Interview mit D'espairsRay beim JRock Revolution

interview - 13.07.2007 14:00

Interview mit Karyu und Zero vor ihrem JRR Auftritt.

Am Nachmittag vor ihrem Auftritt beim JRock Revolution in L.A. hatte JaME die Gelegenheit, sich mit Zero und Karyu von D’espairsRay zu unterhalten. Wir stellten ihnen einige Fragen zu ihrem neuen Album, über das Bühnen-Wiedersehen mit alten Freunden und das Bewandern der Hollywood Hills.

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Könntet ihr euch vielleicht für die Fans vorstellen, die euch noch nicht so gut kennen?
Karyu: Gitarrist und Kompositeur, Karyu.
ZERO: Band Manager Zero (lacht). Bassist.

Wie kam es überhaupt zu dem Namen D’espairsRay?
Karyu: Ursprünglich besteht der Name aus “despair” (Verzweiflung) und “ray” (Schimmer)… es soll ein Kontrast sein, eine Mischung aus beiden, dunklen und lichten Elementen.

Euer Stil wird als Visual Kei, Gothic und sogar Industrial beschrieben. Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?
Karyu: Viele Leute sehen uns als Metal-Band, aber wir sehen uns eher als Rock-Band!

Seid ihr aufgeregt, weil ihr wieder in den USA spielt?
Karyu: Wir sind das erste Mal in L.A. und es ist wirklich nett hier. Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir eingeladen wurden um hier beim JRock Revolution aufzutreten.

Gibt es etwas, was ihr gerne sehen würdet, während eures Aufenthaltes hier in L.A.?
Karyu: Ich möchte auf den Berg steigen auf dem die Hollywood Zeichen sind, und ein Foto in einem weißen Shirt davor machen. Kann man da hinaufgehen?
Wir sind uns nicht sicher…Vielleicht! Da ist eventuell keine Straße. Du müsstest dann wandern…
Karyu: (Auf Englisch) Ich versuche es! (alle lachen)

Einige der japanischen Bands sagen, dass sie das Gefühl haben das Publikum in Europa und Amerika sei energiegeladener während ihrer Auftritte, als das japanische. Seht ihr das genauso oder seid ihr der Meinung, dass eure Shows zu Hause gleich energiegeladen sind?
Karyu: Als wir das erste Mal in Amerika waren, dachten wir genauso. Die Fans haben geschrien und waren richtig wild. Aber dann haben wir DVDs unserer US Tour in Japan herausgebracht und die japanischen Fans haben gesehen wie sich das amerikanische Publikum benimmt. Inzwischen versuchen sie uns ihre ganze Energie zu geben, und deswegen denke ich, sind sie in diesem Punkt energiegeladener und verrückter als das amerikanische Publikum.

Ihr werdet bald wieder in Europa touren. Worauf freut ihr euch besonders, während ihr dort seid?
Karyu: Wir waren niemals zuvor in Spanien oder Schweden, also freuen wir uns darauf besonders. Zudem spielen wir auf zwei Festivals in Finnland und möchten sehr gerne die lokalen Bands auftreten sehen. Das wird auf jeden Fall ein Spaß.

Im August werdet ihr mit Moi Dix Mois auftreten. Seid ihr bereits mit ihnen aufgetreten? Was sind eure Erwartungen bezüglich der Show?
Karyu: Nein, das wird unser erster gemeinsamer Auftritt werden. Wenn du an japanischen Goth denkst, IST Mana japanischer Goth, also sind wir sehr aufgeregt wegen dieser Gelegenheit. Wir sind uns nicht ganz sicher, was passieren wird, aber es wir auf jeden Fall ein Spaß werden. (lacht nervös)

Wir haben gehört, dass eure “Break the Mirror” Tour im September beginnen wird. Was können eure Fans erwarten?
Karyu: Die Tour baut natürlich auf unserem neuen Album auf, also werden wir alle neuen Songs spielen.
ZERO: Nach der morgigen Show, werden wir nach Europa gehen und werden viele neue Erfahrungen mit nach Japan nehmen können. Somit werden die Shows eine Sammlung neuer und alter Sachen werden.

Ihr habt bereits mit Merry& MUCC zusammen gespielt. Wie ist es wieder die Bühne mit ihnen zu teilen?
Karyu: Die Möglichkeit zu haben, hier in Amerika mit Merry und MUCC aufzutreten ist wirklich selten. Wir haben alle ungefähr zur gleichen Zeit angefangen, somit ist die Erfahrung mit ihnen eine Bühne zu teilen etwas sehr Aufregendes für uns!

Könnt ihr uns ein Wenig zu eurem neuen Album “Mirror” sagen? Was war die Inspiration für einige der Songs?
Karyu: Dieses Mal wurden wir nicht wirklich von etwas inspiriert. Wir haben versucht alle Einflüsse von draußen abzuschalten und nur das aufs Album zu packen, was wir in diesem Moment gedacht haben. Ich denke, dass wir etwas Gutes geschaffen haben. „Mirror“ reflektiert die gesamte Band.

