special Edition)

Wenn Zwei sich treffen, freut sich der Dritte

Künstler: LAREINE
Titel: bara wa utsukushiku chiru / ano hito no aishita hito nara (Special Edition)
Typ: Single
Veröffentlichung: Februar 2000
Stil: Epochal-Rock
Bewertung: 9.5 / 10


Tracklist:
01. bara ha utsukushiku chiru
02. ano hito no aishita hito nara

Die Zwei, die sich in diesem Fall getroffen haben, waren die Ultimativ-Theatraliker von LAREINE und die von Fans hochgeschätzte Mangaka Ikeda Riyoko, die vor allem mit „Lady Oscar“ aka “Die Rosen von Versailles” bekannt geworden ist. Herausgekommen ist die geniale grafische Umsetzung der vier Musiker in den Stil der Zeichnerin. Zusätzlich ist die Künstlerin im Titelsong zu ihrer Serie als Sopranistin aktiv. Und im extra beiliegenden Flyer wird man einmal mehr davon überzeugt, dass LAREINE eine der vollkommensten Verinnerlichungen des Visual Kei Stils waren.

Gleich zu Beginn stellt ein ruhiges Piano-Intro einen größeren Unterschied zum Original dar. Während dort energisch mit Riesenorchester losgelegt wird, bauen die Jungs von LAREINE eben noch einen „Pre-Opener“ ein, der die Hauptstelle des Songs vorweg nimmt. Da KAMIJO nicht gerade einen Bass als Gesangsstimme hat, passt er nahezu perfekt als Interpret, obwohl man eher eine Frau als Sängerin im Hinterkopf hat. Ansonsten hält sich das Quartett recht nah an die Originalversion von Suzuki Hiroko. Im Refrain hört man dann auch die sehr hohe Stimme von Frau Ikeda heraus. Der Rest ist purer übertrieben-epochaler Pop-Rock. Anders gesagt, der Song ist schwer zu beschreiben - er zwingt dazu, angehört zu werden.

Auch der zweite Track der Single klingt nach einer verträumten Ballade im besten LAREINE-Stil. Der Sänger umschifft gekonnt die für viele Vokalisten unerreichbaren Höhen und bekommt im Refrain dann noch die Unterstützung der Gitarre. Die knallt erst mal ein Solo hin, von dem manche Produzenten nur träumen können. Zum zweiten Refrain kommt dann ein ganzes Orchester zum Einsatz und übertrumpft damit die meisten LAREINE-Songs auf diesem Gebiet um Längen. Der erste aufkommende Gedanke ist, dass bei einem derartigen Aufgebot für den knapp einminütigen Orchestereinsatz, X JAPAN Mastermind Yoshiki nicht weit gewesen sein kann.

Fazit:
Stets hart an der Grenze zum Monumentalkitsch, ist die Single nur eine logische Konsequenz der gesamten LAREINE-Historie vor der ersten Auflösung der Band. Eigentlich hätte dieses Werk als das große Highlight zum Ende der Gruppe eingesetzt werden müssen, aber so markiert es zumindest einen Höhepunkt der Karriere. Für Fans von LAREINE sowieso ein Muss, aber auch für Sammler empfehlenswert, da die Aufmachung im DIN A5 Format zusammen mit dem Flyer ein Triptychon bildet. In diesem ist neben den jeweiligen Manga-Versionen der Musiker das komplette Quartett als Realvorlage zu sehen. (Voraussetzung natürlich, dass man den Flyer aufgefaltet über die CD legt.)

Anmerkung: Die Romanisierung "bara ha" statt "bara wa" ist autorenabhängig und daher nicht zwingend. Genauso kann man - muss man aber nicht - die Serie als "Versailles no bara" statt "berusaiyu no bara" übersetzen.
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