Biografie-Spezial: D'espairsRay Teil 1

file - 09.09.2009 08:54

Zum 10. gibt's ein "kleines" Spezial in drei Teilen. Zum Auftakt präsentieren wir einen Einblick in die ersten sechs Jahre der Bandgeschichte D'espairsRays.

Teil 1 - Die Band und ihre Geschichte
Jahre 1999 - 2005



1999/2000
Der 9. September 1999 gilt als Geburtstunde von +DéspairsRay+. Man könnte fast sagen, dass ihnen das Timing mehr als nur hold gewesen ist, denn kurz zuvor lösten sich die vorherigen Bands der vier jungen Männer auf. Kennen gelernt haben sich HIZUMI (Vocal), KARYU (Gitarre), 零-ZERO- (Bass) und TSUKASA (Drums) in der Oberstufe. Die Initiative zu dieser Kombo ging allerdings von Gitarrist KARYU aus. Für die Sparte des Visual Kei haben sie sich ganz bewusst entschieden - sie putzen sich nach eigener Aussage sehr gerne fein raus, die Szene bietet ihnen da den perfekten Nährboden und Spielplatz für ihre eigene Rebellion und natürlich die Musik. KARYU lud die drei Musiker nach Tokyo ein, verschwieg dabei allerdings, dass er sie in einem Studio treffen würde. Prompt fanden sie sich in den ersten Aufnahmen wieder und so gingen sie auf Schnupperkurs in dieser und ein paar nachfolgenden Jam-Sessions. Außerdem legten sie in dieser ersten Nacht auch die musikalische Richtung für die nächste Zeit fest. Offenbar stimmte die Chemie auf dem musikalischen Sektor und so nahmen sie ziemlich schnell das Demotape "ao" (zu Deutsch: Blau) auf, welches im Dezember 1999 auf diversen Konzerten verteilt wurde. Zuvor jedoch, genauer am 24. September, gaben +DéspairsRay+ ihr allererstes Konzert in der Takadanobaba AREA (der damaligen Hochburg) und spielten dort vor rund zehn Leuten, die Zahl ihrer Besucher wuchs danach aber stetig an.

Voller Tatendrang schrieben sie weitere Lieder im Stil des Industrial und brachten Ende Januar 2000 gleich zwei Demotapes unter die Leute: "[S] yste [M]" und "Sakura". Letztgenannter Song fand sich am 3. Mai desselben Jahres auch auf dem Omnibus-Tape "SouNDBeast" wieder. AN EXPERIMENT OF A HUMAN BODY - das war der Name einer Tour, die sie ab dem 25. Juli bis zum 26. September hinein absolvierten. Im selben Monat wurde Tape Nummer vier namens "RAZØR" fertig. Etwa vier Wochen später erschien bei XXX-Records, einem Sublabel von Speed-disk, ihre erste Indies-Single "[Kumo]" (zu Deutsch: Spinne). Ihr visueller Look zu jener Zeit wurde von schwarzem und rotem Lack mit Spitze geprägt, dazu hatten sie sich extrem blass geschminkt, die Augen jedoch mit farbigen Kontaktlinsen oder starker farbiger Umrandung betont, auch Stachelhalsbänder und ähnliche Accessoires wurden getragen. Das Release wurde von einer kurzen Tour begleitet, welche am 29. Oktober im Ikebukuro CYBER begann und am 17. Dezember in der Takadanobaba AREA endete. Gegen Ende des Jahres tauchten sie außerdem noch auf der Omnibus-Scheibe "HYSTERIC MEDIA ZONE" auf. Und nur wenige Tage später fand der letzte Gig des Jahres statt - am 31. und einmal mehr in der AREA.