Welchen der Songs mögt ihr jeweils live zu spielen?
Karyu: Ich mag sie alle, aber mein Favorit ist ”Hollow. Es ist anders und die Resonanz der Fans fühlt sich auch anders an für mich, also ist es interessant, dieses Lied live zu spielen.
ZERO: Ich stimme dem zu, ich spiele es auch am Liebsten.

Eure Alben sind inzwischen über Gan-Shin auch in Europa erhältlich. Habt ihr seitdem einen markanten Anstieg eurer Popularität in Europa bemerkt?
Karyu: Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen den früheren Zeiten und unserer letzten Europa Tour.
ZERO: Ja, definitiv.
Karyu: Es sind inzwischen mehr Fans und jeder kennt die Songs. Die Leute fangen an die Band zu kennen. Unglücklicherweise haben wir nicht die gleiche Möglichkeit hier in den USA.

Seid ihr daran interessiert bei einem amerikanischen Händler zu unterschreiben?
Karyu: Ja, wartet bitte noch ein bisschen.

Als ihr angefangen habt, dachtet ihr da jemals daran irgendwann in den USA spielen zu können?
Karyu: Wir haben es uns nicht zu träumen gewagt, aber zwei oder drei Jahre nach unserem Start, wurde es ein Ziel für uns auch in Übersee zu spielen. Und als es dann soweit war, waren wir richtig glücklich.

Bitte erzählt uns doch etwas über den Entstehungsprozess eurer Songs. Schreibt einer von euch für gewöhnlich die Musik und ein anderer die Texte?
Karyu: Ich schreibe die Musik. Manchmal denke ich an eine Melodie und so fängt es an. Hin und wieder fängt es mit dem Schlagzeug an und ich spiele Gitarre dazu. Von da an wächst die Melodie.

Kommen die Vocals, nachdem das Lied komplett ist?
Karyu: Ja, die Melodie kommt zuerst. Wenn ich eine Melodie komponiere, füge ich alles hinzu, was in diesem Moment in meinem Kopf ist. Wenn Hizumi die Texte schreibt, macht er es genauso.

Stimmt das Bild, das Hizumi hat, während er die Texte schreibt, immer mit dem überein woran du gedacht hast als du die Melodie geschrieben hast, oder warst du jemals überrascht, womit er ankam?
Karyu: In der Vergangenheit gab es ein paar Mal an denen ich überrascht war, aber normalerweise arbeiten wir dann beide an dem Text. Wir diskutieren darüber und gehen vielleicht zum ursprünglichen Bild zurück, oder wir entscheiden, dass Hizumis Bild besser geeignet ist für den Song. Wir sortieren so aus. Zum Beispiel bei dem Song ”Closer to Ideal”: Ich habe meinen eigenen Text geschrieben, und als Hizumi das gehört hat, hat er einen Text mit identischem Bild geschrieben. Da ich aber den Text bereits geschrieben habe, behielten wir das Original-Konzept und benutzten meinen Text.

Wenn ihr keine Musiker wärt, was würdet ihr jetzt machen?
Karyu: Ich würde die gesamte Welt bereisen.
ZERO: Ich würde auf einen Berg klettern und versuchen herauszufinden was man machen kann. (lacht)

Da ihr beide alleine hier seid, könntet ihr uns etwas über eure Bandkollegen erzählen?
Karyu: In der Vergangenheit haben wir nur die schlechten Seiten an uns gesehen. Später haben wir nur noch die guten Seiten gesehen, somit haben wir nichts Schlechtes zu erzählen. Unser Sänger übt sehr viel und unser Schlagzeuger wird immer stärker. Wir alle üben. Aber, wenn ich zusammenfassen kann…wenn unser Schlagzeuger betrunken ist, ist er sehr schwer zu handhaben. Und unser Sänger spielt zu viele Spiele. (alle lachen)

Ist er ein Otaku?
Karyu: (Auf Englisch) Ein wenig. (lacht)
ZERO: (denkt längere Zeit nach) Ich habe nichts zu sagen! (lacht)

Habt ihr eine abschließende Nachricht an eure amerikanischen Fans?
Karyu: Wir haben grade unser neues Album ”Mirror” herausgebracht und es ist hier nicht erhältlich, dennoch hoffen wir, dass viele Fans die Möglichkeit haben werden es in Zukunft hören zu können. Wir arbeiten daran, es sobald wie möglich auch hier herauszubringen. Wir möchten, dass die Fans in den USA unsere neuen Songs genießen können, deswegen spielen wir sie bei unserem morgigen Auftritt. Bitte genießt es!

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JaME möchte sich bei Karyu und ZERO von D’espairsRay dafür bedanken, dass sie sich die Zeit genommen haben uns zu treffen, und bei den Organisatoren des JRock Revolution, die dieses Interview ermöglicht haben.
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