m-flo - inside (Astro Alliance)
Oldie but Goldie!
Titel: m-flo inside Astro Alliance
Typ: Album
Stil: Pop, Hip Hop, R&B, Club, Remix, Dance, Electro
Veröffentlichung: 17.03.2004
Tracklist:
01 What is "m-flo inside"? ~intro
02 REEEPLAY! (by DJ HASEBE) / m-flo loves Crystal Kay
03 miss you feat. melody. & YAMAMOTO Ryôhei (Free TEMPO mix)
04 SPEEDY WONDER / MIC BANDITZ
05 Radio Radio / MIC BANDITZ
06 hey boy... / HINOUCHI Emi
07 Crying / HINOUCHI Emi
08 CANDY POP feat. SOUL'd OUT / Heartdales
09 Body Rock (Original) / Heartdales
10 m-flo is DOPE! ~interlude
11 Just Say So / SUITE CHIC
12 Spectacular / Fantastic Plastic Machine
13 hard to say / Crystal Kay
14 Get Out! Feat. BONNIE PINK & VERBAL / DJ HASEBE
15 AIDA (020609 TACHYTELIC REMIX)
16 3RD ALBUM SNIPPET DUB~outro
Wie der Titel des Albums ahnen lässt, verschafft "m-flo inside (Astro Alliance)" einen kleinen Einblick in die Karriere m-flos, hierbei handelt es sich aber nicht um ein gewöhnliches Studioalbum, sondern um eine Sammlung von verschiedenen Stücken, an denen VERBAL und Taku mitgewirkt haben.
Nach einem verrückten Intro folgt der Hit "REEEPLAY!" (Dabei handelt es sich um die erste m-flo loves..-Single "REEEWIND!") in DJ HASEBEs Remix-Version. Die neue Instrumentierung verleiht dem ursprünglichen Song einen ganz anderen Charme, das Lied vermittelt eine gewisse Verträumtheit und wirkt entspannter als das Original. Auch Crystal Kays Stimme hat eine andere Wirkung und ist mehr im Vordergrund, was der damals noch sehr jungen Sängerin allerdings keinen wirklichen Gefallen tut, weil ihre Gesangskünste zu dem Zeitpunkt wirklich noch verbesserungsbedürftig waren. Trotzdem überzeugt der Song.
"miss you" dürfte zumindest Fans nicht neu sein, das Lied war 2003 die zweite Single-Auskopplung der m-flo loves..-Reihe und ist nach wie vor ein beliebter Song, für den sich das Duo damals melody. und Ryohei Yamamoto ins Boot holte. Leider ist auch der Remix von "miss you" nicht wirklich neu, ohne VERBALs Rap wirkt der Popsong etwas trivial, unterscheidet sich aber sonst kaum vom Original. Hört man sich im Vergleich den Reggae Disco Rockers Remix der später erschienenen Ballade "let go" an, kann man kaum verstehen, dass "miss you" es in dieser Version auf die Compilation-CD geschafft hat. Während aus "let go" ein Lied mit ganz anderer Atmosphäre gemacht wurde, wirkt der "miss you"-Remix nahezu uninspiriert, da hilft auch die Piano-Unterlegung nicht, zumal Gesang und Melodie hin und wieder nicht aufeinander abgestimmt sind.
Weiter geht es mit den MIC BANDITZ. Das nicht mehr aktive Seitenprojekt von VERBAL und seinen espionage-Labelkollegen hat in mir schon immer Fragezeichen aufkommen lassen. Da treffen zahlreiche talentierte Künstler aufeinander - Mr. VERBAL himself, das musikalische Genie Arkitec, Clench & Blistah, die sowohl in der Hip-Hop als auch in der J-Pop Szene zu den ganz Großen gehören, das selbsternannte lyrical miracle GOICHI und zu guter Letzt der charismatische Schreihals COYASS, eigentlich eine gute Kombination, leider brachte die Gruppe während ihrer Karriere vor allem Sch...rott heraus. Bestes Beispiel dafür ist der Upbeat-Track "SPEEDY WONDER", der permanent von Sounds begleitet wird, die verdächtig nach Tetris klingen. Bei dem enormen Tempo kann der Zuhörer nur schwer mithalten, das Lied ist kaum eingängig und die flotten Raps haben wenig Wiedererkennungswert (Nicht mal der von COYASS, und das will was heißen, den kann man nämlich mit seiner lautstarken Stimme für gewöhnlich nicht ignorieren), dazu kommt die leidliche Tatsache, dass die Stimmen teilweise unnötigerweise stark elektronisch bearbeitet wurden. Der Track "SPEEDY WONDER" macht seinem Namen was das Tempo angeht zwar alle Ehre, um ein Wunder handelt es sich dabei allerdings sicher nicht und auch der Spaß, den das Lied offensichtlich übermitteln soll, kommt nicht wirklich an. Bleibt mir nur noch eines, nämlich aus dem Text zu zitieren: "MAYDAY! MAYDAY!"
