Interview

ACID Interview

07/04/2006 2006-04-07 12:00:00 JaME Autor: Non-Non + KimKim Übersetzer: Curi

ACID Interview

Ein exklusives Interview mit der Band ACID nach dem Ausstieg Hidekis


© J-ROCK
ACID Interview (9/23/2005)

Wir nahmen einen Bus von Shibuya nach Shimoba in Setagaya, wo sich das dreistöckige Haus des J-ROCK Office befand. Wir stiegen die enge Treppe hinauf und gingen mit dem Manager in das Empfangszimmer. Die Mitglieder von ACID kamen bald dazu und das Interview begann.

Könntet ihr euch bitte euren ausländischen Fans vorstellen?
Kim: Ich bin Kim, ACIDs Gitarrist.
Sei-ichiro: Ich bin Sei-ichiro, Schlagzeuger.
Junpei: Ich bin Junpei, Sänger.
Yu-ta: Ich bin Yuta, Bassist.
Daisuke: Ich bin Daisuke, ACIDs Gitarrist.
Masamitsu: Ich bin Masamitsu, Gitarrist.

Welche Art von musikalischen Hintergrund habt ihr? Zum Beispiel eure Gründe um mit dem Spielen eurer Instrumente anzufangen, eure Lieblingskünstler oder warum ihr ACID beigetreten seid?
Yu-ta: Habt ihr kein Problem mit so vielen Männern hier? (lacht) Ich lebe in der Nähe von Hideki’s Heimatstadt und war zwei Jahre lang in Klassen unter ihm. Die Mitglieder von Siam Shade, zu denen Hideki gehörte, waren zwei Jahre lang in Klassen über mir in der Junior High School.

Meinst du Natchin und Daita?
Yu-ta: Ja! (lacht) Als ich in der ersten Stufe war, waren sie in der dritten und ich kannte Natchin schon eine Weile, da wir in der Elementary High School im selben Fußballclub waren. Ich spiele seit der zweiten Stufe der Junior High School in einer Band. Zu jener Zeit waren Bands wie BOOWY oder BUCK-TICK populär. Ich begegnete Hideki beim ‚Hot Wave’, einem Bandwettbewerb für Highschool Schüler, als ich noch in der ersten Stufe und er in der dritten war.

Also habt ihr euch bei diesem Wettbewerb als Mitglieder verschiedener Bands getroffen?
Yu-ta: Der ältere Bruder des Bassisten meiner Band, war der Schlagzeuger von Hidekis Band. (lacht) Wir lebten in der selben Gegend, also besuchten wir gegenseitig unsere Konzerte.

Gab es Gespräche darüber, eine Band mit ihm zu gründen?
Yu-ta: Nun, er war zwei Jahre älter als ich. Ich spielte eine Art Punkmusik, die sich ‚Melocore’ nennt und gab Lives in der Fußgängerzone von Harajuku (=Hokoten), während Hideki Hardrock spielte. Als wir uns in der Stadt trafen, meinte er „Warum spielst du denn nicht mit in meiner Band Gitarre?“, aber wir spielten nicht zusammen. Als Hideki Siam Shade beendete gab ich meinen Job als Transporteur auf. Er rief mich an und fragte „Was machst du im Moment? Willst du mit mir bei einem Solokonzert spielen?“. Seitdem bin ich ein Mitglied von ACID. In meinem Fall begann die Geschichte also mit der Beziehung zwischen Junior und Senior.

Daisuke: Ich traf Hideki zum ersten mal bei einer Radiosendung von e.mu (=Daisukes vorherige Band).

Hast du dich damals sofort mit ihm verstanden?
Daisuke: Nein... nicht wirklich. (lacht) Hideki war unser Gast, also war das Treffen eher nur ein „Danke, dass Sie heute zu uns gekommen sind!“, aber ich wollte ihn erneut treffen. Zwei Monate nachdem meine Band auseinander gegangen war, rief er mich an und fragte „Wie wäre es, wenn du bei mir spielst?“. Ich wurde ein Support-Musiker bei ACID und wurde später zu einem festen Bandmitglied.