2001
Der 10. Februar 2001 schlägt mit einem Gig im Nagoya BOTTOM LINE zu Buche. Jenes Konzert war der Anfang einer kurzen, aus insgesamt vier Terminen bestehenden Tour, die am 12. März ihr jähes Ende fand. Noch nicht einmal sieben Tage danach stand die Promotour zur neuen Single in den Startlöchern. Als diese zu Ende war, dauerte es bis zum Release noch immer ein paar Tage. Allerdings standen im neuen Jahr selbstverständlich auch ein paar Aufnahmen im Studio zur Debatte - sie werkelten an ihrer zweiten Single. "-genwaku-" (zu Deutsch: blenden oder verwirren), so der Titel des Werkes. Diese Scheibe war ihre erste und bislang einzige Single, deren Erstpressung von 1.000 Stück allein schon durch die Vorbestellungen ausverkauft war. Das Label reagierte darauf allerdings prompt und so kamen am 1. April nicht nur die Erst- und Zweitpressung der Single heraus, sondern auch die Zweitpressung ihrer ersten Single. Bereits in diesem frühen Stadium manifestierte sich der Wunsch in ihnen, einmal im Ausland aufzutreten, allerdings trauten sie es sich damals noch nicht. Vor dem Release tourten sie erst einmal ein wenig, meist traten sie hierbei in der Takadanobaba AREA auf, ehe sie dann kurz nach dem Release, am 7. April um genau zu sein, noch ein gesondertes Konzert in eben erwähnter Halle gaben. Es gab kaum eine Pause, und so fanden gegen Ende April und Mitte Mai erneute Konzerte im Raum Tokyo statt. Am 1. Mai eröffnete außerdem ihre "semioffizielle" Homepage murder freaks die virtuellen Pforten.

Im Sommer fanden darüber hinaus weitere Konzerte statt: am 29. Juni ein Gig in der heiß geliebten Takadanobaba AREA und am 12. Juli ein Three-Man Konzert im Meguro-Rock-May-Kan. Am 19. Juli gab es dann eine Premiere: +DéspairsRay+ veranstalteten ihr erstes selbst organisiertes Konzert mit Namen [D]eep69[R]ed und mal wieder fand das Ganze in der Takadanobaba AREA statt. Abseits der Konzerte verbrachten sie ein paar Stunden im Tonstudio und hauchten ihrem neuen Baby Leben ein. Das Ergebnis könnte man als aufrührerisch und extrem provozierend bezeichnen. Es war ihr im Juli erschienenes erstes Mini-Album "-TERRORS-" - nirgendwo sonst haben die vier Musiker Gestapo-Rufe in ihre Songs eingearbeitet oder einen provokanteren Songtitel wie "Facism" vergeben. Die zugehörige Promotour mit dem Titel Tour - Nine TERROR SEEDS - begann am 19. Juli in der Takadanobaba AREA und führte über Nagoya, Hiroshima, Sendai und Osaka und endete mit dem ersten One-Man +DéspairsRay+s am 29. August in der Takadanobaba AREA. Als kleines Dankeschön gab es auf dem Abschluss-One-Man mit dem gesonderten Titel Sixth TERROR direkt die gleichnamige Single mit nach Hause, die mit dem ersten balladesken Song namens "[Monokuro] ni natta saigo no hi" begeisterte, in dem KARYU für seine Komposition ebenso auf eine Akustikgitarre zurückgriff. Mit dem neuen Album änderte sich ebenso ihr Look ein wenig - noch wilder und finsterer. Ganz besonders stach 零-ZERO-s Äußeres hervor: Die orange-blonden, schulterlangen Haare wichen blau-schwarzen Extensions und einer kahlrasierten Seite. Die Kleidung war aber auch diesmal betont dunkel (schwarzer Lack oder zerschlissener, schwarzer Stoff mit zugehörigen Accessoires), während die Gesichter der Bandmitglieder sich durch elegante Blässe auszeichneten.

Im ereignisreichen Sommer bis in den Winter hinein fanden immer mal wieder kleinere und teilweise ausverkaufte Konzerte in Tokyo, Yokohama, Nagoya oder Sendai statt. Mit dem 29. November fand sogar noch ein Two-Man im Meguro-Rock-May-Kan seinen Weg in die lange Liste der Lives - nur, um am 31. Dezember vom stylish wave COUNT DOWN'01-'02 in der Yokohama Bay Hall getoppt zu werden.