Der zweite MIC BANDITZ-Song auf der CD ist da um Klassen besser. Der energiegeladene Track mit Mr. Oizo-Sound (Vielleicht kennt ja noch jemand Flat Eric..) und treibenden Trommel-Beats macht einfach Spaß, funky Hip-Hop Song mit Future-Sound, der das Potential der Gruppe zeigt. Wer die schnellen Sachen von RIP SLYME mag, wird auch an diesem verrückten Lied seine Freude haben.
Auch Emi Hinouchi ist auf dieser CD mit zwei Liedern vertreten und die Gute kann sich wirklich glücklich schätzen, dass m-flo die beiden Tracks produziert haben. Ohne den typischen Sound des Duos wäre die süße Sängerin nämlich eher nichts sagend und obgleich ihre Stimme (Wie es zu erwarten war) auch in "hey boy..." nicht überzeugt, lassen zumindest der eingängige Refrain und die entspannten Strophen die Herzen der m-flo Fans aufblühen, denn den Einfluss von Taku kann man nicht überhören. Emi steht für typischen japanischen Pop, der durch m-flos Unterstützung über dem Durchschnitt liegt, trotzdem bleibt das Popsternchen seinem Stil treu und dass m-flo der Sängerin auf diese Art die Chance bieten, sich in ihrem Gebiet zu entfalten, kann man dem Duo hoch anrechnen. Schade nur, dass ihre Stimme kaum Wiedererkennungswert hat und auch jede andere durchschnittliche Sängerin dieses Lied hätte singen können, mir zumindest fallen auf Anhieb mehrere Frauen ein, deren Stimmen mit der fröhlichen Pop-Melodie, den Trommeln und den hin und wieder auftauchenden Gitarren-Sounds harmoniert hätten. "Crying" fängt zwar etwas ruhiger an als der Vorgänger, entwickelt sich aber auch recht schnell zu einem durchaus tanzbaren Song im Stil von Crystal Kay. Etwas mehr R&B als das eher poppige "hey boy...", dazu Akustikgitarren, Rasseln und eine Emi, die ein paar Oktaven tiefer singt und deshalb auch endlich mal die Töne halten kann, klingt gut und noch etwas mehr m-flo-like als der Song vorher.
Ähnlich süß, aber noch ein Level höher (und kitschiger) geht es bei "CANDY POP" zu. Das waren damals noch die besseren Zeiten der Heartsdales und auch Diggy-MO (Für mich der japanische K-Fed) glänzt in dieser zuckersüßen Kollaboration. Das Lied überzeugt durch den mitreißenden Beat und die abwechselnden Rap-Passagen, in denen Rum, Jewels und Diggy ihr Können zum Besten geben. Im Refrain singt Diggy sogar, was diesem süßen Liebeslied glatt noch mehr Romantik verleiht. "CANDY POP" jedenfalls ist der perfekte Titel für den Track und beschreibt es sehr gut, bei so viel positiver Energie und Niedlichkeit kann man glatt Zahnschmerzen bekommen (Und gute Laune sowieso). Das Highlight des Liedes ist für mich definitiv die Beatbox von Bro. Hi, die zwischendurch zum Einsatz kommt und vom Rap begleitet wird. Ist dann allerdings doch eine Stufe zu kitschig für m-flo, VERBAL agierte zu diesem Zeitpunkt zwar noch als Produzent der J-Urban Schwestern Heartsdales, hatte in diesem Lied allerdings nicht so viel zu sagen. "Body Rock" hingegen hört man an, dass es unter anderem VERBALs Feder entsprungen ist. Der tanzbare Hip-Hop Song mit poppigem Refrain ist zwar etwas nichts sagend, sorgt aber durch die Elektro-Beats für Stimmung, auch wenn ich Jewels Aussage "It's a dancehall vibe!" gegen Ende des Songs für etwas übertrieben halte. Trotzdem hat dieser stimmungsvolle Track mit 90er-Flair seinen eigenen Charme und dass die Heartsdales auf dieser Compilation-CD verewigt wurden, halte ich für berechtigt.