Sei-ichiro, Du warst schon in der Anfangszeit ein Mitglied von ACID, nicht wahr?
Yu-ta: Ja, ungefähr zur selben Zeit wie ich.
Sei-ichiro: Ich hörte von dem Vorsprechen von einem Bekannten, der mich fragte „Willst du es mal versuchen?“ und ich meinte „Klar, das mach ich!“. Ich war bei dem Vorsprechen und nun bin ich hier.
Yu-ta: Ich war dabei. Zuerst suchte Hideki nach Leuten für sein Solokonzert und er meinte: „Ich brauche junge Mitglieder“. Sei-ichiro war dabei und glücklicherweise war er der jüngste unter den vorsprechenden Leuten. Also wurde er ausgewählt, da er „sehr jung und unverbraucht ist“, sagte Hideki. (lacht)

Masamitsu, Junpei, Kim – wurdet ihr zur selben Zeit Bandmitglieder?
Yu-ta: Etwa zur gleichen Zeit, aber Junpei kam etwas eher dazu, denke ich. Hideki suchte nach einem neuen Sänger und meinte: „Ich bringe einen neuen Sänger dazu und zieh mich dann zurück“. Aber er konnte nicht so einfach jemanden finden. Als er für ACID sang suchte er weiterhin die ganze Zeit nach jemandem. Es gab da einen, der in seiner Highschool Zeit in Klassen unter ihm gewesen war. (lacht) Er war auch der Bassist der Band, der Junpei angehörte. Er zeigte uns ein Video und meinte „Ich möchte euch einen guten Gitarristen vorstellen.“ Junpei tauchte auch in dem Video auf und Hideki sagte „Der Gitarrist ist mir egal, aber der Sänger interessiert mich“. (lacht) Also rief er ihn an und meinte „Komm zu mir und singe Songs vor, okay?“, an dem Tag kam Junpei dann auch zu Hideki.

Was hast du dort vorgesungen?
Junpei: Ich sang „Taiyou Ni Te Wo Nobashite“ von Hidekis zweitem Soloalbum.

Wie hast du dich dabei gefühlt? Konntest du so schnell etwas singen?
Junpei: Ich war ziemlich angespannt, aber ich kannte das Lied.

Yu-ta: Masamitsu und Kim wurden durch Vorsprechen ausgesucht. Sie schickten ihre Videos zu uns.
Masamitsu: Ich schickte das Video ein und wurde von Hideki angerufen. (lacht) Er fragte „Gibt es noch irgendwelche anderen die so groß und gut sind?“. Ich kannte nur Kim, der auch Gitarre spielte, also sagte ich „Ich kenne da jemanden“ und brachte ihn so in die Band. (lacht)
Yu-ta: Hideki sagte zuerst, dass Masamitsu sehr gut aussieht. (lacht) Unglücklicherweise war ich nicht dabei. (lacht) Hideki meinte: „Er sieht gut aus! Wenn er Gitarre spielen kann, dann ist er dabei!“. Aber er konnte kein bisschen spielen! (lacht) Er spielte so schlecht, dass ich dachte „Ich bin mir sicher, dass er so auf keinen Fall durchkommt.“ Aber es war wie bei Suguru, einem ehemaligen ACID Gitarristen. Er war jung aber wuchs durch viel Übung sehr schnell über sich hinaus, obwohl er noch ein Frischling war. Junge Männer werden also schnell groß.
Zuerst machten wir Newcomer zu Support-Musikern, die uns bei den Lives halfen und unsere Lieder übten. Allmählich zweifelten wir an dieser Methode, da sie sich als richtige Mitglieder eher anstrengen würden.
Bis dato war Daisuke ein Support-Musiker und wir dachten, dass Masamitsu und Kim auch nur als Support dazukommen würden. Aber ihr Eifer war so groß, dass sie zu festen Mitgliedern wurden. So entschieden wir uns dazu, aus ACID eine 7-Mann Band inklusive Hideki zu machen.

