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Centimillimental auf der Anime Messe Babelsberg 2022

11/09/2022 2022-09-11 14:20:00 JaME Autor: SaKi

Centimillimental auf der Anime Messe Babelsberg 2022

Centimillimental traten zweimal auf der Anime Messe Babelsberg 2022 auf und Atsushi beantwortete in einer Q&A Session die Fragen seiner Fans.


© SaKi

Centimillimental, das Soloprojekt von Singer-Songwriter Atsushi, ist sicherlich vor allem für Fans des Musik-Anime GIVEN ein Begriff. Zu diesem Anime steuerte der Musiker alle Songs bei und schrieb auch den Opening-Song "Kizuato" sowie den Titelsong "Bokura dake no shudaika". Auch für weitere Anime wie etwa Bakuten schrieb Atsushi bereits diverse Lieder und veröffentlichte im Jahr 2021 sein aktuelles Album "Yasashii Hamono". Eine solide Ausgangslage, um als Gast auf der Anime Messe Babelsberg 2022 das Publikum zu begeistern. Bereits am ersten Convention-Tag konnten Fans im Rahmen einer Q&A Session ihre Fragen an Atsushi richten, bevor der Musiker kurz mit seiner Band während der Eröffnungsfeier auftrat. Am Samstag und Sonntag stand jeweils ein Konzert von Centimillimental auf der Open Air-Bühne im Vulkan auf dem Plan, während Fans den Musiker an allen drei Tagen bei Signierstunden treffen und ihr Merchandise unterschreiben lassen konnten.

Los ging es mit einer Fragerunde, die Atsushi zusammen mit der Sängerin Fukinbara Yuuna bestritt. Auf die Einstiegsfrage, was ihn zu seinen Songs inspirieren würde, gab Atsushi seine eigenen Erfahrungen an, die er als Inspiration nutzen würde. Außerdem würde er generell viel J-Pop und andere japanische Musik hören, die ihn auch zu eigenen Songs inspirierten. Warum er so viele traurige Songs schreiben würde, wollte ein Fan direkt im Anschluss wissen. Atsushi erzählte, dass es in Japan nicht üblich wäre, seine Trauer offen zu zeigen. Daher würde er diese in Songs umwandeln und sie auf diese Weise rauslassen.

Um mit Anime Openings den richtigen Ton zu treffen, gab der Musiker an, sich die Anime und Manga vorab intensiv anzuschauen und daraus Ideen zu ziehen, die er dann mit seinen eigenen Gefühlen und Erfahrungen verschmelzen würde. Der Anime, für den ihm das Songschreiben besonders viel Spaß gemacht hatte, war der Musik-Anime GIVEN, weil er da ein Angebot nicht nur für Openings und Theme Songs bekommen hatte, sondern er auch für die Rockband in diesem Anime die Songs schreiben durfte. Wohl auch deshalb wünschte sich Atsushi keine zukünftige Kollaboration mit bestimmten Künstlern und Künstlerinnen, sondern würde sich über Cover-Versionen seiner GIVEN-Songs freuen und mit diesen Menschen gern zusammenarbeiten.

Ein Fan wollte wissen, ob Atsushi Rituale vor einem Live-Auftritt hätte. Der Musiker verriet, dass er dann oft Bonbons aß, um ruhig zu bleiben und sich zu entspannen – aber er befürchtete schmunzelnd, dass er vielleicht zu viele davon essen würde und sein Körper voll mit Bonbons wäre. Nach seinen Hobbys gefragt, erzählte Atsushi, dass er gern lange Auto führe und dabei sogar ab und an Inspiration für neue Songs bekäme. Allerdings wäre das Benzin momentan so teuer, dass er das Gefühl hatte, nur noch zu arbeiten, um sich für seine Ausflüge das Benzin leisten zu können.

Das erste Mal in Europa zu sein, war für Atsushi allerdings ein großer Grund zur Freude. Schon als Junge hätte er klassische Musik gehört und Romane gelesen, in denen es um Europa ging, sodass er sich freute, endlich alles mit eigenen Augen sehen zu können. Da er auch gerne nach der Zeit auf der Anime Messe Babelsberg 2022 nach Europa zurückkehren möchte, bat er die Anwesenden, ihn erneut nach Deutschland, Frankreich und in weitere Länder zu rufen.

