Nightmare - Killer Show

review - 20.07.2008 14:00

Eine Review zum neusten Release der VK-Band.

Künstler: Nightmare
Titel: Killer Show
Typ: Album
Stil: J-Rock, Punkrock, melodischer Rock
Veröffentlichung: 21.05.2008 (Japan)
Wertung: 9/10

Tracklist:

01 Pandora
02 DIRTY
03 the LAST SHOW
04 TrickSTAR
05 Mebius no yuuutsu
06 Konoha
07 Raison d'être
08 WORST
09 Djaïnism batsu
10 General
11 White Room
12 cloudy dayz
13 Yasoukyoku


Am 21.5. diesen Jahres erschien mit "Killer Show" das lang erwartete Album von Nightmare. Die Band um Frontman Yomi hat sich über ein Jahr Zeit gelassen, um ein neues und überraschendes Album präsentieren zu können. Wie üblich ist das Album in drei Versionen erhältlich: Normal Edition, Limited Edition with DVD und Limited Edition with Photobook + DVD. Bereits das Cover von "Killer Show" zeigt, dass es sich diese Platte von den bisherigen Nightmare Alben unterscheidet: Statt aufwändiger Artworks und gemalten Tribals sind auf diesem Cover Bilder zu sehen, wahlweise von Tigern oder Marionetten.

Yomi, Sakito, Ni~ya, Hitsugi und Drummer Ruka haben im letzten Jahr erfolgreiche Touren in Japan gespielt und zum ersten Mal in ihrer Karriere das renommierte Budokan gefüllt (dieses Konzert ist vor kurzem unter dem Titel "5 Star Night at Nippon Budokan" auf DVD erschienen). Überzeugten sie auf dieser Tour noch mit ihrem typischen Mix aus Punk und melodischem Rock, sowie der einzigartigen Stimme ihres Sängers, so schlagen sie mit diesem Album ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte auf.

Der Opener "Pandora" klingt so gar nicht nach Nightmare - Yomis Stimme erinnert eher an die Vocals bei Malice Mizer, ruhig, ausgeglichen, viel Vibrato, insgesamt weist der Track (rein stimmlich) wenige von den spielerischen, unerfahrenen Spuren auf, die man bei den Vorgängeralben noch heraushören konnte. Auch musikalisch hat die Band einen großen Fortschritt gemacht. So klingen die Gitarren viel sicherer, präziser und der Bass wird angenehm hervorgehoben. Als zweites Lied folgt "DIRTY", das letztes Jahr bereits als Single erschien. Das "Nightmare-Feeling" kommt dank Hitsugis Deathvoice bei diesem Lied ziemlich schnell auf. Während der Strophen treten die beiden Gitarristen eher in den Hintergrund, lediglich die Rhythmusgruppe begleitet Yomis Stimme bei der Überleitung von der Strophe in den Refrain. Leadgitarrist Sakito darf sein Können bei einem schrillen Solo unter Beweis stellen – viel Verzerrer und schnelle Wechsel, dafür ist er schließlich bekannt.

"the Last Show" überrascht mit einem Jazz-Intro und Einflüssen aus derselben Musikrichtung. Eine angenehme Mischung aus Big Band-Feeling und Rock-up-tempo-Nummer und eindeutig eines der Highlights des Albums. Yomis Stimme klingt während der Strophen wie ausgewechselt, rockiger, kratziger als sonst und trotzdem nicht unharmonisch. Ziemlich genial sind außerdem die Performances von Bassist Ni~ya und Drummer Ruka, die in diesem Song fast mehr auffallen, als die Vocals selbst. "TrickSTAR" beginnt mit einem kleinen Drumsolo und verwandelt sich dann in einen Song, der eigentlich repräsentativ für das ganze Album steht. Wenn man jemandem den Sound von "Killer Show" erklären will, muss man ihm eigentlich nur diesen Song vorspielen. Schnelle Riffs, weicher, aber gleichzeitig rockiger Gesang und eingängige Melodien. Besonders ansprechend ist bei diesem Song der interessante Melodieverlauf, der sofort ins Ohr geht und der Rhythmus, der den Hörer sogleich mitreißt.