Ich war letztes Jahr beim Live des letzten Tages der Meguro 7 Days. Die Bühne sah so klein aus mit sieben Leuten darauf.
Yu-ta: Ja, sie war erschreckend klein. (lacht) Das zähmte unsere Aktivitäten.

Fiel es euch schwer euch zu bewegen? Als ob man eigentlich richtig abgehen will, sich aber zurückhält?
Daisuke: Ich finde es herausfordernd, wie viel ich bei so wenig Platz zeigen kann! (lacht)

Welche Art Musik hat euch beeinflusst?
Yu-ta: Ich wurde von populären Songs beeinflusst. Zu meiner Zeit gab es TV Sendungen wie „The Best 10“, „Top 10“ oder „Yoru no Hit Studio“ und Popmusik war in Hauptsendezeiten eher zu sehen als Musik von Bands. Seit meiner Grundschulzeit hörte ich populäre Musik, aber auch traditionelle japanische Melodien, das war die Basis für mich.

Wann hast du angefangen Bass zu spielen?
Yu-ta: Um ehrlich zu sein erst vor kurzem. Etwa vor zwei Jahren.

Bis dahin hast du Gitarre gespielt?
Yu-ta: Ich habe etwa zehn Jahre lang Gitarre gespielt, zuvor war es Klavier.

Oh, du spielst mehrere Instrumente! Könntest du sie immer noch spielen, wenn du es nun einmal versuchst?
Yu-ta: Nein... nicht wirklich. Ich kann überhaupt nicht mehr Klavier spielen. Abgesehen von „Neko Funjatta“. (lacht)

Was benutzt du um Songs zu schreiben?
Yu-ta: Ich benutze meine Gitarre. Ich stelle mir ein Lied zuerst gedanklich vor und spiele selbst die Gitarren- und Bassparts ein. Mit einem Computer füge ich dann einen Schlagzeugrhythmus hinzu und singe selbst.

Ich würde ein solches Demotape gerne einmal anhören.
Yu-ta: Nein, nein, nein, nein, nein! (lacht) Ich kann Ihnen nicht erlauben meine Singerei zu hören. (lacht) Auch andere Sachen könnten schlimm sein. Wenn ich Demotapes machen könnte, die sie selbe Qualität wie Daisukes hätten, dann würde ich Sie sie anhören lassen.

Daisuke: Was mich angeht war ich japanische Musik gewohnt. Ich hörte BOOWY und solche Sachen.

Ich hörte, du sangst Songs von BOOWY auf der Bühne.
Daisuke: Ja, die sang ich oft. Auch Lieder von Kyosuke Himuro.

Wieso singst du nicht mehr?
Daisuke: Na ja, ich habe mich etwas verändert. (lacht) Ich hoffe, ich schlage nun andere Richtungen ein. (lacht)

Sei-ichiro: Ich hörte verschiedene Sachen, aber meistens westliche Musik. Besonders amerikanische.

Hast du von Anfang an Schlagzeug gespielt?
Sei-ichiro: Ja. Ich spiele seit der ersten Klasse der Grundschule Drums. Ich hatte glücklicherweise ein solch gute Umgebung.

Junpei: Ich höre eigentlich alles, ob westliche Musik, japanische oder Popsongs. Ich wurde durch sehr viele Künstler beeinflusst. Zu meiner Junior Highschool Zeit sang ich oft Karaoke, aber mittlerweile mache ich das nicht mehr so.

Masamitsu: Ich sah in der Grundschule ein Video von Luna Sea, das hat einen starken Eindruck hinterlassen. Es brachte mich dazu, japanische Musik zu hören. Ich habe daheim viele Songs gecovert.

Kim: Ich höre meistens japanische Musik.

Kim, wann kamst du nach Japan?
Kim: Etwa vor drei Jahren.

Du sprichst sehr gut Japanisch. Hast du es in Korea gelernt?
Kim: Ja, ich habe es etwa ein halbes Jahr lang dort gelernt und ein weiteres hir in Japan.

Ist japanische Musik in Korea populär?
Kim: Ja. Es gibt noch keinen wirklichen Durchbruch, aber viele Leute suchen im Internet danach und hören sie sich an.

