Review

Kamijo - Louis ~Enketsu no La Vie en Rose~ (Type C)

12/09/2013 2013-09-12 17:36:00 JaME Autor: Ningyou Ryou

Kamijo - Louis ~Enketsu no La Vie en Rose~ (Type C)

Review zum Solodebüt des ehemaligen Versailles Sängers


© Chateau Agency Co., Ltd.
Lang hat's gedauert doch schlussendlich fand Kamijos (seines Zeichens ehemaliger Sänger der Szenegrößen Lareine und Versailles ) langerwartete Maxi-Single "Louis ~Enketsu no La Vie en Rose~" den Weg in mein Wohnzimmer. Die mit Spannung erwartete Scheibe wartet mit drei brandneuen Songs (alle aus der Feder des selbsternannten 'Meisters') auf, die eine große stilistische Bandbreite aufweisen. Doch genug der Vorrede; widmen wir uns nun den Liedern im Einzelnen.

Der Titeltrack beginnt gleich in voller Montur und unterlegt Orchesterparts wie zur schönsten Lareine Zeit mit Rockgitarren und einem treibenden Rythmus. Tatsächlich erinnern die Streicher ein wenig an die Version von "Bara wa utsukushiku chiru" der genannten Band. Als Kamijos Stimme sich schließlich dazugesellt, entspannt sich die Atmosphäre ein wenig und er nutzt sie sehr spielerisch, um der charmanten Komposition eine weitere, theatralische Note zu verleihen. Garniert wird das Ganze schließlich mit einem sehr eingängigen Refrain, welcher mit geradezu lächerlicher Leichtigkeit zum Mitsingen einlädt (ein weiterer Pluspunkt ist die andächtig ondulierende Kirchenorgel, die sich zu diesem Zeitpunkt schon dazugesellt hat). Der nachfolgende Soloteil erlaubt vor allem der stetig pulsierenden Basslinie (die stilistisch im Übrigen sehr an Emiru erinnert), mit dem Orchester um die Wette zu strahlen. Nachdem der Sänger die Überleitung zu dem nächsten, eher ruhigen Teil des Songs meistert, wird dieser prompt von im Hintergrund lauernden und dramatisch hämmernden Klavierharmonien abgelöst, welche wiederum von Gitarre, Bass und Schlagzeug eingeholt werden, um schließlich im finalen Refrain zu gipfeln, welcher mit Kamijos beachtlichem Falsett elegant zurück ins Hauptthema schmilzt. Frisch, anders und erinnerungsträchtig zugleich. Ein ungemein gelungener Song!

"Grazioso" hält sicherlich die größte Überraschung der Single bereit. Gänzlich auf Bandinstrumente verzichtend, schwebt der Song, getragen von Akkordeon, Pauken, Glockenspiel, Streichern und unaufdringlichen Holzbläsern durch die Boxen. Kamijo versucht sich zum ersten Mal an der italienischen Sprache und bricht den Rahmen des Erwarteten. Schade bloß, dass der Song mit knapp zwei Minuten der kürzeste ist und man so als Ersthörer nicht unbdeingt auf seine Kosten kommt. Kaum hat man sich an diesen unerwarteten Stil gewöhnt, ist das Lied auch schon vorbei und man muss es einfach ein zweites Mal hören um sich sicher zu sein, was man da vernahm. Tatsächlich erinnert der Song stilistisch an keine der ex-Bands des bekannten Sängers, sondern vielmehr an die "~bossa version~" des Malice Mizer Klassikers "Gekka no yasou kyoku", ohne dabei kalkuliert oder gar abgeschaut zu wirken. Interessante neue Richtung und definitiv öfter als einmal durchzuhören!

"Gensou Trianon" schließlich startet mit einem eleganten Klangteppich aus sanften Synths, welcher plötzlich von Orchester und Rocksounds zerschnitten wird. Dieses Schema wiederholt sich noch einmal in den Strophen, bevor alles schließlich nahtlos zum Refrain führt, der voller Emotion und Schönheit ist. Was den Song vor allem interessant macht, ist der stete Wechsel von Dynamik und Tempo. Trotz dieser Attribute ist der (ein wenig futuristisch anmutende) Song der unauffäligste der drei Tracks. Er erinnert außerdem an Versailles' "Glowing Butterfly". Möglicherweise wäre es wirkungsvoller gewesen, den zweiten und den dritten Track auf der CD zu vertauschen. Trotzdem ein gelungener Abschluss.

Der C-Type der Single hat schließlich noch einmal alle drei Lieder als Instrumentalversionen in petto. Diese lassen sich gut anhören und zollen der Komposition Tribut.

Fazit:
Schaut man sich die letzten Alben von Versailles an, so stellt man fest, dass Hizaki mehr und mehr Einfluss auf das Songwriting nahm und schließlich mindestens die Hälfte der Arbeit auf diesem Gebiet übernahm. Dies schlug sich leider auf Jupiter nieder, die, obwohl sehr gut und ansprechend (vor allem auch durch Zins Stimme), nicht viel Neues auf ihrer Single zu bieten hatten (Abwarten, was das Album für uns bereithält!). Kamijo, der sich ein wenig zurückgenommen zu haben scheint, kann jetzt mit umso mehr Trümpfen und Überraschungen aufwarten und begeistert mich mit seinem glänzenden Debüt. Bleibt zu hoffen, dass alle genannten Künstler ihren Standard weiter ausbauen können und dass Kamijo seine Zusammenarbeit mit Mana anhalten lässt. Chapeau! (9/10)
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Zugehörige Künstler

Zugehörige Veröffentlichungen

Single CD 2013-08-28 2013-08-28
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