Natürlich hat auch SUITE CHIC ihren Platz auf diesem Album bekommen. Namie Amuros R&B Alter Ego, welches von VERBAL und IMAI Ryôsuke ins Leben gerufen wurde, hatte zwar zu diesem Zeitpunkt schon bessere Songs als "Just Say So" (Ich empfehle "Uh Uh.." feat. AI), aber dieses Lied übermittelt den individuellen Sound SUITE CHICs auf überzeugende Art und Weise. Namie Amuros Popsound gemischt mit tanzbarem R&B und Hip-Hop, den in diesem Fall eindrucksvoll VERBAL (In diesem Lied the Funky President!) beisteuert. VERBALs Ziel, aus Namie in Form von SUITE CHIC das japanische Pendant zu Janet Jackson zu finden ist zwar nicht wirklich erreicht worden, das Ganze klingt dennoch sehr amerikanisch, was bei SUITE CHIC ja stets so war. Nettes Lied, aber danach kommt die Abwechslung in Form von "Spectacular" (Fantastic Plastic Machine) wie gerufen. Musikurgestein Tomoyuki Tanaka, der als DJ den Künstlernamen Fantastic Plastic Machine verwendet, ist vor allem für sein Mitwirken an diversen Filmsoundtracks bekannt und so klingt das durchaus spektakuläre "Spectacular" auch, endlich mal ein Lied, welches wirklich etwas übermittelt und den Zuhörer regelrecht in eine andere Welt befördert. Das Ganze würde sicherlich prima zu einem surrealistischen Anime passen. Der Lounge-Song macht definitiv Stimmung, wofür zahlreiche Instrumente (Zum Beispiel E-Gitarren) und unterhaltsame Lyrics sorgen. "So put your drinks down and put your hands up!"
"hard to say" beginnt für einen Crystal Kay-Track ungewöhnlich aggressiv, was einen bei genauerer Betrachtung aber nicht weiter wundert, immerhin wirkten Jesse (RIZE) und SPHERE OF INFLUENCE an dem 2002 erschienenen Lied mit. Dass sich ein Solo-Song von Crystal Kay auf diesem Album befindet macht Sinn - die R&B-Sängerin hatte zwar auch ohne m-flos Unterstützung Erfolg, mithilfe von VERBAL und Taku entdeckte die damals Sechzehnjährige allerdings einen Musikstil, der zu ihr passte und den sie bis heute perfektioniert hat. In "hard to say" klingt die Sängerin überraschend erwachsen und der stimmungsvolle R&B-Track mit Electro- und Hip-Hop-Einflüssen überzeugt auf ganzer Linie, vor allem durch den Kontrast von den etwas aus dem Rahmen fallenden, harten Rap-Parts und C-Kays poppigem Refrain.
So sehr ich BONNIE PINK auch mag, in "Get Out!" langweilt sie mich. Vielleicht war die sympathische Sängerin zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht weit genug, in die viel später erschiene Kollaboration "Love Song" mit m-flo passt sie, in diesem Track wirkt sie allerdings eher fehl am Platz. BONNIE PINK kann Balladen singen, wunderschöne Anime-Soundtracks und ruhige Liebeslieder, einem Hip-Hop Track war sie damals aber meiner Meinung nach noch nicht gewachsen. Der funkige Sound des Liedes macht Stimmung, die VERBAL in seinen Parts für sich nutzt, während BONNIE PINK irgendwie untergeht. Ihre Stimme nimmt dem Lied den Schwung, außerdem scheitert ihr Vorhaben, sich möglichst cool zu geben. Während DJ HASEBE und VERBAL also ganz in ihrem Element sind, kann BONNIE PINK einfach nicht mithalten.
"AIDA" im 020609 TACHYTELIC Remix könnte eine Fußball-Hymne sein, Trompeten und ein gewaltiger Chor (Inklusive Jubel) sorgen für Stadien-Atmosphäre und ein bisschen Abschieds-Nostalgie, das Lied lässt sich zwar mit m-flos sonstigem Stil nicht unbedingt vereinen, hat aber gerade durch die verträumt klingenden Electro-Sounds eine schöne Grundstimmung und wirkt nach all diesen verschiedenen Liedern wie eine Hymne an die auf diesem Album vertretenen Künstler. Immer wieder steigert sich das Lied (Der unterhaltsame "la la la la la!"-Part darf dabei natürlich nicht fehlen, ich sag ja, Fußball..), hat letztendlich noch ein bisschen was von Salsa, ehe die sechsminütige Hymne stimmungsvoll endet. Was das Ganze nun sollte weiß man auch nicht so genau, Spaß macht es trotzdem. Danach folgt lediglich noch das Outro, unterlegt mit der Jazz-Melodie von "Vanessa". In dem Song erzählt VERBAL etwas über die bisherige Karriere m-flos ("We are internationally known", da ist aber jemand stolz!) und wer m-flo mag wird bei diesem Lied hin und wieder Schmunzeln müssen, verschiedene Künstler werden genannt und das Album "ASTROMANTIC" angekündigt ("And please believe it! We got the one and only! The PROFESSOR!") und nach der Ansage "And the album goes a lil' sumthin' like this.. hit it!" folgen kurze Ausschnitte aus "ASTROMANTIC", ehe das ganze in einem Trompeten-Solo endet.
Fazit: "m-flo inside" ist interessant, weil es sozusagen einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Nicht jeder Song auf dieser CD ist grandios, dennoch ist sie hörenswert. Gerade im Nachhinein, vier Jahre später, ist es spannend zu sehen, welche Musiker von m-flo inspiriert wurden und was aus ihnen geworden ist. m-flo is DOPE!