Japanische Lieder waren in Korea einmal verboten. Sickerten trotzdem Informationen durch?
Kim: Ja. Infos gab es im Internet, hinter den Kulissen.

Abgesehen von Musik, was sind deine Hobbys?
Yu-ta: Ich habe kein besonderes Hobby. Während unserer Tour fahre ich Auto, aber ich mag Fahren nicht wirklich.

Du fährst während der Tour mit dem Auto?
Yu-ta: Ja, aber der Captain ist Sei-ichiro! (lacht)
Sei-ichiro: Mein einziges Hobby sind Autos und nichts anderes. Ich mag es Autos zu fahren oder sie mir anzusehen.

Bist du nach Konzerten nicht zu müde um Auto zu fahren?
Sei-ichiro: Nein, Fahren ist etwas anderes. Ich bin eher müde, wenn ich Beifahrer bin. Ich mische mich in die Fahrerei der anderen ein und fühle mich besser, wenn ich selber fahre! Entschuldigt meine Respektlosigkeit. (lacht)

Fährst du mit deinen Bandkollegen am besten?
Sei-ichiro: Ich denke nicht, dass ich gut fahre.
Yu-ta: Das hat nichts mit gut oder schlecht sein zu tun. Ich denke er mag Autofahren einfach. Er übernimmt beim Fahren die Initiative. Als wir einmal bei einer Tour mit zwei Autos nach Kyushu (Anm: südlicher Teil Japans) unterwegs waren, fuhr Sei-ichiro die ganze Zeit das eine Auto, währen Daisuke und Ich abwechselnd das andere fuhren. Er wurde somit legendär. (lacht)
Sei-ichiro: Meine Fahrleistung ist die beste! (lacht)

Das ist toll! Ist es frustrierend wenn dann die anderen schlafen, während du fährst? (lacht)
Sei-ichiro: Nein, ganz und gar nicht! Im Gegenteil, das macht es einfacher für mich! (lacht)

Na ja, ich denke mal du bist müde nach einem Konzert.
Sei-ichiro: Ja. Wenn mich die Müdigkeit überkommt, parke ich an einer Raststätte.
Yu-ta: Ich kneif mir in den Oberschenkel. (lacht)

Daisuke, du kommst aus Hokkaido (Anm.: nördlicher Teil Japans) und bist dort gerne Skifahren gegangen, nicht wahr?
Daisuke: Ja, aber ich bin schon eine ganze Weile nicht mehr Skifahren gegangen. Ich hab gern Wintersportarten wie Skifahren oder Snowboarden gemacht.

Du warst Finalist der National Athletic Meet, nicht wahr?
Daisuke: Ich nahm in der Junior Highschool am Wettrennen teil, machte das Finale aber in einer anderen Disziplin.

Es ist toll, dass du Finalist der National Athletic Meet warst! Du springst bei Konzerten gerne auf der Bühne herum, oder?
Daisuke:: Ja. Ich bin nur selbstsicher, was mein athletisches Können angeht! (lacht)

Junpei, du studierst und machst gleichzeitig Musik. Meistens arbeitet man als Musiker nachts, dann geht es an die Universität und zum Lernen, ist das schwer für dich?
Junpei: Neuerdings mache ich nicht so viel. Aber vorher war ich manchmal die ganze Nacht bei den Aufnahmen und schlief dann kurz im Auto um dann später zu meinem Unterricht zu gehen.

Masamitsu: Ich habe viele Hobbys. (lacht) Ich stelle gerne plastische Modelle her und sammle kleine Sachen oder Gratisgeschenke. Und ich mag Motorräder! Ich habe ein stilvolles Motorrad, genannt ‚Tracker’, das zum Beispiel auch Kimu-Taku (Anm.: Mitglied von SMAP) fährt, und eines für Offroad, eine Art Motocross. Man sieht ‚Tracker’ oft in Harajuku. Ich fahre damit immer zu den Studios.