Selbstverständlich durfte auch in dieser Q&A Session die Frage nach den Lieblingsanime nicht fehlen. Atsushi erzählte, dass er neben Neon Genesis Evangelion und Dragon Ball unheimlich viele Anime mögen würde. Früher hätte er sogar alle Dragon Ball Bände besessen, aber da seine Schulnoten schlecht waren, hatten seine Eltern die Manga weggeworfen. Aktuell versuchte er, die Reihe wieder zusammenzubekommen, da er den Manga liebt.

Auf die Frage, ob er mit Centimillimental auch auf anderen Sprachen als Japanisch singen möchte, sorgte Atsushi mit seiner Antwort für Lacher: Da er bereits all seine Kraft und seine Sinne gechannelt hätte, um auf Japanisch singen zu können, würde er andere Sprachen schlicht nicht schaffen. Sein neuer – japanischer – Song "Hikari no naka kara tsuetai koto" (übersetzt "Etwas, das ich aus dem Licht heraus sagen möchte") würde ihm allerdings sehr viel bedeuten und er wünschte sich von den anwesenden Fans, dass sie ihn sich bitte auf seinem Konzert anhören sollten.

Zum Abschluss wollte ein Fan wissen, was Atsushi vom Anime- und Manga-Genre Boys Love halten würde, da es einige BL-Elemente im Musik-Anime GIVEN gab. Atsushi sagte, dass der Anime zwar dem Genre Boys Love angehört, aber er betonte "Love is love!". Außerdem wäre es für ihn eine gute Erfahrung gewesen, für diesen Anime Songs zu schreiben. Danach bedankte er sich bei den Anwesenden und bat sie, nicht nur zu seinen Konzerten zu kommen, sondern auch zu denen der anderen Künsterinnen und Künstlern.

Während die ersten Konzerte am Freitag vom Metal-Duo Mada mitakoto no nai sekai und von Singer-Songwriter KOHEI gegeben wurden, fand das erste Konzert von Centimillimental am folgenden Samstagabend statt. Die Ränge in der Open Air-Bühne Vulkan waren voll besetzt, scheinbar wollte sich niemand dieses Highlight im Programm entgehen lassen. Schon vor Konzertbeginn herrschte eine vorfreudige Stimmung, Moderator Danijel brauchte das Publikum fast nicht mehr anheizen – schon allein bei der Nennung des Bandnamens, des Anime GIVEN und des Opening Songs "Kizuato" jubelten die Fans.

Pünktlich um 19:20 Uhr schallte das Intro "session / the seasons" aus den Boxen und die Band betrat nach und nach zu den schnellen, virtuosen Beats die Bühne. Für die Liveauftritte auf der Anime Messe hatte sich Atsushi drei talentierte Musiker als Unterstützung mitgebracht: Drummer Takato, Gitarrist Tadayoshi und Bassist Nagami Kazuya (Ex-universe) wurden bereits mit lauten Jubel begrüßt. Kaum betrat Atsushi zum Ende des Intros die Bühne, legten die vier direkt mit dem ersten Song los: Das GIVEN-Opening "Kizuato". Mit diesem Megahit als Einstiegssong herrschte von Beginn an eine fantastische Stimmung: Die Fans gingen sofort mit und schwenkten die Leuchtstäbe im Takt, während die Band auf der Bühne sichtlich Spaß hatte. Der gefühlvolle Rocksong zeigte direkt die Stärken von Atsushi und seiner Band – energievolle Songs, emotionale Songtexte und eine eindringliche Performance. Kein Wunder also, dass Centimillimental das Publikum von der ersten Sekunde an begeisterten.

Auch beim folgenden gefühlvollen Song "Hoshi no aida" aus dem GIVEN-Universum überzeugten die Musiker durch eine emotionale Performance. Die Fans jubelten jeweils nach den Refrains und unterstützten so Atsushi, der seine ganze Seele in seinen Gesang und sein Gitarrenspiel zu legen schien. Da es sich auch bei diesem Song um einen für die Band aus GIVEN geschriebenes Stück handelte, gab es sicher den einen oder anderen Fan, der sich bei der Performance an Szenen aus dem Anime und Manga erinnert fühlte. Noch während das Publikum applaudierte, schloss sich nahtlos "Yoru ga akeru" und damit der dritte Song aus dem GIVEN-Universum an. Ähnlich wie "Hoshi no aida" handelte es sich dabei um eine emotionale Rockballade, die im Refrain allerdings deutlich kraftvoller wurde. Der Song machte live extrem Spaß und animierte das Publikum wie von selbst zum Mitklatschen. In den ruhigeren Parts brandete immer wieder Zwischenjubel auf, der am Ende in einem riesengroßen Jubel und Applaus mündete. Auch Anwesenden, die nicht mit der Animeserie vertraut waren, wurde so unmissverständlich klar, welchen Stellenwert gerade dieser Song in der Fangemeinde von GIVEN haben musste.

