Konzertbericht

Satsuki feierte sein 10. Jubiläum live in Berlin

30/07/2019 2019-07-30 21:00:00 JaME 159 views Autor: Eva Redakteur: SaKi Fotograf: SaKi

Der Musiker präsentierte einen Querschnitt der letzten zehn Jahre, stellte seine neue Single "Be Yourself" vor und zeigte, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben.


© SaKi

Nach mehreren Shows seiner jüngsten Europatour "BE YOURSELF" durfte auch das Berliner Publikum sich wieder auf ein Konzert von Satsuki freuen. Zur Feier seines zehnjährigen Bühnenjubiläums als Solokünstler, kehrte Satsuki am 27. Juni in den Berliner Club Marie Antoinette zurück, wo Fans ihn schon im letzten Jahr im Rahmen seiner REBOOT-Tour live erleben konnten. Diesmal hatte er nicht nur seine neue Single „Be Yourself“ im Gepäck, sondern präsentierte einen Querschnitt seiner zehnjährigen Solokarriere.

Begrüßt hat der Sänger seine Fans mit „Apocalypse“, einem Song, der schon krass mit den früheren milden Tracks wie „Raindrop“ kontrastiert. Kein Wunder, der Künstler sagte in einem früheren Interview, bei der Arbeit an der Single „Apocalypse“ musste er raus aus seiner Komfortzone. Die etwas düstere Nummer mit Symphonic-Metal-mäßigen Passagen und einem sehr erfrischenden, sogar schwebenden Refrain sorgte sofort für eine phänomenale Stimmung. Mal dirigierte Satsuki mit der Hand in der Luft, wenn er besonders hoch singen musste, mal trampelte er wild und zeigte sich an dem Mitwirken der Zuschauer durchaus interessiert. Diese, wenngleich zuerst etwas zaghaft, ließen sich dann doch gerne anfeuern, zumal sie das nächste Lied bereits an den ersten Tönen erkannten: „Seid ihr das Essen? Nein, wir sind die Jäger!“ Satsukis Cover-Version von Linked Horizons Attack on Titan Opening „Guren no Yumiya“ erwies sich als wahrer Eisbrecher. Die Begeisterung hatte Satsuki wohl kommen sehen und bot den ohnehin dynamischen Titel richtig kräftig dar.

Vor dem darauf folgenden neuen „Be yourself“ stellte der Sänger seinen Fans die Idee der neuen Single und der Tour vor: Sich selbst treu zu bleiben. Hier kommt die ganze Experimentfreudigkeit Satsukis zum Vorschein. Der Musiker hat sich nämlich in seinen jüngsten Werken dem Trap zugewendet. Den mit Synthies großzügig gefüllten Titel ergänzte Satsuki, indem er energiegeladen auf und ab sprang, wodurch die Fans sich nur zu gern anstecken ließen. Obgleich Hip-Hop und Rap für manche Visual Kei-Fans wohl etwas gewöhnungsbedürftig sein mögen, eignet sich die silbenreiche japanische Sprache doch ziemlich gut für diese Stilrichtungen.

Es folgte noch ein weiteres aktuelles Trap-Stück – „Reboot“ – mit vielen kosmischen Hintergrundsounds und den genretypischen ununterbrochenen Textsequenzen, bevor Satsuki das bezaubernde Klavierstück „You“ aus seinem früheren Repertoire vortrug.

Zwischen den Songs wusste der Japaner das Publikum mit seiner sympatischen Art immer wieder zu unterhalten, scherzte und lud die Fans zum Abgehen ein. Die nach dem MC vorgetragenen Songs – das gefühlvolle „La Lune“ und das melodisch-rockige „Moon Spiral“ mit seinen einprägsamen E-Gitarrenriffs – ergänzten einander glänzend, bevor Satsuki wieder mit einem raschen Wechsel zu den rappig-lässigen „Freedom“ und „Ahead“ überraschte. Der Sänger wirbelte und tänzelte rum, heizte die Menge mit Rap-typischen Gesten an und fühlte sich in der Rapper-Rolle offensichtlich mehr als wohl.