Warst du je ein Mitglied von ‘Bousou-Zoku’ (Anm: einer Motorradgang)?
Masamitsu: Ich wollte mal bei einer dabei sein.
Alle: Das ist es nicht wert! (lachen)

Du scheinst gerne Sachen umzugestalten. Besuchst du auch Motorradrennen
Masamitsu: Nein, ich sehe mir nicht gerne Wettbewerbe an. (lacht) Ich richte die Mottoräder lieber her.

Kim: Ich mag Games und Baseballspielen sehr. Meine Position ist der Werfer. Nun habe ich dafür keine Zeit mehr und sehe mit die Spiele nur noch an.

Es gibt große Altersunterschiede zwischen den ACID Mitgliedern. Erscheinen irgendwelche Generationslücken wenn ihr euch unterhaltet?
Yu-ta: Normalerweise nicht, aber manchmal versuchen wir nicht über Anime zu sprechen. Die jüngeren kennen die ‚Time Bokan’ Serie nicht und kennen nur die Wiederholungen von ‚Gundam’. Ich bin von diesen Unterhaltungen nicht sehr überzeugt, da ich der Älteste bin! (lacht) Sag du etwas, Sei-ichiro!
Sei-ichiro: Na ja, ich kenne keine alten Popsongs, das ist alles.
Yu-ta: Ich bin einige Jahre älter als die jungen Bandmitglieder.
Masamitsu: Hah! Ich bin 19 Jahre alt! (lacht)

Was bedeutet der Bandname ‚ACID’?
Yu-ta: Normalerweise hat ‚ACID’ eine weniger gute Bedeutung, wie zum Beispiel ‚Verschmutzung“ oder den Namen der Droge. Aber wir hoffen, dass er auch mit einer positiven Bedeutung anerkannt wird. Im Moment hat der Name ‚ACID’ kein gutes Image, wir können das zum Guten wenden. Was den Ausdruck ‚Verschmutzung’ angeht, wollen wir, dass unsere Musik jeden einzelnen auf eine bessere Art und Weise involviert. Wir nannten uns so in der Hoffnung dieses Wort zu etwas Positivem zu machen.

Schreibt jedes Mitglied Lieder für ACID?
Yu-ta: Ja. Als Hideki ein Mitglied war, schreib meistens er die Songs und Daisuke und ich halfen ihm dabei, aber jetzt schreiben alle. Vorher konnte Sei-ichiro keine anderen Instrumente spielen, aber nun arbeitet er hart am Gitarrespielen oder macht Songs per Computer. Junpei spielt Gitarre und die anderen machen diesbezüglich Songs. Jeder von uns bringt Lieder zu den Treffen.

Habt ihr neue Lieder bei euren Konzerten gespielt?
Yu-ta: Im Moment spielen wir drei neue Songs.

Hat sich der Sound der neuen Lieder verändert?
Yu-ta: Es gibt keine große Veränderung, aber vorher haben wir auf die zwei Stimmen von Hideki und Junpei zusammen Wert gelegt, nun ist Junpei der Hauptsänger. Also müssen wir unsere Songs umgestalten und den Schwerpunkt auf die einzelne Stimme legen.
Daisuke: Na ja, sie wurden etwas poppiger.

Klingen die Songs jedes Bandmitglieds anders?
Yu-ta: Ja, total! (lacht) Masamitsus Lieder sind Punk, bei Junpeis und Kims Sachen kommt es ganz auf ihre Stimmung an, Sei-ichiros sind poppig und Daisukes und meine sind ziemlich gemischt.

Also können wir von nun an mehr erwarten. Viele verschiedene Songs werden auf eurem Album sein.
Yu-ta: Wenn wir aber zu abschweifend werden, etwa wie ein Makunouchi Bentou (Anm.: japanisches Mittagessen in einer Box), dann wissen wir nicht was wir eigentlich machen wollen. Es ist schwierig bei einem Konsens zu bleiben. Das geht uns etwas an und fordert uns heraus. Oder einfacher gesagt – wir hoffen, dass wir unsere Originalität, ACIDs Musik, erschaffen können.

Macht jeder von euch seine Songs per Gitarre?
Yu-ta: Ich mache die Melodie mit dem Keyboard, den Rest per Gitarre.
Junpei: Ich arbeite ein wenig mit dem Piano.