In seinem ersten kurzen MC begrüßte Atsushi die Menge auf Deutsch mit "Hallo!", was ihm direkt wieder Jubel einbrachte. Er stellte sich als Centimillimental vor und verriet, dass dies sein erster Auftritt außerhalb Japans war. Wieder unterstützten ihn die Fans mit Applaus, während Atsushi von der Gitarre ans Keyboard wechselte. Als er den Titel des nächsten Liedes – "Marutsuke" – ankündigte, brandete Jubel auf. Doch schon mit den ersten Tönen senkte sich Stille über den Vulkan, als Atsushi allein am Keyboard spielte und die anderen Bandmitglieder nur unbeweglich lauschten. "Marutsuke", das Ending-Theme der Animeserie GIVEN, entpuppte sich als extrem emotionale Ballade, bei der Atsushi seine ganze Seele in seinen Gesang legte und sicher nicht alle Augen trocken blieben. Die Fans schwenkten im langsamen Takt ihre Leuchtstäbe und lauschten ergriffen, bis der letzte Ton verklungen war. Dann brachen sich die Gefühle Bahn und der Vulkan war erfüllt von lautem Applaus und Jubel.

Atsushi leitete kurz darauf am Keyboard den nächsten Song ein: "Shindeshimaitai," begann mit ruhigen Klaviertönen, aber entwickelte ungeahnte Kraft mit dem Einsatz der restlichen Bandmitglieder. Die Fans nahmen den Song begeistert auf, manche sangen Wort für Wort mit und genossen sichtlich diese Rockballade. Für die folgende Rocknummer "Fuyu no hanashi" blieb Atsushi noch am Keyboard und gab alles, während seine Bandkollegen über die Bühne wirbelten. Sie hätten nicht erst das Publikum animieren müssen – die Fans gingen gemeinsam mit Centimillimental ab und belohnten die Band am Ende mit frenetischem Applaus und lautem Jubel.

Nach diesen sechs Songs, die im Anime GIVEN Verwendung gefunden und die Anwesenden ohne Zweifel begeistert hatten, kehrte Atsushi in die Bühnenmitte zurück und hängte sich seine Gitarre wieder um. In einem zweiten kurzen MC richtete er ein paar Worte ans Publikum: Er bedankte sich bei den Anwesenden und nahm sein Smartphone zur Hand, um ihnen auf Englisch sagen zu können "Möge immer ein Licht auf euch scheinen." Dann kündigte er den Titel des nächsten Liedes an: "twilight night". Band und Fans feierten diesen fröhlichen, motivierenden Song aus dem Jahr 2018 gleichermaßen und genossen die gemeinsame Zeit.

Beim folgenden "Seishun no enbu" animierte Bassist Kazuya die Fans während der ersten Strophe zum Klatschen, während Drummer Takato alles gab und Gitarrist Tadayoshi zusammen mit Atsushi am vorderen Bühennrand rockte. Alle Bandmitglieder hatten sichtlich viel Spaß und gaben alles. "Seishun no enbu" diente beim Anime Bakuten als Opening und kam daher bei den Anime-Fans erneut besonders gut an – am Ende bebte der Vulkan durch den Jubel und Applaus der Fans.

Im anschließenden MC fragte Atsushi die Anwesenden auf Englisch, ob sie eine Person in ihrem Leben hätten, die ihnen besonders wichtig wäre. Er bat sie, während des nächsten Songs an diese Person zu denken – und stimmte die hochemotionale Rockballade "Bokura dake no shudaika" an. Dabei sang Atsushi zum ersten Mal, ohne sich dabei mit dem Keyboard oder seiner Gitarre zu begleiten, was der Performance eine noch größere Intensität verlieh. Der Sänger zeigte extrem viel Einsatz und wirkte sehr bewegt, während die Fans Hände und Leuchtstäbe im Takt schwenkten. Dass der Sänger alles, was er hatte, in seine Performance gelegt hatte, zeigte sich deutlich, als er sich nach dem Ende seines Gesangsparts erst einmal auf dem Keyboard-Hocker setzen und einen Schluck Wasser trinken musste. Auch dieser Song stammte aus der Anime-Serie GIVEN, unterstrich jedoch deutlich Atsushis Aussage aus der Fragerunde vom Vortag, dass er auch seine eigenen Erfahrungen und Gefühle in jeden Song legte, den er für die Serie schrieb. Die Fans belohnten ihn am Ende mit tosendem Applaus.