2002
Im neuen Jahr, genauer am 19. Januar 2002, konnte sich die beständig wachsende Schar ihrer Manias (so tauften sie ihre Fans) über das zweite -[D]eep69[R]ed vol.2- Event in der Takadanobaba AREA freuen, dem nur wenige Tage später das kurz zuvor fertig gestellte und streng limitierte Tape "Ura mania theater" (1.000 Stück) folgte. Die Kassette war das erste Release unter ihrem eigenen Label MANIAC RECORDS. Für dessen Optik hatten sich die vier etwas ganz besonderes einfallen lassen. Es erschien in einer VHS-Hülle und das Tape selbst befand sich in einer Videokassette aus Pappe. Auf dem Tape fand sich neben "Valentine" ebenso eine neue, leicht veränderte Version von "[Monokuro] ni natta saigo no hi", in der so genannten Maniabreak Ver. An das Release schloss sich ihre tour [mania theater] an. Diese umspannte neun Konzerte, wobei das Tourfinale am 9. März in der Osaka MUSE HALL stattfand. In das Netz eingewoben war noch ein Event von Like an Edison am 23. Februar. So gegensätzlich wie die beiden Songs auf dem Tape war auch ihr zugehöriger Look gewesen. Helle Haarfarben, mädchenhafte Frisuren, Make-up, lange künstliche Fingernägel und Lackkostüme, die mit viel Pelz oder Netzoberteilen besetzt waren. Weitere Konzerte folgten noch im selben Monat, wie in den beiden darauf folgenden.

Die erste Tourdoku erschien dann im Mai auf VHS und ließ den Fan einen ersten Blick hinter die Kulissen dieser außergewöhnlichen Band werfen. Unterdessen liefen vom 1. bis zum 8. Mai die Aufnahmen zur neuen Single. Ferner fand am 29. Mai das One-Man SEXUAL BEAST im Shibuya ON AIR WEST statt. Am 5. Juni erschien dann nicht nur ihre neue Scheibe "SEXUAL BEAST" (auf 2.000 Stück limitiert), sondern ebenso die zweite Auflage ihres ersten Mini-Albums. Im Innenteil der Single konnte der Fan Illustrationen von 零-ZERO- bestaunen, bei denen er sich selbst und seine Kollegen bei deren Lieblingsbeschäftigungen im Mangastil porträtierte: So sieht man HIZUMI zum Beispiel aus einem Höhleneingang hervorlugen, KARYU, der wie eine Fledermaus kopfüber von einem Baum herunterhängt, 零-ZERO-, der in einem goldenen Käfig gefangen ist, und TSUKASA an der Staffelei, bewaffnet mit Pinsel und Mischpalette. Vor und nach dem Release der Single fanden kleinere Konzerte mit Syndrome und Nightmare statt. Die Haarfarben waren geblieben auch ihr Hang zu schwarzen Lackklamotten, allerdings setzten sie sich trotz heller Attribute gewohnt finster in Szene. 零-ZERO- schien sich jedoch mit dem mädchenhaften Äußeren angefreundet zu haben, denn erneut sah er einer Frau zum Verwechseln ähnlich.

Nur einen Monat später (im Juli) stand bereits die Zweitpressung von "SEXUAL BEAST" in den Ladenregalen. Premiere feierte im zugehörigen Booklet KARYUs schwarzer Kater Ryutarou. Pate für das Shooting standen das Märchenreich und dessen farbenprächtige Fantasiewelten und Kostüme: HIZUMI als grün geschupptes Monster, KARYU gehüllt in ein schwarzes Samtoutfit mit passendem Hut vor einer brodelnden Hexenküche, 零-ZERO- mit dunklen Haaren und eigenwilligen Handschuhen als Schneewittchen mit dem berühmten roten Apfel und TSUKASA hatte sich als Harlekin kostümiert.

Vom 23. Juli bis zum 18. August dauerten die Aufnahmen für ihre Omnibus-Single an. Der Sommer wurde von einer kurzen Tour begleitet - unter der sich auch diverse Two-Mans mit Syndrome oder deadman und ein von der Takadanobaba AREA organisiertes Event mit vielen anderen Künstlern befanden - und am 8. September folgte in gleich zwei Versionen eben erwähnte Single "Ori no naka de miru yume" (limitiert auf 3.000 Stück und heißt sinngemäß: Den Traum im inneren des Käfigs sehen), bei welcher erstmals +DéspairsRay+s Alter Ego Band ANIMAL MANIA mit einem Track vertreten war.