Ich finde, dass eine Rockband mit drei Gitarristen ziemlich selten ist.
Alle: Es gibt doch „Iron Maiden“! (lachen)

Aber dadurch klingt ACIDs Musik so heavy. Nutzt ihr diese Formation beim Musikmachen voll aus?
Daisuke: Ich mache Demos um über die drei Gitarren in unserer Musik zu grübeln. Im Moment haben wir viele Lives und nutzen den harten dreifachen Sound, aber ich denke auch darüber nach eine sanftere Musik zu machen und wie man die drei Gitarren von nun an am besten ausnutzt.
Yu-ta: Wir haben so viele Gitarren, dass es manchmal schwierig ist das zu arrangieren.

Benutzt ihr keine Akustikgitarren?
Daisuke: Ich hab mir das schon mal überlegt, aber wenn wir jetzt Akustikgitarren benutzen würden, würden die Konzerte nicht mehr so abgehen. Alle wollen verzerrte Gitarren benutzen, also schreibe ich Musik für drei verzerrte Gitarren.
Yu-ta: Wir haben sogar ein Akustiklied.

Junpei, schreibst du Lyrics?
Yu-ta: Junpei, Daisuke und ich schreiben sie meistens, aber mittlerweile macht das auch jeder von uns.

Ist es schwierig die vielen Meinungen und Ideen der Bandmitglieder beim Songwriting abzuwägen und anzupassen?
Yu-ta: Wenn wir alle auf einen gemeinsamen Nenner kommen ist es gut, wir können unsere Einfälle angleichen. Wenn wir keine Übereinstimmung finden, heißt das, dass etwas nicht gut ist, denke ich. Die Songs, die jeder gut findet, können wir gleich machen, aber die Songs, bei denen wir nicht übereinstimmen, legen wir für eine Weile beiseite.

Schreibt ihr zusammen Musik? Oder macht ihr komplette Demotapes und reproduziert das Ganze dann?
Yu-ta: Meistens macht jeder Demotapes und wir machen sie mit Daisukes PC fertig.

Gibt es Gründe dafür, warum euer Album „ACID 1.5“ keine Ballade enthält?
Yu-Ta: Es gibt keinen wirklichen Grund.
Daisuke: Unsere Konzerte enthalten meistens harte Songs und es ist unser Leitspruch einen Ort mit sehr viel Krach anzubieten, also brauchten wir keine Ballade. Kein Grund dafür, etwas ruhiger zu machen.

Gab es bei den Demotapes bisher Balladen?
Yu-ta: Wir hatten welche, aber bei den Aufnahmen benutzten wir keine davon. Wir hielten es nicht für nötig Balladen zu schreiben und hinzuzufügen. Wir wollten härtere Musik spielen und mit dem Publikum zusammen Krach machen.

Das könnte sich von jetzt an ändern.
Yu-ta: Ja, wenn wir glauben Balladen spielen zu wollen, dann tun wir das auch. Aber im Moment sind unsere Konzerte recht kurz, also können wir keine logische Entwicklung durchziehen. Bei einem 30-40-minütigen Live brauchen wir keine Balladen. Wir wollen eher von Anfang bis Ende richtig einheizen.

Hofft ihr, eure Alben auch im Ausland veröffentlichen zu können?
Yu-ta: Ja das hoffe ich, wenn es möglich ist. Aber es ist wichtiger unsere Musik nun mehr zu festigen. Wenn wir unsere Originalität und unser Selbstbewusstsein auf unser nächstes Album projizieren können wollen wir es auch im Ausland veröffentlichen.
Daisuke: Unsere Band fühlt sich nicht nur auf Japan begrenzt sondern geht auch über Grenzen hinaus, da wir ein ausländisches Mitglied wie Kim dabeihaben. Ich hoffe wir können unsere Alben veröffentlichen, wenn die Zeitumstände stimmen.

