MAGIC OF LiFE Interview auf der Anime Messe Berlin

interview - 08.10.2017 10:00

Die Rockband MAGIC OF LiFE hat mit JaME über ihre neue Single, die Message ihrer Songs und Pläne für eine Europatournee gesprochen.

Die Rockband MAGIC OF LiFE präsentierte sich erstmals dem deutschen Publikum, als sie an der diesjährigen Ausgabe der Anime Messe Berlin teilnahmen. Abgesehen von den zwei Shows am Freitag und Samstag, konnten Fans der Band in einem Q&A Panel am Sonntag näher kommen und sich während der Signierstunden ein Autogramm auf dem Lieblingsmerchandise sichern. Trotz ihres vollgepackten Terminkalenders nahmen sich MAGIC OF LiFE gern die Zeit, um mit JaME über ihre neue Veröffentlichung und die Bedeutung ihrer Songs zu sprechen. Außerdem haben sie uns verraten, wer bei den Arbeiten in der Band eher fürs Rauchen gehen zuständig ist.


Hallo MAGIC OF LiFE! Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für das Interview nehmt. Da es das erste Mal ist, dass wir miteinander sprechen, stellt euch doch bitte unseren Lesern kurz vor!

Takatsuto Nobuyuki: Hallo, ich bin MAGIC OF LiFEs Sänger, Takatsuto Nobuyuki. I'm Nobu! (auf English) Freut mich, euch kennenzulernen.

Yamashita Takumi: Ich bin der Gittarist, Yamashita Takumi. Freut mich, euch kennenzulernen.

Watanabe Yuji: Ich bin der Bassist, Watanabe Yuji. Hallo!

Okada Shotaro: Ich bin der Drummer, Okada Shotaro. Freut mich, euch kennenzulernen!


Ihr seid zum ersten Mal in Deutschland! Worauf habt ihr euch am meisten gefreut?

Shotaro: Was mich betrifft, so freue ich mich ganz besonders auf das Konzert heute Abend.

Nobuyuki: Auch die Reaktion der Fans im Publikum – das ist etwas, auf das ich mich genauso sehr gefreut habe. Gestern nach dem Konzert waren alle so nett und warmherzig, außerdem hatten wir eine wirklich gute Verbindung zum Publikum während des Konzerts. Daher können wir das heute etwas entspannter angehen.

Gab es sonst noch etwas, auf das ihr euch gefreut habt?

Shotaro: (ohne zu zögern) Würstchen! (alle lachen) Und Bier!

Takumi: Und die Stadt an sich. Ich wollte unbedingt durch die Straßen dieser Stadt laufen. Wie zum Beispiel am Checkpoint Charlie! Wir sind vorgestern dort gewesen. Auch am Berliner Dome haben wir eine wirklich schöne Aussicht gehabt.


Seit euren Anfängen als DIRTY OLD MEN im Jahr 2003 habt ihr viele Singles, EPs und Alben veröffentlicht. Wie, denkt ihr, hat sich der Sound von MAGIC OF LiFE in diesen vierzehn Jahren verändert?

Nobuyuki: Als Band wollen wir immer eine Message mit unseren Liedern vermitteln, daher versuchen wir nicht nur den Sound unserer Instrumente zu nutzen, sondern wollen ganz einzigartige Melodien erschaffen. Ich denke, das ist wichtig. In letzter Zeit probieren wir auch neue Dinge aus, beispielweise die Verwendung eines Pianos innerhalb unserer Kompositionen. Grundsätzlich sind wir immer offen für neue Dinge, um unseren Sound immer weiterzuentwickeln.


Vor Kurzem habt ihr eure Double A-Side Single "Senkou Hanabi / Ranbu Rendevous" veröffentlicht. Bitte erzählt uns mehr über die Songs darauf!

Nobuyuki: Die neue Single enthält zwei Songs, die beide tatsächlich eine sehr emotionale Message transportieren: Es gibt immer jemand ganz Besonderen an eurer Seite, der euch unterstützt und dem ihr wichtig seid. Wenn man so jemanden hat, ist es eine Freude, mit ihm glückliche Momente zu teilen, aber auch in traurigen Zeiten könnt ihr zusammen sein und euch Halt geben. Wisst ihr, ich habe auch so jemanden und ich glaube, dass wir alle so eine Person haben, egal ob es Familienmitglieder oder Freunde sind. Daher wollen wir mit unserer Musik diese Gefühle ausdrücken und versuchen, damit die Herzen derer zu berühren, die sich unsere Songs anhören. Eine andere Message dieser beiden Lieder ist zum Beispiel: "Weil du glücklich bist, kann ich auch glücklich sein". Daher hoffen wir, dass wir mit diesen beiden Songs ein paar Herzen bewegen können.