ANIMAL MANIA begann als eine Art Gag, konnte sich wegen unausgereifter Konzeption jedoch nicht allzu lange behaupten. Die vier konnten sich schlecht einig werden, wer welches Instrument spielen sollte oder wer singen sollte. In diversen Zugaben kamen die Jungs in Tierkostümen auf die Bühne und performten ein, zwei Songs. Hin und wieder klappte der Rollentausch, zumeist blieb aber jeder auf seiner Position. Sie trugen alle dieselben Namen, allerdings immer mit dem Zusatz "Animal" (zum Beispiel: HIZUMI-Animal). Im September und Oktober präsentierten sie sich gemeinsam mit vielen anderen Künstlern auf zwei Omnibus-Alben: "SHOCK JAM CD Edition.1" und "Shock Edge 2002" und auf kleineren Konzerten. Wobei das im September erschienene Album mehr als Sonderedition angesehen werden kann, bei der der Fan neben einer CD auch ein Fotobuch und ein paar Sticker erhielt.

Anfang November lud erneut die Takadanobaba AREA zum Spiel ein, Mitte desselben Monats standen +DéspairsRay+ neben Iroha, ViViD, S und vielen anderen Künstlern im Sapporo Pennyland auf der Bühne und am 23. standen sie mit den Genrekollegen Nightmare, NUDE, Doremidan, PERSONA und Kra in der Kyoto MUSE HALL auf den Brettern, die ihnen die Welt bedeuten. Ende November glänzte die Band zudem mit dem ausverkauften Event Chikashitsu de mania-tachi mikkai im Meguro-Rock-May-Kan. Fast den gesamten Dezember hindurch waren sie an der Tourfront unterwegs, lediglich vom 8. bis zum 11. unterbrochen von den Aufnahmen zur nahenden Single. Selbst zwei Big-Events fanden sich im Tourplan des Dezembers wieder, das letzte des Jahres am 28. Dezember im ON AIR OSAKA.

2003
Um den Jahreswechsel herum machte sich die Gruppe auch erstmals ernsthafte Gedanken über eine mögliche Trennung. Es herrschte Uneinigkeit über den künftigen Musikstil und ob ihre Fans diesen mögen würden oder nicht - KARYU beschrieb diese als harte Zeit. Sie rauften sich jedoch zusammen und legten eine neue Richtlinie für die Zukunft fest. Daher kann man ohne zu übertreiben sagen, dass das Jahr 2003 für +DéspairsRay+ wohl ein sehr emotionales gewesen ist - voller Umbrüche und Entscheidungen. Heutzutage (oder vielmehr seit 2006) sitzen sie oft gemeinsam an einem runden Tisch und sprechen ganz offen über ihre Vorstellungen, den Kompositionsprozess, die Songtexte und auch sonstige Gedanken - jeder darf Vorschläge einbringen, man kann also durchaus behaupten, dass die heutigen Songs vom Geist und Einfluss aller Mitglieder durchdrungen sind. Und noch etwas hat sich seit damals verändert: stand früher die Verbesserung oder Veränderung der Lieder noch deutlich im Vordergrund (darum sind manche im neuen Glanz wieder erstrahlt), so lässt man heute größtenteils von solchen Plänen ab.

Neben weiteren Studioaufnahmen, verbrachten +DéspairsRay+ auch wieder viel Zeit bei diversen Konzerten und Events mit mehreren Künstlern. Nach der Aussprache (um den Februar herum) lief bereits wieder alles in geregelten Bahnen: Die Manias durften sich im Januar nicht nur über das zweite "Ura Video" freuen, sondern auch über die so genannte Secret Single "Itanji" (sinngemäß: Kind der Ketzerei). Die Besonderheit an dieser Single war ihre schlichte Aufmachung und die Tatsache, dass kein Künstlername oder der Name des Songschreibers enthüllt wurde. Man fand dort lediglich ein paar Fragezeichen vor. Die Single konnten die Manias damals kostenlos von einem Konzert mitnehmen. Interessanterweise erschien eben diese Single nur einen Monat später unter einem anderen Namen und mit drei weiteren Tracks versehen als "MaVERiCK" (immerhin schon auf 5.000 Stück limitiert) - jene Single, die die vier immer wieder als ihre Single des musikalischen Stilwandels beschreiben. Der Wechsel schien auch ihren Fans zu gefallen, denn nur einen Monat später musste diese neu aufgelegt werden. Selbst ein kleiner, unscheinbarer Aufdruck auf der Single scheint dies zu bestätigen: "Existence is proved now here." Die Fertigstellung erfolgte zwischen dem 13. und 22. Januar.