ACIDs Musik unterscheidet sich von gewöhnlicher japanischer Musik und ich denke, dass diese Ausdehnung und die Möglichkeiten über Formen und Grenzen hinaus von nicht-japanischen Leuten aufgeschnappt werden kann.
Yu-ta: Ja, ich denke wir sind eine Band, von der man noch nie zuvor gehört hat. Wir haben viele Bandmitglieder, eine große Altersspanne und sind aus verschiedenen Ländern. Es gehört zu unserer Originalität diese Brücken zu überschreiten und zusammen ein Ding durchzuziehen. Das kommt von den Lyrics zu „Go“ auf unserem Album. Wir haben keine konkreten Vorstellungen und ohne Limits machen wir was wir wollen. Solange wir uns wohl dabei fühlen, probieren wir es aus! Wenn wir die Chance bekommen außerhalb Japans zu spielen, werden wir diese Herausforderung annehmen!

Wollt ihr auch mal auf koreanisch singen?
Kim: Klar will ich das! (lacht)

Ich sah euer Konzert beim ‚World Indies Festival’ der ‚Aichi Banpaku’ (Anm.: internationale Messe in Aichi), ihr habt zwei neue Lieder gespielt. Eure Outfits änderten sich von blau zu schwarz, das ist eure Art eure Meinung zu ändern, oder?
Yu-ta: Ja, teilweise, aber da gibt es noch einen anderen Grund den wir hier nicht nennen wollen. Wir haben etwas miteinander entschieden und änderten unsere Farben zu schwarz. Es ist wichtiger, dass wir kein blau mehr tragen, als die Tatsache, dass die Klamotten nun schwarz sind. Nachdem Hideki ging, begann ein neuer Abschnitt.

Auf der Bühne bewegt ihr euch viel und euer Publikum springt herum und die Fans strecken ihre Fäuste in die Höhe. Diese Art von Gleichheit und Solidarität zwischen ACID und ihren Anhängern scheint sehr stark zu sein. Bekommt ihr diese Reaktionen während eurer Konzerte mit?
Yu-ta: Nachdem Hideki gegangen war, waren wir noch sechs Leute und wussten nicht, was wir bei Konzerten machen sollten. Dann fanden wir, dass wir es mit unserer Selbstsicherheit durchziehen konnten. Die Fans warteten auf uns und unsere Arbeit, sie glaubten an uns. Wir wollen diesen Glauben an uns und unserer Gleichheit mit dem Publikum nicht verlieren, da wir sehr, sehr glücklich darüber sind vor ihnen spielen zu können.
Daisuke: Wir sechs wollen unsere Identität wahren.
Yu-ta: Ehrlich gesagt probieren wir Stück für Stück neue Ideen aus, nicht nur in der Musik sondern auch Live. Wir machen etwas neues und schauen, ob diese gut ankommen oder nicht. Wir lernen viel von unseren Konzerten, wie wir unsere neuen Ideen anpassen können, damit sie zu ACID passen.

Ihr gebt auch mit anderen Bands zusammen Konzerte. Kommt da etwas gutes dabei heraus?
Yu-ta: Ich denke mir oft „Machen wir zu viel?“ „Das wollen wir nicht.“ (lacht) Es gibt auch negative Beispiele, wie „Das können wir nicht tun. Was macht ihr da?“ (lacht) Wir sehen anderen Bands zu, die sich von uns unterscheiden und wir finden beides, gute und schlechte Seiten. Aber wir lernen viel davon.

Ihr werdet auch von anderen Bands beobachtet, nicht wahr?
Yu-ta: Ja, das macht uns sehr nervös. Wir sind manchmal so aufgedreht bei unseren Konzerten, dass es manchen schwer fällt uns zu folgen.

Seid ihr an Konzerten außerhalb Japans interessiert?
Yu-ta: Natürlich! Wir haben ja Kim, also wollen wir Lives in Korea geben. Und wann immer und wo immer wir auch eine Chance bekommen werden wir hingehen.