Schon schloss sich nahtlos der Song "Totte" mit seinem verspielten Klavierintro an, für den Atsushi direkt am Keyboard sitzen blieb. Die wunderschöne Ballade überzeugte durch ihre verspielt gesetzten Klavierläufe, ein kurzes Gitarrensolo und interessante Tempowechsel, ohne ihren einfühlsamen Charakter zu verlieren. Die Fans lauschten hingebungsvoll und schwenkten ihre Leuchtstäbe im Takt.

Das folgende "Tokyo Tokkyo Kyoka Kyoku" kündigte Atsushi als neuen Song an, der sich als langsame Ballade entpuppte. Die Bühne wurde in grünes Licht getaucht, während die Fans auch hier andächtig lauschten. Mit "Lily" schloss sich die nächste gefühlvolle Rockballade an, die jedoch ein besonders schönes Bühnenbild spendiert bekam. Die Bühne war in dunkelblaues Licht getaucht, einzelne kleine Spots wirkten wie Sterne im Nachthimmel und gaben dem Song etwas Verträumtes. Atsushi gab am Keyboard alles und stand mit einem Mal so heftig auf, dass der Hocker umfiel. Unbeeindruckt davon stellte er das Mikronfon höher und performte im Stehen weiter. Am Ende schallten wieder großer Jubel und langanhaltender Applaus durch den Vulkan, während sich Atsushi erst einmal sammeln musste und emotional sichtlich mitgenommen war.

Im nächsten MC kündigte Atsushi den letzten Song des Abends an – "Hikari no naka kara tsuetai koto" aus dem Bakuten Film – und fügte an, dass er dem Publikum etwas mitteilen wollte und dies durch den Song machen würde. Bei den ersten Tönen sprangen einige Fans auf und tanzten – spätestens da gab es auch für die Band kein Halten mehr und zusammen mit den Anwesenden hatten Centimillimental jede Menge Spaß. Atsushi legte erneut alles, was er zu geben hatte, in den Song und seine Performance und sang und spielte, als hinge sein Leben davon ab. Kaum war die letzte Note verklungen, brandete ein extrem lauter Jubel auf, keine Sekunde später wurden Rufe nach einer Zugabe laut, noch bevor die Band die Bühne verlassen hatte.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis Centimillimental zurückkehrten. Als ein Fan vernehmlich "Daisuki!" (Ich liebe dich) rief, schmunzelte Atsushi und erwiderte auf Englisch: "Danke! … Ich bin müde!" und lachte zusammen mit den Fans. Als Überraschung kam Fukinbara Yuuna für das Encore mit auf die Bühne. Die beiden Künstler sind befreundet, daher hatte sich diese Konstellation ergeben. Yuuna wurde mit viel Applaus begrüßt und kündigte sofort den ersten Song der Zugabe an: "Zankoku na tenshi no TEEZE" aus dem Anime-Klassiker Neon Genesis Evangelion. Natürlich kannten die meisten Anwesenden diesen Song und schnell verwandelte sich der Vulkan in eine einzige große Party. Die Fans klatschten und tanzten, während Yuuna über die Bühne wirbelte und Centimillimental gemeinschaftlich abrockten.

Als letzten Song kündigte Yuuna dann das Opening aus Dragon Ball GT "Dan Dan Kokoro Hikareteku" an und legte direkt zusammen mit Centimillimental los. Wieder tanzten und sprangen alle Fans zur Musik und feierten den Song ab. Yuuna wirbelte erneut voller Energie über die Bühne, bis sie einen letzten abstimmenden Blick zu Atsushi, Tadayoshi, Kazuya und Takato warf und dann sprang, um genau auf dem letzten Ton wieder zu landen. Gemeinsam badeten Centimillimental und Fukinbara Yuuna im Applaus und Jubel des Publikums, die von den Wänden des Vulkans wiederhallten und sicherlich noch weit außerhalb zu hören waren. Dies war ein mehr als gelungener Abschluss für ein hochemotionales und mitreißendes Konzert.