Die erste schwere Krise schien überwunden! Die erste große landesweite Tour mit dem unheilschwangeren Titel -Pregnancy eight months- schloss sich an das Release an, bei der die Jungs selbst noch kräftig die Werbetrommel rührten, in dem sie kleinere Interviews gaben oder Promoplakate an Türen und Regale von diversen CD-Shops hefteten. Zeuge dessen kann man in einer weiteren Tourdoku werden, bei der einem aber auch schnell klar wird, dass die vier jungen Männer auch abseits der Bühne viel Spaß miteinander haben, sei es bei gemeinsamen Saufgelagen oder in der Spielhölle. Vom 14. Februar bis zum 3. April waren sie unterwegs. Visuell verbannte man nach und nach den Lack und machte Kostümen von Coeur de Roi platz - viel Schnüre, schwarzer Stoff und in HIZUMIs Fall viel nackte Haut.

Ohne Unterlass ging es am 27. April mit dem ersten One-Man im LIQUIDROOM in Shinjuku weiter - wo sie in der Zugabe unter anderem als KARYU.H Zungle with T.com in folgender Aufstellung auf der Bühne standen: KARYU (Gesang), 零-ZERO- (Gitarre), HIZUMI (Bass) und TSUKASA nach wie vor am Schlagzeug. Nur wenige Tage später ging es erneut auf die Piste.

Am 5. Mai traten sie im Fernsehen auf: Bei Hot Wave im Saitama TV, um Werbung für die Zweitpressung von "MaVERiCK" zu machen. Außerdem richteten sie am 23. erneut ihr Mania-tachi chikashitsu de mikkai vol.3 in der Takadanobaba AREA aus. Ende Mai standen sie auf dem stylish wave'03 Mega Force in der Shibuya Kokaidou auf der Bühne.

Nur wenige Konzerte später, am 19. Juni, konnte man sie bei einem Two-Man mit Schwarz Stein in der Takadanobaba AREA erleben. Und so ging es den Sommer hindurch weiter: Vom 17. Juli bis zum 2. August stand ihre Mania no JIN Tour auf dem Plan, die parallel noch von der am 22. Juli begonnenen stylish wave'03 Natsu no JIN Tour begleitet wurde, daran schloss sich ihre kurze Tour ~Doom & Gloom~ an (13., 20. September und 2. Oktober). Für die Arbeiten im Studio blieb bei diesem vollen Tourplan natürlich nur wenig Zeit, aber dennoch kündigte die Gruppe eine neue Veröffentlichung namens "Gärnet" an. Bevor besagte Single allerdings ihren Weg in die Läden fand, stand erst einmal die erste Veröffentlichung der "Zy.FORCE"-Reihe an. Auf dieser auf 2.000 Stück limitierten Scheibe fanden sich Ausschnitte aus dem am 2. August stattgefundenen stylish wave'03 Natsu no JIN Event. Am 12. November war es dann soweit, die Single stand in den Ladenregalen und eroberte auf Anhieb den ersten Platz der Oricon Indiecharts.

Drei kleine Veränderungen gab es allerdings noch Bandintern: die Schreibweise des Namens unterzog sich einem kleinen aber feinen Wandel - aus +DéspairsRay+ wurden einfach nur DéspairsRay, sie wechselten zu SWEET-HEART Co., LTD., einem Sublabel von UNIVERSAL MUSIC und ihre endgültige Webseite ging online. Ihre erste wurde allerdings erst Ende 2004 offline genommen. Nahezu zeitgleich standen sie zum ersten Mal für ein Musikvideo vor der Kamera. Kostümtechnisch kehrte die Band wieder zu schwarzem, engem Lack und dunklen Farben zurück. Allerdings wurden die Augen weit weniger mit Make-up betont, lediglich die Farbe der Iris wurde zumeist hinter dem weiß der Kontaktlinsen versteckt und erschuf einen unheimlichen visuellen Charakter - passend zum düsteren Sound der Single.