Für die letzten drei Tracks bat der Künstler seine Fans um noch mehr Engagement, da diese Nummern deutlich härter sein würden. Und tatsächlich kam man nicht umhin, zu headbangen und die Hände in die Höhe zu recken. Vor allem die Komposition „Lily“ mit ihrem Industrial Metal-Touch und mal brachialem, mal zärtlichem Gesang feierten die Fans begeistert.

Satsuki war noch nicht einmal von der Bühne verschwunden, da wurden die Rufe nach einer Zugabe bereits laut und so dauerte es nicht lang, bis der Sänger wieder im Scheinwerferlicht erschien. Satsuki hatte ganze drei weitere Tracks für seine Fans im Gepäck: Das etwas verträumte und zugleich rhythmusbetonte „Revelation“, das übermütige „Malachite“ und den Satsuki-Klassiker „Romance“ mit seiner eingängigen Grundmelodie. Auch danach wollten die Fans Satsuki noch lange nicht gehen lassen – glücklicherweise hatte der Künstler noch einen weiteren Song geplant. Als letzte Nummer des Abends hatte Satsuki seinen – nach eigenen Worten – Lieblingssong „Twilight“ ausgewählt. Dieses sehr einprägsame Lied, geradezu eine rockige Ballade mit wundervollen instrumentalen Einbindungen, erlaubte es, die etwas raue Stimme des Sängers zu genießen, ohne sich von Growling-Einlagen ablenken zu lassen. Der laute Applaus und Jubel nach dem Verklingen der letzten Töne und das Strahlen in den Gesichtern von Fans und Musiker gleichermaßen waren wohl Beweis genug, dass dies ein gelungener Abend war.

Nach der Show war es dann Zeit für die Autogrammstunde. Bereits vor der Show konnten die Besitzer der VIP-Tickets sich mit Satsuki fotografieren lassen und einige Worte mit dem Künstler wechseln. Nun trafen sich alle Fans und Satsuki am Merchandise-Stand und während der Musiker gern CD-Cover und Fotos unterschrieb, plauderte er angeregt mit den Besuchern. Viele hatten auch das eine oder andere handgemachte Schmuckstücke des modebewussten Musikers gekauft – ein Teil der Kunstwerke, die er unter seiner eigene Brand Sacred Traditional Kingdom Melody verkauft. Der Abend neigte sich dem Ende zu und nach einer letzten herzlichen Verabschiedung verließen die Fans schließlich das Marie Antoinette.

Mit viel Liebe zum Detail zusammengestellt, wirkte das Set der Show wie eine abwechslungsreiche Sequenz aus Musik für jeden Geschmack. Nicht zuletzt zeigte das Set eindrucksvoll, dass der Musiker sich keine Grenzen setzt und sich in den letzten zehn Jahren ständig weiterentwickelt hat. Außerdem versteht er es, die Zuschauer mit seinen romantischen Liedern in eine andächtige Stimmung versetzen, um sie gleich darauf mit dem harten Sound seiner späteren Werke wieder zum Springen und Headbangen zu bringen. Wer sich einen coolen Mix aus verschiedensten Stilen wünscht, der sollte sich das bisherige musikalische Schaffen von Satsuki zu Gehör führen. Wir sind gespannt, wohin seine musikalische Reise als nächstes führen wird und hoffen, dass er auch zukünftig gern auf die deutschen Bühnen zurückkehren wird.

Setlist:

01. Apocalypse 

02. Guren no Yumiya (Attack on Titan Opening, im Original von Linked Horizon)

MC

03. Be Yourself 

04. Reboot

05. You

MC

06. La Lune

07. Moon Spiral

MC

08. Freedom

09. Ahead

10. SNS

MC

11. Lily

12. Burning out

Encore

13. Revelation 

14. Malachite 

15. Romance

MC

16. Twilight


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27/06/20192019-06-27
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