Am Ende versammelten sich die Künstler und die Künstlerin in der Bühnenmitte für ein gemeinsames Foto mit den Fans – und viel zu schnell war dieses von den meisten wohl heiß ersehnte Erlebnis vorbei. Im Anschluss ging es im Vulkan mit dem zweiten Konzert des J-Metal Duos Mada mitakoto no nai sekai weiter, für das viele der Anwesenden gleich sitzen blieben. Einige der Fans machten sich allerdings auf, um Atsushi bei seiner anschließenden Signierstunde die Hand zu schütteln, sich sein aktuelles Album "Yasashii Hamono" unterschreiben zu lassen oder ein Foto mit dem Künstler zu machen.

Für den nächsten Tag – dem dritten Tag der Anime Messe Babelsberg 2022 – war bereits das nächste Konzert von Centimillimental angekündigt. Der zweite Auftritt fand bereits um 12 Uhr statt und sollte dem ersten Auftritt vom Vortag in nichts nachstehen. Wenn auch nicht so dicht bepackt wie am besucherstärksten Samstag, so waren doch auch am Sonntagmittag die Ränge im Vulkan sehr gut besetzt und eine vorfreudige Stimmung lag in der Luft. Viele der Fans waren schon am Vortag da gewesen und warteten nun gespannt auf den Beginn der Show.

Das Intro "session / the seasons" begann und nach und nach kamen Drummer Takato, Bassist Kazuya und Gitarrist Tadayoshi auf die Bühne, jeweils begrüßt vom Jubel der Fans. Dieser steigerte sich noch, als zuletzt Atsushi die Bühne betrat und ohne Umschweife mit dem Kracher "Kizuato" begann. Ab dem ersten Ton herrschte eine großartige Stimmung in der Open Air-Location, sowohl bei den Fans als auch bei Centimillimental auf der Bühne. Die Bridge ließ Atsushi die Fans alleine singen, stieg dann zum Refrain wieder mit ein und lieferte eine energievolle Performance. Mit "Hoshi no aida" schloss sich wie am Tag zuvor eine gefühlvoll-rockige Nummer an, bei der in den gesangsfreien Parts Zwischenjubel aufbrandete. Auch das Solo von Gitarrist Tadayoshi, das er am vorderen Bühnenrand zum Besten gab, erntete viel Anerkennung.

Nahtlos ging es mit "Yoru ga akeru" weiter. Manche Fans der GIVEN-Anime-Serie versanken komplett in dieser Rockballade, die langsamer als ihr Vorgänger war, sich ab dem Refrain aber deutlich kraftvoller zeigte. Wie am Vortag war dieser Song besonders mitreißend und die Anwesenden belohnten Centimillimental am Ende mit einem großen Applaus.

Atsushi richtete danach das Wort an die Fans und begrüßte sie wie tags zuvor mit "Hallo! I'm Centimillimental!" Für das folgende "Marutsuke" wechselte er wieder von der Gitarre ans Keyboard. In seinem MC erzählte Atsushi erneut auf Englisch, dass dies hier seine erste Performance außerhalb Japans wäre, was mit Jubel kommentiert wurde. Auch sein "Wir sind heute hierher gekommen, um euch zu treffen. Wir singen, um euch zu erreichen", wurde begeistert aufgenommen. Dann begann er mit dem Piano-Intro von "Marutsuke". Während seine Bandmitglieder Pause hatten, begleitete sich Atsushi ganz allein am Keyboard und erzeugte eine unheimlich emotionale, fast verträumte Stimmung. Die Fans lauschten ergriffen, während Atsushi äußerst gefühlvoll sang und spielte – am Ende brachen sich alle Emotionen Bahn in einem tosenden Applaus.

Mit den ersten Tönen von "Shindeshimaitai," war klar, dass auch dies ein absolut gefeierter Song unter den Fans war. Atsushi blieb dafür am Keyboard, doch die Band setzte nach den ersten sieben Sekunden mit voller Kraft ein und unterstützte den Sänger. Die Fans waren ergriffen und zeigten ihre Begeistertung den ganzen Song über deutlich. Am Ende belohnten sie die Band erneut mit einem überschwänglichen Applaus, woraufhin Atsushi gerührt auf Englisch antwortete 2Ich bin so froh, danke schön!"