Das Release wurde wie üblich in eine Reihe aus Eventauftritten eingebettet - ein allerletztes Event und das vermutlich größte für die Band stand am 28. Dezember an - das Beauti-fool's Fest 03 in der TOKYO BAY NK HALL mit Genrekollegen wie miyavi, deadman, Gazette und vielen anderen.

2004
Ein turbulentes Jahr war zu Ende gegangen und ein neues, aufregendes wartete bereits auf die vier Musiker. Ein paar Gigs und diverse Auftritte auf Events durchzogen die ersten vier Monate von 2004, darunter ihre One-Man Tour Garnet... ~Sennou shite xx e~ oder ihre Teilnahme am stylish wave CIRCUIT'04. Sie fanden jedoch genügend Zeit für ihre Studioaufnahmen und werkelten fleißig an ihrem zweiten Mini-Album. "BORN" erschien am 28. April und glänzte in seiner limitierten Auflage nicht nur mit dem PV auf der Bonus DVD, sondern auch mit einem zusätzlichen Track. Ferner konnten sie SUGIZO (LUNA SEA) für die Aufnahmen gewinnen, dieser spielte für sie im Song "Marry of the blood" das Violinenintro. Selbstverständlich war das Release in eine weitere Tournee (DEEP SWEET INSIDE 04) von Konzerten und diversen Events eingebettet worden. Die Haare wurden - dank Extensions - länger und bekamen etwas Farbe, selbst die Songs auf dem Album wurden facettenreicher. Neben dem schon erwähnten "Marry of the blood", fanden sich mit dem Titeltrack "BORN", "quarter void" und "Yami ni furu kiseki" (dem zweiten balladesken Vertreter) deutlich melodischere Titel auf dem Album wieder.

Und noch bevor am 21. Juli die Zweitpressung des Albums erschien, wovon der Song "murder freaks" in leicht abgewandelter Form auf der Scheibe gefunden werden konnte, drehten sie ihr zweites Musikvideo: "BORN". Wild, düster und unheilschwanger räkelten und rockten sich HIZUMI, Karyu, ZERO und TSUKASA im Clip in einem von Nebel durchzogenen Tunnel. Von August bis Mitte September stand dann eine weitere Tour auf dem Programm. Mittendrin ihre Performance auf dem LIKE AN EDISON PRESENTS "EDISIDE~Tokyo sen~", wo sie am 16. August neben An Cafe, Vidoll, Fatima, Shulla, D und alice nine. das Shibuya O-EAST rockten. Das oben erwähnte Musikvideo fand seinen Weg auf die limitierte Pressung der nächsten Veröffentlichung namens "-GEMINI-".

Die Single, die am 1. September erschien, schaffte es auf Platz 2 der Indiecharts. Die beiden Songs "[Fuyuu shita risou]" und "Reddish -DIVA version-" behandeln beide das Thema Sommer, jedoch als "ryoukyokutan" also als zwei Extreme. Jeder Song bzw. Komponist erarbeitete das Thema auf seine Weise: Während Karyus aggressives "[Fuyuu shita risou]" ein Gefühl des Offenen hinterlässt (der Sommerzeit im Freien sozusagen), widmete sich TSUKASA dem Sommergefühl in den geschlossenen Räumen. Ferner war "-GEMINI-" die erste Single, die gleich in zwei Varianten auf den Markt drängte: Einer limitierten mit Bonus DVD (siehe oben) und der regulären CD-only Fassung. Eine zusätzliche Conceptual One-Man Tour schloss sich an. Diese wurde von DéspairsRay in drei eigene Konzerte aufgeschlüsselt: dem Bloody marry Day am 16. September im OSAKA MUSE, dem Furachi na toiki Day am 17. im Nagoya ell.FITS ALL und dem murder Day am 23. im LIQUIDROOM ebisu (Tokyo).