Gibt es etwas, dass ihr von jetzt an ausprobieren wollt?
Yu-ta: Es gibt einiges bei unseren Lives und wir werden langsam damit anfangen. Um genauer zu sein wollen wir Bilder bei unseren Konzerten verwenden. Wir brauchen die Hilfe von Leuten, die mit Animationen umgehen können und es ist noch ziemlich schwierig so etwas bei dem spärlichen Platz in Livehouses zu realisieren. Wir arbeiten an verschiedenen Ideen.

Ich freu mich schon, das zu sehen. Jetzt, da ihr eure Konzerte aktiv gestaltet seht ihr, was ihr auf eine bestimmte Weise machen wollt, oder?
Yu-ta: Wir sehen die Richtung, in die wir uns bewegen wollen und wir brauchen mehr Songs bei unseren Konzerten, die allein vom Konzerte geben kommen. Im Moment spielen wir meistens mit anderen Bands zusammen und ziemlich kurz, aber wenn wir Onemans geben brauchen wir andere Lieder.

Sind die Reaktionen des Publikums in den verschiedenen Regionen anders, zum Beispiel zwischen Kansai (Anm.: westl. Teil Japans, wie zB Osaka) und Kantou (östl. Teil Japans wie zB Tokyo)?
Sei-ichiro: Ja, die sind unterschiedlich. Beide sind toll, aber ich fühle mehr Menschlichkeit in Osaka. Die Energie des Publikums ist außerdem anders.

Genießt ihr eure Tourneen, zum Beispiel wenn ihr die verschiedenen Köstlichkeiten der Regionen esst?
Sei-ichiro: Nein... Wir genießen das nicht wirklich. (lacht los) Wir gehen nicht viel weg. (lacht) Wir essen alle gemeinsam und das ist alles.
Yu-ta: Wir können Fans bei den Livehouses sehen, also gehen wir schnell weiter und Essen an den Rastplätzen der Autobahnen. (lacht) Wir wollen gleich nach den Konzerten eher erst Videos von unseren Auftritten sehen und wie wir auf der Bühne waren. Also vergessen wir das Essen und sind alle in einem Raum um das Video zu sehen. Wir besprechen was gut und was schlecht war und denken über uns selbst nach.

Ist diese Art Selbstuntersuchung sehr ernst?
Yu-ta: Ich weiß nicht, wie das bei anderen Bands ist, aber wir sind ernst was unsere Musik angeht.

Auf Hidekis Blog wurden viele Pläne geschrieben, zum Beispiel wenn ihr wöchentlich bei einem Internet TV auftaucht, damit euch auch die Fans sehen, die in kleinen Regionen wohnen und nicht zu euren Konzerten in Tokyo kommen können.
Yu-ta: Im Moment arbeiten wir in Tokyo, aber unsere Fans sind in ganz Japan also veröffentlichen wir unsere Informationen und zeigen Bilder von unseren Konzerten. Fast wie ein „Wir vergessen euch nie!“ (lacht) Ein weiterer Grund dafür ist, dass wir so vielen Leuten erzählen können, was wir gerade machen. Mit dem Internet können nicht nur Leute aus Japan sondern aus aller Welt sehen, was wir machen.

Ein Freund von mir meinte „Es gibt nur wenig Fotos af ACIDs Homepage“ (lacht) Eine englische Version zu haben wäre besser, aber wenn es mehr Fotos auf eurer Webseite gäbe, wären die Fans glücklicher, auch wenn sie kein Japanisch können.
Yu-ta: Da kann ich nur zustimmen!

Werdet ihr ein neues Album veröffentlichen?
Yu-ta: In ferner Zukunft! (lacht) Wir werden keine neuen Alben im Jahr 2005 veröffentlichen. Wir wollen Konzerte geben um eine gewisse Basis zu bekommen. (Anm.: 2006 wird „ACID 2.0~spirital circus complete~“ herausgebracht)

Und zum Schluss bitte eine Nachricht an eure nicht-japanischen Fans.
Junpei: Wir wollen irgendwann Konzerte außerhalb Japans geben, also wartet bitte auf uns!
Yu-ta: Denkt daran, dass wir genau wie ‚Iron Maiden’ drei Gitarren haben! (lacht)



Vielen Dank an J-ROCK für das arrangieren des Interviews und das Foto von ACID.
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