Interview mit T.M.Revolution

interview - 23.07.2008 14:00

T.M.Revolution setzte sich mit JaME zusammen, um mit uns über seine Karriere, seine Zukunftspläne und seinen Auftritt in den USA zu reden.

Takanori Nishikawa ist seit über einem Jahrzehnt ein wichtiger Teil der japanischen Musikindustrie. Außerhalb Japans genoss der asiatische Superstar bisher weniger Aufmerksamkeit, was sich nach seinem Auftritt bei der Comic Con in New York schlagartig geändert hat. Neben seinem eigentlichen Standbein, also der Musik, versucht Takanori Nishikawa sich an allem, was die Entertainment-Industrie noch zu bieten hat, kehrt aber immer wieder zu seinen Wurzeln zurück und hat sich vor allem als Musiker etabliert. Nachdem sein Projekt T.M.Revolution für anderthalb Jahre auf Eis lag, kehrte er im April auf die Bühne zurück und belebte seine Karriere mit einem phänomenalen Start in New York wieder. Vor seinem Auftritt traf JaME den Musiker zum Interview.


Wie fühlt es sich an, nach vier Jahren wieder in den USA zu sein?

T.M.Revolution: Endlich bin ich zurück, ich bin glücklich!

Du hast nun über ein Jahr lang pausiert. Was erwartest du von dem Konzert, das dieses Wochenende stattfinden wird?

T.M.Revolution: Nach drei Jahren veröffentliche ich wieder eine neue Single. Ich habe pausiert, ja, aber ich habe mich um andere Projekte gekümmert, also kam es mir nicht wirklich so vor, als hätte ich meine Aktivitäten auf Eis gelegt. Damals machte ich mir Gedanken über zukünftige Projekte, Musik und Filme, viele verschiedene Dinge eben, und auch als Musiker habe ich mich anderweitig betätigt. Insgesamt freue ich mich wirklich auf dieses Konzert.

Nachdem bekannt wurde, dass du auf der Comic Con auftreten wirst, hast du gesagt, dass du diesen Performance als Neuanfang siehst. Was können wir darunter verstehen?

T.M.Revolution: Diese Performance bei der Comic Con ist mein erstes Konzert in den USA seit vier Jahren, ich bin also sehr gespannt. Die Comic Con ist mein Neustart und sollte sich für mich die Chance bieten, zurückzukehren, wäre das natürlich toll! (lacht)

T.M.Revolution steht für "Takanori Makes Revolution". Was für eine Revolution hast du denn geplant, als du damals angefangen hast?

T.M.Revolution: Ah, ja. Es geht dabei nicht nur um die Musik, es geht auch um das Auftreten. Von Anfang an habe ich gerne Designs erarbeitet, ich habe Kostüme und Sets kreiert, Filme, Videoclips und so weiter gemacht. Ich habe auch in der Produktion gearbeitet, ich betätige mich gerne auf kreative Art und Weise. Als ich in diesem Business angefangen habe, wollte ich mehr sein, als bloß ein Musiker. Ich wollte ein Schöpfer sein und das war eine Herausforderung für mich. Das war mein gesamter Plan. Und jetzt? Jetzt fragen sich die Leute in den USA "Oh, was ist japanischer Pop?", und manche denken "Oh, T.M.Revolution", das macht mich sehr glücklich.

Dein Auftreten ist stets sehr lebhaft, sei es nun bei Konzerten oder festgehalten auf Bildern. Für die Single "Albireo" hast du mit Swarovski gearbeitet und wurdest für die Fotos ganz unterschiedlich aufgemacht, beispielsweise als Roboter oder als Frau. Was inspiriert dich zu diesen ausgefallenen Looks?