Kurz darauf gingen sie ein großes Wagnis ein, denn sie wagten den Schritt ins Ausland! Am 30. Oktober rockten sie, im Rahmen des eigens ausgewählten Tourneetitels Wollust ward dem Wurm gegeben, Berlin und nur einen Tag danach war Paris an der Reihe. Die beiden ausverkauften Gigs wurden so stürmisch von beiden Parteien aufgenommen, dass für DéspairsRay schnell feststand: "Wir kommen wieder!" Auch wenn sie nur zwei Tage im Ausland verbrachten und dort spielten, konnten sie auf diesen beiden Gigs unzählige neue und berauschende Eindrücke sammeln, die wiederum Karyu und TSUKASA zu neuen Musikstücken inspirierten. Ferner erlebten sie durch die EU-Tour ein ganz neues Gefühl: Sie fühlten sich endlich wirklich! Die europäischen Besucher bekamen eine optisch düstere, androgyne, charismatische und energetische Band zu Gesicht - schwarze und rote Kostüme sowie vorwiegend weiße Kontaktlinsen prägten das Äußere DéspairsRays. Man könnte sagen, dass DéspairsRay mit ihrem Mut ihre Liveaktivitäten auf das Ausland auszudehnen, wahre Pionierarbeit geleistet haben - seit ihrem erfolgreichen Auftritt im Ausland folgten zahlreiche andere Bands ihrem Beispiel.

Am 20. November freute sich die Schar der Manias über das Chikashitsu de mania-tachi mikkai in der Takadanobaba AREA, außerdem fand sechs Tage später noch eines in Kyoto statt. Im Dezember, genauer am 15. Dezember, spielte das Vierergespann im Kawasaki CLUB CITTA'.

2005
"Nägel mit Köpfen machen" (oder einfach nur auf den Geschmack gekommen) war wohl der Grundgedanke im Jahr 2005. Anders kann man den Arbeitseifer im Ausland nicht mehr beschreiben. Bevor es jedoch losging, durften sich zuvor noch die einheimischen Fans über einen Gig am 7. Januar im Shibuya O-WEST freuen. Das Frühjahr - die Lieblingsjahreszeit der Gruppe - stand im Zeichen der Studioaufnahmen, denn das frisch gesammelte Material wollte ja vertont werden. Heraus kam dabei ihr erstes Full Album "[Coll:set]", welches voller neuer Sounds steckte. Ehe es jedoch soweit war, erschien am 1. April erst einmal die Live DVD zu ihrem murder Day Konzert vom Vorjahr, die erste Live DVD wohl gemerkt. Ferner fanden vor dem Release noch zwei Tourneen statt. Die erste Tour unter dem Titel One-man Live Tour 2005 [fifth Coll:set] bestand aus fünf Gigs, begann am 15. Mai im Sendai Hook und endete am 28. Mai im Shibuya O-EAST. Bei Tour Nummer zwei durften sich die Amerikaner über vier Konzerte freuen. Die US Tour 2005 -Infectious I Mania- startete am 30. Mai in San Jose und nur wenige Tage später endete der erste Ausflug in die USA auch schon mit gleich zwei Konzerten am 2. und 4. Juni in Dallas, Texas. Immer an ihrer Seite, ihr Manager Naoya Sato - ein Mann mit dem sie Pferde stehlen konnten und der viele ihre Blödheiten mitmachte. Besonders während der US-Tourneen wurde dies sehr deutlich.

Diese erste US-Tour trug allerdings noch ganz andere Früchte: Die vier Jungs von DéspairsRay konnten mit den beiden US-Bands TRASH LIGHT VISION und soundevice (neben denen sie in diversen Städten auf der Bühne standen) starke freundschaftliche Bande knüpfen. Und dann, am 15. Juni, war es endlich so weit, die limitierte Pressung mit speziellem Booklet und in Sonderaufmachung von "[Coll:set]" wurde endlich veröffentlicht. Der Hörer fand sich in einer ganz neuen Klangwelt wieder: Mit unerwartet abwechslungs- und facettenreichen Songs wie "“Forbidden“" oder dem Gemeinschaftswerk "Tainted World", an dem die vier erstmals gemeinsam an den Lyrics gearbeitet hatten. Zum Albumrelease gab es für den richtigen Durchblick weiße wie blaue Kontaktlinsen und schwarze Satin- und Spitzenkostüme. Durch ihre Kleidung und bestimmten Songs wie "in vain" wurden sie musikalisch schnell dem Gothicrock zugeschrieben (auch wenn dies durchaus schon zuvor der Fall gewesen, so bekräftigte "[Coll:set]" nun diesen Eindruck). Dabei haben sich die vier bis heute eigentlich weniger mit der Richtung "Gothic" beschäftigt bzw. auseinandergesetzt. Zwei Wochen später brachten DéspairsRay auch die reguläre Version heraus, die es auf Platz 8 der Indies-Albumcharts schaffte. Die so genannte Premium One-man Tour [Secret Coll:set] schloss sich ab dem 29. Juli an, umfasste vier Gigs und fand am 2. August auch schon ein jähes Ende. Dazwischen versteckt - am 30. Juli - war noch ihre Performance auf dem stylish wave CIRCUIT'05 Manatsu no kyou en im Kawasaki CLUB CITTA'.

