LISA - got that fever
Überträgt LISA "dieses Fieber"?
"Leave" gehört zu den oben angesprochenen Liedern, ist partytauglich, eingängig und ausgereift. Der Track bietet alles, was ein typischer und zudem gelungener Dancetrack braucht: treibende Beats, melodischer Hintergrund, einige Synthesizer-Spielereien und LISA in Topform, wärmstens empfohlen! Wen es angesichts dieses stimmungsvollen Liedes, welches LISA in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Produktionsduo Bloodshy & Avant geschrieben hat, nicht auf die Tanzfläche zieht, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.
"other side of now" knüpft direkt an seinen Vorgänger an, doch während "Leave" sich einem von der ersten Sekunde an erschließt, ist dieses Lied dank prägnanten Keyboardklängen wesentlich verworrener und anstrengender. Der anfänglich harte Beat lässt eine finstere Clubhymne erwarten, und während die Strophen diese Atmosphäre tragen, bewegt LISA sich mit dem glitzernden Poprefrain schnell in eine hellere Richtung, die nicht wirklich mit dem Rest des Liedes harmoniert. Dennoch bietet "other side of now" eine solide Produktion und wird Fans von japanischem Pop und fröhlicherer Tanzmusik im Eurobeat-Stil sicherlich ansprechen. Das gilt auch für "The Sign", wo ein sprudelnder Refrain überraschend die minimalistischen Strophen im 90er-Stil ablöst.
In "Hot Love" schaltet LISA einen Gang runter und blüht in dem Ne-Yo-esken, urbanen Lied mit überwiegend englischen Lyrics richtig auf. In aller Kürze geht es darum, auszugehen und dabei - Überraschung! - hot love zu finden. LISA gelingt es, diese Botschaft in einer leichtfüßige Melodie und dem süßen Text zu verpacken, übermittelt treffend die Atmosphäre einer solchen Partynacht und scheint wirklich in ihrem Element zu sein. Und während es interessant ist, dass LISA diverse Genres erkundet, weiß ein bisschen old school Sound der Sängerin durchaus zu gefallen. In "One More Song" lässt LISA die pulsierenden House-Beats für eine Weile ruhen und präsentiert eine ruhige, sentimentale und ebenso klischeebeladene Popballade mit leichten R&B-Einflüssen. Das Lied haut einen nicht wirklich vom Hocker, allerdings ermöglichen die harmonische Melodie und der gefühlvolle Refrain nach vier kraftvollen Tracks die benötigte Verschnaufpause und LISA trägt - ihrem zurückhaltenden Gesang sei Dank - glücklicherweise nicht zu dick auf. Nach diesem seichten Stück wirkt die Sache abgerundet, aber ein Lied gibt es da noch, den Bonustrack "Babylon no Kiseki -wall5 remix-", eine gelungene Neuauflage ihres 2002er-Hits, der wesentlich erwachsener daherkommt als manch anderes Stück auf diesem Album und eine andere Seite LISAs zeigt. Leider geht ihre Stimme hier angesichts der dominanten Instrumentierung und mangels Wiedererkennungswert unter.
Insgesamt kann man sagen, dass LISA sich mit ihrem neuen Stil offensichtlich sehr wohl fühlt und authentisch rüberkommt. Trotzdem wird sie sich in Zukunft sicherlich an weiteren Musikstilen versuchen und das wird zweifelsohne interessant werden. "got that fever" symbolisiert einen Schritt in die richtige Richtung, dem Mini-Album fehlt es allerdings an Highlights und Entschlossenheit, als wahren House oder Electro kann man das Ganze nicht beschreiben, da die meisten Tracks neben den erwachseneren, düsteren Strophen überkitschige Poprefrains beinhalten - und manchmal funktioniert diese eigenwillige Mischung eben nicht. Fans von fröhlicheren Clubsounds sollten LISA aber definitiv im Auge behalten.