Welche Songs würdet ihr jemandem empfehlen, der noch nie MAGIC OF LiFE gehört hat – und warum?

Yuji: Also, es ist wirklich schwer, nur einen Song von allen, die wir geschrieben haben, auszusuchen … Aber ich denke, ich würde mich für "Ranbu Rendezvous" entscheiden, denn auch wenn ihr die Lyrics nicht verstehen könnt, ist der Sound einzigartig und die Melodie und die Emotionen in Nobus Stimme werden euch erreichen, sodass ihr das Lied dennoch von Herzen genießen könnt.

Takumi: Außerdem "Yowamushi na Honoo"! Das ist das Opening für den Anime Yowamushi Pedal. Als Anime Song muss er einfach zu merken sein und der Song ist leicht und fröhlich.

Shotaro: Für mich wäre es "Senko Hanabi". Wir haben den Song gestern während der Show gespielt und ich habe gemerkt, dass die wunderschöne Melodie es geschafft hat, auch hier das Publikum zu erreichen.

Nobuyuki: Ich würde sagen "Kokyuu", weil das ein Song ist, der nicht nur bei unseren Konzerten viel Spaß macht, er vereint auch unsere Stärken – also, eine gute Melodie, emotionale Lyrics und einen guten Sound – und das Publikum kann sogar mitsingen.


Was ist das Hauptthema eurer Songs? Was möchtet ihr mit eurer Musik und den Songtexten ausdrücken?

Nobuyuki: Also, was die Songtexte anbelangt – beispielsweise bei "Kokyuu" – versuchen wir nicht nur, Worte zu benutzen, um etwas Neues zu erschaffen. Beispielsweise erzählen wir in den Lyrics die Geschichte eines kleinen Jungen, der einen Schubs in die richtige Richtung benötigt, um weiter voranzugehen. Oder der Songtext ist wie ein kleines Märchen, um unsere innersten Gefühle auszudrücken. Dadurch sind sie ziemlich einzigartig, nicht wahr?

Shotaro: Seine Lyrics sind wirklich kleine Geschichten. Wenn ich allerdings Songtexte schreibe, versuche ich die Dinge zu verarbeiten, die ich selbst erlebt habe und die ich dann in etwas verwandle, das eine größere Bedeutung innehat. Zum Beispiel durch die Benutzung von Metaphern möchte ich erreichen, dass die Menschen das große Ganze und die eigentliche Bedeutung dieser Begebenheiten verstehen.


Ihr habt eine ganze Menge Anime Songs gemacht, wie beispielsweise "DOUBLE" für Joker Game oder einige Songs wie "Yowamushi na Honoo" für Yowamushi Pedal. Mögt ihr Anime sehr? Welche ist eure Lieblingsserie?

Alle: Wir lieben Anime!

Nobuyuki: Zum Beispiel Yowamushi Pedal. Natürlich nicht nur, weil wir das Opening dafür gemacht haben. Es ist ein großartiger Anime. Aber vor Kurzem habe ich Tokyo Ghoul geschaut. Es gab so viel Blut, das hat mich gefesselt. Ich habe die Serie fasziniert bis zum Ende geschaut. Außerdem gab es sogar ein paar traurige Szenen. Das hat mich tief bewegt.

Takumi: Haikyuu!! ist ein Anime über Volleyball. Ich mag diese Serie sehr, denn es geht um eine lebensnahe, menschliche Geschichte. Das finde ich sehr interessant.

Yuji: Ich mag Kiseijuu: Sei no Kakuritsu. Kennt ihr den? Wenn ihr diesen Anime noch nicht kennt, empfehle ich euch, dass ihr ihn so bald wie möglich schaut! Er ist großartig! Außerdem mag ich One Piece.

Shotaro: Meine Mutter mochte den Anime Alps no Kanojou Heidi ("Heidi") sehr gern. Ich habe die Serie geschaut, als ich klein war, aber ich erinnere mich noch gut daran. Das Mädchen aus Frankfurt, Clara, war immer mit Heidi zusammen und hat viele Dinge zusammen mit ihr zum ersten Mal erlebt. Der Anime hat eine tolle Story und ich mochte es, wenn die beiden Mädchen zusammen in die Stadt gingen.