Nur einen Tag später standen sie jedoch mit Gargoyle auf der Bühne und ab dem 8. August mit D. Beim Tourfinale, sofern man es als solches bezeichnen kann, da es sich um die Mad tea party vol.7 (einem von D organisierten Event) handelte, rockten sie gemeinsam mit D, Vidoll und Phantasmagoria den LIQUIDROOM ebisu. Der 17. September schlug mit ihrem Auftritt auf dem SWEET EXTRA 2005 -ON THE BORDER- zu Buche, welches an jenem Tag im SHIBUYA-AX stattfand. Offenbar hatten die vier auch in diesem Bereich Blut geleckt, denn am 6. Oktober starteten sie die kagerou x DéspairsRay COUPLING TOUR 2005~Ryuugai no kannou~ in Kawasaki. Mitte des Monats fand die Zweitpressung ihrer Erfolgssingle "Gärnet" ihren Weg in die Plattenläden. Außerdem bereisten sie gegen Ende jenes Monats im Doppelpack - mit kagerou - auch die europäischen Gefilde und statteten am 21. München und am 23. Paris einen Besuch ab. Zusätzlich dazu unterschrieben sie bei dieser Gelegenheit gleich noch einen Vertrag mit Gan-Shin, dem deutschen J-Rock Label schlechthin. Der Grundstein für die Eroberung der Welt war gelegt! Sie gönnten sich gerade einmal vier Tage Ruhe, ehe mit der nächsten US Tour, der -Infectious Mania Act II-, schon die nächste Reise ins Ausland auf dem Programm stand, wo sie die Westküste abgrasten. Mit der längeren Tour, in der sie die meiste Zeit gemeinsam in einen Tourbus gezwängt verbrachten, stärkte sich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und sie machten eine Wandlung durch. Sahen sie zuvor bei den anderen Mitgliedern immer nur die negativen Aspekte, so fingen sie langsam aber sicher damit an, die Vorzüge ihrer Bandkollegen zu entdecken. Letztendlich förderte dies die Sympathie füreinander, sie wuchsen weiter zusammen und diverse Trennungsgedanken, die bis zu jener Tour wie ein drohendes Damoklesschwert über ihnen schwebten, lösten sich in Luft auf.

In Japan erschien derweil die "SHOCK WAVE CD the SELECT" - ein Best of aus den verschiedenen "Shock Edge" und "Shock JAM"-Scheiben. DéspairsRay waren auf dem Ende Oktober erschienenen Album mit ihrem dynamisch aggressiven "[Tatoeba] kimi... ga... shinda... ra" vertreten.

Erst Anfang November kehrten sie in ihre Heimat, ins Studio und auf die Bretter der Konzerthäuser zurück. In den engen Zeitplan war das Three-Man-Event THREE IN THE BLACK eingewoben worden. Hier traten sie am 14. November im Shibuya O-EAST neben ISABELLE und Közi auf. Der Tournee folgten Ende Dezember Events wie das -Degrade to Maniac- mit Phantasmagoria (ein Coupling Live) und das BEAT SHUFFLE LIVE SIDE 2005 ~7th Anniversary~, wo sie neben Künstlern wie MUCC, Nightmare, Sid und Merry im Rampenlicht standen. Doch der Highlights noch nicht genug, stand am 30. Dezember noch ein letzter Gig in der Omiya Sonic City an.


In Kürze geht es mit den Jahren 2006 bis heute weiter.
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