T.M.Revolution: Das werde ich wirklich oft gefragt. (lacht) Es ist nicht so, dass ich mir für dieses oder jenes Projekt großartig Gedanken mache, die Inspiration kommt bei mir ganz natürlich. Während wir hier reden, fallen mir beispielsweise neue Designs ein. Und New York inspiriert mich. Meine Vorstellungskraft kennt keine Grenzen und die Bilder speichere ich in meinen Erinnerungen. Ich mag es, für den Moment zu leben, in jeder Minute neue Ideen zu haben. Und ich genieße es, so zu leben. (lacht)

Anlässlich T.M.Revolutions zehnjährigen Bestehens erschien das Album "UNDER:COVER". Fans hatten die Möglichkeit, sich die Tracklist selbst auszusuchen. Wie hast du reagiert, als du ihre Auswahl gesehen hast?

T.M.Revolution: Ich war überrascht! Ich hatte wirklich etwas anderes erwartet. Es gibt unterschiedliche Generationen und andere Welten, die Auswahl der Fans war also sehr vielseitig.

Und gab es ein Lied, welches dich im Endeffekt besonders überrascht hat?

T.M.Revolution: Ah! Ja! "Meteor", ein Lied für Gundam SEED! Das Lied wurde nur in bestimmten Episoden im Fernsehen gespielt. Das Lied ist zwar populär, aber es hat mich dennoch überrascht.

"UNDER:COVER" ist ein sehr facettenreiches Album mit Beiträgen von verschiedenen Künstlern. Wie hast du dich für die Künstler und Stilrichtungen entschieden, die in den Songs zum Ausdruck kamen?

T.M.Revolution: Zu meinem Stil inspirieren mich vor allem die Eindrücke, die ich bei Konzerten sammle, die Art und Weise, wie live alles arrangiert wird. Ich wollte etwas für mein zehnjähriges Jubiläum schaffen, etwas besonderes veröffentlichen und es sollte im Endeffekt so klingen, dass es auch nach fünf oder sogar zehn Jahren noch neu und frisch wirkt. Deshalb wollte ich mit Leuten und Elementen arbeiten, die ich zuvor noch nie benutzt hatte, ich wollte etwas neues ausprobieren. Ich wollte den Moment aufnehmen.

Das Lied "Web of Night" wurde für den Spiderman 2 Soundtrack in Japan verwendet. Da es dein einziges Lied ist, welches je in Japanisch und Englisch veröffentlicht worden ist, war es da schwierig für dich, dieselbe Botschaft bei der Aufnahme der beiden unterschiedlichen Versionen zu vermitteln?

T.M.Revolution: Die Spiderman 2 Crew wünschte, dass ich ein Lied in Englisch mache, obwohl sie wussten, dass ich Musik auf Japanisch mache. Ich schätze den japanischen Klang und den japanischen Ausdruck sehr, daher war die größte Herausforderung für mich die Aussprache. Das Gefühl der Übermittlung ist beim Japanischen und Englischen gleich, das Einzige was ich fühlte war, dass ich mehr Englisch üben sollte (lacht). Seitdem ich auf Englisch gesungen habe, habe ich mehr amerikanische und ausländische Fans. Ich bin wirklich glücklich darüber. Außerdem war ich zur Weltpremiere in Hollywood auf dem Roten Teppich, diese Erfahrung war richtig cool (lacht). Es war ein wichtiger Teil meiner Karriere!

Bleiben wir noch ein Weilchen bei Spiderman. Wenn du für einen Tag Spidermans Kräfte haben könntest, was würdest du damit anstellen?

T.M.Revolution: (lacht) Ah, hmm... (denkt nach) Spidermans Kräfte... hmmmm (hält inne und lacht dann wieder). Ich bin kein großer Freund von Höhen, aber ich würde versuchen, das Empire State Building zu erklimmen! (lacht)

Du bist nicht nur als Musiker aktiv, sonder hast unter anderem auch Kleidung entworfen und bist in Musicals, Dramen und Filmen aufgetreten. Wie haben diese Rollen dein Karrierewachstum und dein Ziel als Künstler beeinflusst?