Nachdem Atsushi wieder seine angestammte Position in der Bühnenmitte eingenommen und sich seine E-Gitarre umgehängt hatte, kündigte er den nächsten Song an: "twilight night". Aber noch bevor das Lied richtig losgehen konnte, verpasste Tadayoshi knallhart seinen Einsatz, was für Erheiterung bei Fans und Band sorgte. Lachend kommentierte Atsushi das Versehen mit "It's live performance!" und nutzte die Gelegenheit, um seine Bandmember vorzustellen. Der zweite Startversuch klappte dann und schon nach der ersten Songzeile jubelten die Fans zur Unterstützung. Atsushi nahm seine Sonnenbrille ab, was ihn sofort nahbarer machte, und sang mit vollem Einsatz. Gemeinsam mit Tadayoshi spielte er in der Mitte des Songs ein Solo, während Takato hinter seinem Schlagzeug sichtlich Spaß hatte. Anschließend schwenkten die Fans ihre Hände im Takt und spendeten Centimillimental am Ende dieses hoffnungsvollen Songs großen Beifall.

Nahtlos ging es mit "Seishun no enbu" weiter. Die Band animierte die Menge immer wieder und die Fans ließen sich nicht lange bitten. Zum ersten Mal war Atsushi vorn an der Box und sang ein paar Zeilen, bevor er in die Bühnenmitte zurückkehrte und zusammen mit seinen Kollegen alles gab. Die Bandmitglieder wirkten den ganzen Song über fröhlich – wahrscheinlich kein Wunder bei diesem optimistischen Song, der beim Anime Bakuten als Opening verwendet wurde.

Im anschließenden MC fragte Atsushi die Menge wieder, ob sie einen Menschen hätten, der ihnen besonders wichtig wäre. Beim Antwortjubel ließ sich ein deutliches "You!" ("Du!") heraushören, was Atsushi schmunzeln ließ. Er bat die Anwesenden wieder, beim nächsten Song an diese besondere Person zu denken und stimmte dann "Bokura dake no shudaika" an. Atsushi sang diesen Song, ohne sich dabei auf der Gitarre zu begleiten, und verlieh jedem einzelnen Wort dadurch eine besondere Intimität. Erneut legte der Sänger alles, was er zu geben hatte, in diesen Song und lieferte eine extrem gefühlvolle Performance ab. In der zweiten Hälfte des Liedes sprang Atsushi von der Bühne und sang einige Takte absolut emotional vor der Absperrung, bevor er wieder auf die Bühne zurückkehrte, um den Song zu beenden.

Unter tosendem Applaus wechselte der Sänger dann wieder ans Keyboard – als nächstes stand "Totte" auf der Setlist. Mit diesem Lied ging es ebenso gefühlvoll, wenn auch verspielter weiter. Das sanfte Liebeslied erzeugte eine warme, fröhliche Stimmung und am Ende wurden Centimillimental wieder mit Jubel und Applaus belohnt.

Als Atsushi daraufhin den nächsten Titel – "Lily" – ansagte, setzte sich der Jubel sofort fort. Diese besonders gefühlvolle Rockballade hatte schon am Vortag für Begeisterung gesorgt und sollte auch am Sonntag große Gefühle auslösen. Besonders das langgezogene, sich steigernde "Oh, oh, oh!" vor dem Refrain sorgte jedes Mal für Gänsehaut bei den Anwesenden. Nach dem relativ langsamen Beginn steigerte sich der Song bis zur Textzeile "Kimi wa daijoubu da" ("Dir geht es gut") und mündete in einem kurzen Bandsolo, während dessen sich Atsushi sammeln konnte. Kaum war der letzte Ton verklungen, bebte der Vulkan vom Applaus der Fans.