Als nächstes folgt "Moebius no yuutsu" - wenn man nicht wüsste, dass man sich gerade ein Nightmare Album anhört, und man die Vocals mal ausblendet, könnte man fast meinen, man sei auf einer Platte von Merry gelandet. Dieser typische Mix aus Blues, Jazz und Punkelementen und der unverwechselbare Rhythmus gleichen sich fast schon haargenau. Lediglich Yomis Stimme und die harmonische Melodie erinnern daran, von wem der Track eigentlich ist, und das Lied hat durchaus Potential und macht richtig Laune.

Track 6 ist die im März 2007 veröffentlichte Single "Konoha". Der Song kann ein ziemlich schönes Piano-Intro aufweisen und bildet die erste "langsamere" Nummer des Albums. Hier nimmt sich die Band aber nicht - wie bei Songs dieser Art eigentlich üblich - zurück, sondern ist mit den Vocals gleichgestellt, vermittelt gleichzeitig das melancholische, sehnsüchtige Gefühl des Songs. Der nächste Track, "Raison d'etre", wurde ebenfalls bereits 2007 als Single veröffentlicht und überrascht vor allem durch den etwas härteren Sound, die treibenden Riffs und den Einsatz von verschiedenen Electrosamples. Ein wirklicher Anspieltipp ist das Ganze trotzdem nicht, da die Melodie etwas gezwungen und wenig innovativ klingt.

Ganz anders da der nächste Song "WORST", der ist keinesfalls der "schlechteste", sondern vielmehr ein weiteres Highlight des Albums. Nightmare scheint es zu gefallen, Blues und Jazzsamples in ihre Songs einzubauen. Und in diesen Song passen diese ziemlich gut. Einziger "Makel" ist an diesem Song vielleicht das etwas hektische Gitarrensolo, aber auch das passt irgendwie. Es muss ja nicht alles perfekt sein, was gut klingt. Ob "Djainism bachi" eine Antwort auf den Song "Djaïnism shika" vom Album "the Word Ruler" ist, kann man nicht wirklich sagen. Jedenfalls kann dieser Song wie der Namensvetter eine Deathvoice aufweisen, die sich hören lassen kann und außerdem darf Bassist Ni~ya auch mal seine Solo-Qualitäten unter Beweis stellen. Ein wirklich erfrischendes Lied.

"General" klingt ein wenig düsterer als die Lieder zuvor, Yomis Stimme ist entfremdet und verzerrt, die Gitarren hoch und irgendwie unangenehm. Das Gefühl löst sich in der Bridge auf, in der sich der Melodieverlauf in angenehmere Dur-Lagen begibt. "White Room" klingt nach erstem Hören ein wenig nach Gazette, wegen dem typischen Rhythmus und dem Klavier im Hintergrund. Man merkt deutlich, dass Nightmare bei diesem Album mit unterschiedlichen Stilen experimentiert haben, ihren eigenen Sound haben sie dabei jedoch nicht verfälscht. Der vorletzte Song ist "Cloudy Dayz" und der ist, trotz der gewöhnlichen Melodie, irgendwie einzigartig und mitreißend. Ein Song, den man sich gut als letztes Lied eines Lives vorstellen kann, weil er irgendwie Melancholie und positive Ausstrahlung in sich vereint. Stattdessen beendet das Album "Yasou kyoku", ein langsamer, mit Akustikgitarren und ruhiger Melodie versehener Track. Im Verlauf kommt ein eingespieltes Orchester dazu und macht den Song viel größer, als er Anfangs klang. Ein wirklich angenehmer Ausklang eines Albums, mit dem sich die Band zwar nicht komplett neu erfunden, aber definitiv um einiges weiterentwickelt hat.

"Killer Show" ist für mich selbst eine angenehme Überraschung gewesen, da ich Nightmare gerne mal nebenher gehört habe, sie aber nie so "ernst" genommen habe. Das Album bietet einfach jede Menge tanzbarer, eingängiger Songs, aber auch Lieder mit dem nötigen Tiefgang, die es jedes Mal interessanter machen, wenn man es anhört. Auch wenn ein, zwei Lieder etwas sehr seicht klingen und Yomis Stimme manchmal einfach zu wenig Charakter hat, ist dieses Album wirklich eines der besten, die ich von dieser Band bis jetzt gehört habe.
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