T.M.Revolution: Ich bin an erster Stelle Sänger und Musiker, das ist meine wahre Bestimmung. Es ist nicht nur das Geben dessen was ich habe; es gibt einen Input und einen Output. Es ist sehr wichtig für mich, Sachen als Input aufzunehmen, deshalb gibt mir die Synchronisation und das Auftreten in Musicals, das Designen und Schöpfen, immer mehr Erfahrungen in Form von Input. Ich würde gerne mehr Inputs und Outputs gemeinsam haben. Ich habe derzeit das Gefühl, dass es gut ausbalanciert ist und das ist genau das, was ich mag. Von meiner Seite aus bin ich sehr glücklich, auch die Fans in den USA sehen zu können und wenn ich ein paar Ideen von euch Fans bekommen kann, was ich euch rate, wäre dies wirklich schön (lacht).

Gibt es etwas, das du bisher noch nicht getan hast?

T.M.Revolution: Auch in Japan sind eine Menge amerikanischer TV Science Fiction Serien und Sendungen wie HEROES sehr bekannt. TV-Serien haben mehr Episoden und so lässt sich die Geschichte über einen längeren Zeitraum porträtieren als es bei Blockbuster-Filmen der Fall ist. Wenn ich also könnte, wäre ich gerne wie Masi Oka von HEROES (Anm. v. Jasy: Masi Oka verkörpert in der Serie den Helden Hiro Nakamura), das wäre großartig! (lacht)

Du hast in all den Jahren viel vollbracht. Gibt es etwas ganz bestimmtes, auf dessen Vollendung du stolz bist?

T.M.Revolution: Ich fühle mich wirklich geehrt, hier in die USA kommen und auftreten zu dürfen. Ich bin so glücklich, dass ich mittlerweile Fans in mehr als fünfzig Ländern habe, demnach sind es die Fans, die mich wirklich stolz machen. Das macht mich wirklich glücklich.

Deine neue Single "resonance" ist die erste Single seit drei Jahren. Kannst du uns etwas zu ihrer Entstehung erzählen?

T.M.Revolution: Ich habe eine Band gegründet und habe etwas Bandmusik gemacht. Ich war Schauspieler und Schöpfer. Ich genieße meine gesamte Karriere und Schöpfer zu sein, weil T.M.Revolution mein vertrautes Terrain ist - T.M.Revolution ist sehr wichtig für mich. Da T.M.Revolution mein vertrautes Gelände ist, ist es mein fester Boden unter den Füßen und ich kann es größer werden lassen. Ich möchte ein größeres Bild zeichnen und es für die Fans in den USA und den Menschen, die so lange auf mich gewartet haben genauso wie die Crew, erweitern. Ich möchte mit jedermann in Kontakt treten, darum habe ich das Lied "resonance" genannt.

Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass du auf dem hide Memorial Summit auftreten wirst. Was bedeutet dieses Memorial speziell für dich auf künstlerischer Ebene und auf der persönlichen?

T.M.Revolution: Das ist eine schwierige Frage... Als Musiker respektiere ich hide wirklich. Dieses Event - ich hatte das Gefühl, dass dieses Event nicht nur dazu da war, an ihn zu erinnern sondern auch an seine Musik, denn seine Werke sind stets lebendig. Als aktive Musiker möchten wir seine Werke für alle erneut übermitteln. Darum fühlte ich, als sie es mir anboten, dieses Ja, ich möchte gerne diese Gelegenheit haben.

Bitte gib den Fans zum Abschluss eine Botschaft.

T.M.Revolution: Vielen herzlichen Dank, dass ihr mir die Chance gebt in den USA aufzutreten. Ich bin sehr froh darüber, dass es einen Auslöser - ein Publikum - gibt, eines das zuhört und der japanischen Musik so nahe ist. Ich möchte wiederkommen und meine Fans so bald wie möglich wieder sehen; und ein weiteres Konzert geben, vielleicht sogar eine ganze Tour! (lacht) Also bitte, behaltet mich im Gedächtnis! Vielen herzlichen Dank!

JaME möchte T.M.Revolution, Peter Tatara und Comic Con dafür danken, dass sie dieses Interview möglich gemacht haben.
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