Den Fans, die Centimillimental schon am Samstag live gesehen hatten, wurde nun klar: Dieses emotionale Konzert fand gleich seinen Abschluss. Allerdings machte die Technik der Band einen Strich durch die Rechnung, bevor Atsushi den letzten Song ankündigen konnte. Der Laptop, mit dessen Unterstützung die Band bisher das Konzert bestritten hatte, gab einfach den Geist auf. Atsushi überbrückte die Panne mit Humor, verwies auf den "PC Trouble!" und nahm noch einmal sein Smartphone zur Hand, während er sich ans Keyboard setzte. Er kündigte den letzten Song des Konzerts an, was ein lautes, enttäuschtes "Oooch!" seitens der Fans zur Folge hatte, das der Sänger mit einem schmunzelnden "Sorry!" kommentierte. Als er allerdings sagte, der kommende Song sei aus dem Bakuten-Movie, wurde die Stimmung sofort wieder besser. Wie zuvor fügte er an: "Es gibt etwas, das ich euch mitteilen möchte. Ich werde euch das mithilfe des Songs sagen", doch scheinbar waren die technischen Probleme noch nicht ganz gelöst, denn Atsushi fuhr fort mit seinem MC. Er informierte die Fans, dass er nach der heutigen Show für die nächste Zeit nicht nach Deutschland zurückkehren könnte, aber dass wir alle durch die Musik verbunden wären. Dann kündigte er "Hikari no naka kara oshietai koto" an und legte endlich zusammen mit Kazuya, Tadayoshi und Takato los.

Band und Fans hatten noch einmal extrem viel Spaß zusammen und rockten gemeinsam zum letzten Song des regulären Sets ab. Kurzzeitig gab es bei Takato an den Drums noch einmal technische Probleme, die sich aber sehr schnell in den Griff kriegen ließen und der Performance keinen Abbruch taten. Im Vulkan herrschte trotz Trennungsschmerz eine ausgelassene Partystimmung. Band und Fans hatten sich gleichermaßen auf die Fahnen geschrieben, das Konzert bis zum letzten Ton zu genießen.

Das Lied war noch nicht einmal ganz beendet, da wurden schon deutliche Rufe nach einer Zugabe laut. Die Fans machten unmissverständlich klar, dass sie Centimillimental noch nicht gehen lassen wollten. Nach einer kurzen Beratung mit den Bandmitgliedern, verkündete Atsushi sichtlich gerührt "One more – 'Fuyu no hanashi'! Okay?" ("Eins noch – 'Fuyu no hanashi'! Okay?") und erntete umgehend extrem lauten Jubel. Er drehte sich zu seinen Bandmitgliedern um und verkündete "Powerful version!!" ("Die kraftvolle Version!"), was erneut für Erheiterung sorgte. Und dann legten die Jungs von Centimillimental ein letztes Mal auf der Anime Messe Babelsberg 2022 so richtig los und verwandelten die Open Air Location in eine einzige große Party. Obwohl "Fuyu no hanashi" bereits ein kräftiges Intro besaß und sich während der ersten Strophe von einer gefühlvollen Ballade zu einer Rockballade steigerte, schaffte es die Band, den Song noch kraftvoller zu gestalten. Die Musiker und Fans hatten sichtlich Spaß zusammen und der tosende Applaus am Ende machte unmissverständlich klar: Centimillimental hatten die Besucher der Anime Messe restlos begeistert.

Kein Wunder also, dass sich bei der anschließenden Autogrammstunde mit Atsushi wieder eine lange Schlange von Fans bildete. Während Atsushi geduldig Poster und CDs signierte, Hände schüttelte und sich bei jedem einzelnen Fan bedankte, konnte der eine oder die andere es sicher kaum erwarten, den Ausnahmemusiker so schnell wie möglich wieder in Deutschland begrüßen zu dürfen.

Setlist

Samstag (16.07.2022)

session / the seasons (Intro)
01. Kizuato
02. Hoshi no aida
03. Yoru ga akeru
– MC –
04. Marutsuke
05. Shindeshimaitai,
06. Fuyu no hanashi
– MC –
07. twilight night
08. Seishun no enbu
– MC –
09. Bokura dake no shudaika
10. Totte
11. Tokyo Tokkyo Kyoka Kyoku
12. Lily
– MC –
13. Hikari no naka kara oshietai koto
– MC –
EN1. Zankoku na tenshi no TEEZE (mit Fukinbara Yuuna)
EN2. Dan Dan Kokoro Hikareteku (mit Fukinbara Yuuna)

 

Sonntag (17.07.2022)

session / the seasons (Intro)
01. Kizuato
02. Hoshi no aida
03. Yoru ga akeru
– MC –
04. Marutsuke
05. Shindeshimaitai,
– MC –
06. twilight night
07. Seishun no enbu
– MC –
08. Bokura dake no shudaika
09. Totte
10. Lily
– MC –
11. Hikari no naka kara oshietai koto
– MC –
EN1. Fuyu no Hanashi

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