The GazettE Interview

interview - 02.08.2006 14:00

Bei der Pressekonferenz mit The GazettE in Bonn, die einen Tag vor ihren beiden ersten Auftritten außerhalb Japans stattfand, haben Ruki, Aoi, Uruha, Reita und Kai Fragen zu ihren Shows in Europa, ihren Songs, ihren eigenen Idolen in Vielem mehr beantwortet.

Pressekonferenz The GazettE vom 28.07.06

Die beiden Konzerte am morgigen Samstag und am Sonntag stellen eure ersten Auftritte außerhalb Asiens dar. Seid ihr nervös?
Kai: Natürlich, wir sind sehr nervös.

Ihr habt vor kurzem euren Namen von „Gazette“ in „The GazettE“ geändert. Welchen Grund hat das?
Ruki: Das hat ausschließlich optische Gründe, der Schriftzug The GazettE soll für den Betrachter wie ein Logo wirken.

Wie entsteht ein The GazettE-Song?
Ruki: Zuerst komponieren wir die Musik, dann füge ich die Texte hinzu.

Wann startet ihr die nächste Europa-Tournee?
(alle lachen)
Ruki: Das geben wir beim nächsten Mal bekannt.
Kai: Wir würden sehr gerne wieder in Deutschland auftreten.

Welches Bandmitglied schreibt die Lyrics für eure Songs und was inspiriert denjenigen dazu? Welcher Song wäre ein konkretes Beispiel dafür?
Ruki: (hebt die Hand) Ich schreibe die Texte. Mich inspirieren oft traurige oder schreckliche Dinge wie Krieg oder Mord, von denen ich in den Nachrichten höre. Ein Song, der das ausdrückt, ist zum Beispiel „Saraba“ vom Album „DISORDER“. Er bezieht sich dabei aber mehr auf die Situation in Japan.

Welche Faktoren beeinflussen eure Musik?
Aoi: Es gibt keine besonderen, festgelegten Faktoren. Es hängt alles vom Geschmack der Bandmitglieder ab. Jeder bringt das ein, was ihm gefällt.

Ihr spielt eure ersten Konzerte außerhalb Asiens in Deutschland. Warum ausgerechnet hier?
Ruki: Es gibt keinen bestimmten Grund dafür.
Kai: Wir wünschen uns, in allen Ländern der Welt auftreten zu können und allen unseren Stil zu zeigen.

Welches sind eure musikalischen und künstlerischen Vorbilder?
Aoi: Vor der Gründung von The GazettE mochten wir natürlich Bands aus der japanischen Rockszene wie X Japan oder Luna Sea.

Gibt es auch westliche Musiker, die ihr zum Vorbild habt?
Ruki: (überlegt und schweigt)
(alle lachen)
Aoi: (fragend) Helloween?

Woher stammt der Bandname „Gazette“? Was bedeutet er?
Ruki: Das Wort „Gazette“ kommt von „Kassette“. Wir haben das Wort einfach sprachlich leicht abgewandelt, damit es besser klingt.
Der Begriff Kassette an sich steht dafür, dass wir keine hoch technisierte Art von Musik machen, sondern bei uns alle Instrumente selbst gespielt und die Lieder selbst geschrieben werden, also alles salopp ausgedrückt „handgemacht“ ist.

Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Ruki: Uruha, Reita und ich haben anfangs zusammen in einer anderen Band gespielt. So auch Aoi und Kai. Wir waren praktisch „Konkurrenten“. Zuerst arbeiteten wir noch mit einem anderen Drummer, bis Kai schließlich zu uns gestoßen ist und wir als Gruppe zusammengefunden haben.

Seid ihr auch privat befreundet?
Ruki: Momentan haben wir so gut wie keine freie Zeit. Wir sind ständig zusammen.
Aoi: Wir verstehen einander als Freunde, im Bereich der Musik gibt es aber ab und zu auch Meinungsverschiedenheiten.

Warum macht ihr Musik?
Ruki: Für mich gibt es keine andere Art, meine Gefühle und Gedanken auszudrücken, als die Musik und das Singen.

Bands wie Dir en grey oder MUCC prägen hierzulande das Image des „Visual Kei“. In welcher Verbindung seht ihr euch zu ihnen und zum „Visual Kei“-Stil im Allgemeinen?
Uruha: Wir haben unseren eigenen Stil und machen unsere eigene Art von Musik. Wir möchten dabei nicht in eine Schublade gesteckt oder ständig mit anderen verglichen werden.

Das Motto eurer letzten Tour in Japan lautete „Nameless Liberty“. Auch auf dem Cover des kürzlich erschienenen Albums „NIL“ sind diese Worte zu lesen. Haben sie irgendeine bestimmte Bedeutung für euch?
Ruki: Sie bedeuten, dass zukünftiger Erfolg weder für uns noch für andere selbstverständlich ist.

Habt ihr euch die Stadt Bonn schon näher ansehen können?
Kai: Wir hatten leider noch kaum Zeit dazu, etwas in der Stadt zu unternehmen oder zu besichtigen.
Aoi: Ich bin heute schon etwas in der Stadt herumgelaufen und habe mir das Beethoven-Haus angesehen.

Inwieweit ist euer Look bzw. Style Teil eures Images?
Ruki: Zu unserem Image gehören hauptsächlich die Musik und die Texte. Style, Make-Up oder Kleidung stehen in keinem engen Zusammenhang dazu. Unser Outfit wechselt von Single zu Single und von CD zu CD.

Gibt es etwas, was ihr in Deutschland gerne gesehen oder erlebt hättet?
Kai: Leider haben wir die Fußball-Weltmeisterschaft verpasst...
(alle lachen)
Aoi: Letztes Jahr haben wir in Österreich das PV (Promotional Video) zu unserer Single „Cassis“ gedreht. Dabei sind wir auch am Flughafen Frankfurt/Main zwischengelandet und umgestiegen. Schon damals wollten wir alle gerne mehr von Deutschland sehen.
Kai: Wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein.

Habt ihr euch für die Konzerte in Deutschland auf besondere Art und Weise vorbereitet? Gibt es grundlegende Unterschiede zu Konzerten in Japan?
Ruki: Wir spielen die Konzerte hier genau wie die Konzerte in Japan. Wir wollen da keinen Unterschied machen, sondern den deutschen bzw. europäischen Fans dieselbe Seite von uns zeigen wie den japanischen.


Vielen Dank an The GazettE, Rock Identity, die Organisatoren der AnimagiC und Laura Knoll für die Fotos vom Samstagskonzert!
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