In Japan seid ihr sehr populär, aber ihr habt auch schon im Ausland einige Fans. Abgesehen von der Anime Messe Berlin und der Japan Expo Paris, können wir noch mehr Auslandskonzerte oder sogar eine ganze Tournee von euch erwarten?

Nobuyuki: Wenn sich die Gelegenheit ergibt, würden wir das natürlich sehr gern machen! Außerdem würden wir gern nicht nur für ein einzelnes Event, sondern für längere Zeit herkommen. Überhaupt ist es schade, dass es dieses Mal nur eine kurze Reise ist und wir nicht viel Zeit haben, um andere Dinge zu machen. Aber es wäre großartig, auf diesem Erlebnis aufzubauen und hier auch nach und nach eine größere Fanbase zu bekommen. Wir sprechen kein Englisch, daher ist es schwierig für uns, im Ausland eine Fanbase aufzubauen, aber die Musik kann man auch ohne Worte verstehen, denke ich. Musik kennt keine Grenzen, also geben wir unser Bestes!


Ihr habt eine spezielle Verbindung zur Präfektur Tochigi, wo ihr eure Band gegründet habt und seit 2015 sogar ein Musikfestival ausrichtet. Was ist so besonders an der Präfektur Tochigi?

Nobuyuki: In Tochigi gibt es viele Städte, die noch diesen "Edo Vibe" haben. Edo ist der alte Name von Tokyo. Man kann das Leben der Vergangenheit spüren, wenn man durch diese Städte in den Bergen schlendert. Und wenn man über eine Brücke über einem Fluss geht, findet man sich plötzlich direkt in der Natur wieder. Das hat etwas Heilendes, es ist so wunderbar ruhig. Es ist wirklich schön, dort zu sein.

Shotaro: Tochigi hat darüber hinaus auch ein total süßes Maskottchen. Es heißt Tochisuke. Bitte schaut ihn euch einmal an! Wir haben gemerkt, dass es in Europa so etwas nicht gibt, aber in Japan haben wir unglaublich viele Maskottchen, wie Kumamon und Funassyi. Es gibt sogar ein Ranking. Tochisuke ist auf Platz 4!


Was ist eure Lieblingstätigkeit innerhalb der Band?

Takumi und Yuji: (ohne zu zögern) Live, live, live!

Shotaro: Für mich auch, ich spiele am liebsten Konzerte, denke ich.

Nobuyuki: Abgesehen von Konzerten, mag ich es wirklich, im Studio zu sein. Aber mir gefällt auch der Gedankenprozess, wenn wir etwas Neues komponieren. Wir alle mögen es, etwas Neues zu erschaffen.


Wenn wir gerade von Bandarbeit sprechen, gibt es eigentlich eine Art Rollenverteilung in eurer Band?

Nobuyuki: Also, ich bin dafür zuständig, neue Songs zu machen und fürs Komponieren. Shotaro ist auch eine Art Booker für uns. Und Takumi und Yuji … sind zuständig fürs Rauchen gehen! (alle brechen in Gelächter aus)

Takumi und Yuji: Nein, nein, nein! Das ist gelogen! (alle lachen noch immer)

Nobuyuki: Um ehrlich zu sein, ist Takumi zuständig für den sozialen Part und Yuji ist auch unser Fahrer.


Was ist das nächste Ziel, das ihr mit MAGIC OF LiFE erreichen wollt?

Takumi: (während alle nachdenken, lehnt sich Takumi vor und flüstert) Europa-Tour, Europa-Tour, Europa-Tour ...!

Alle: Wir würden wirklich gern ein One-Man Konzert oder eine Tour in Europa spielen.

Nobuyuki: Also ist unser nächstes Ziel eine EU-Tour. Außerdem wäre es wirklich toll, wenn wir für ein One-Man Live nach Berlin zurückkehren könnten.

Yuji: Oh, das würde ich gerne machen!

Nobuyuki: Es wäre großartig, wenn wir das erreichen könnten. Oder hier mit einer Band aus Berlin ein Konzert zu spielen, das wäre auch interessant.


Vielen herzlichen Dank für dieses Interview! Bitte richtet zum Schluss noch ein paar Worte an unsere Leser!

Nobuyuki: Das nächste Mal, wenn wir herkommen, ist es hoffentlich für eine Europa-Tour und hoffentlich ist es sehr bald. Entweder solo oder zusammen mit einer anderen Band, das spielt keine Rolle. Es wäre nur großartig, wenn wir nächstes Mal eine längere Zeit in Europa bleiben könnten. Also wünscht uns Glück, während wir in der Zwischenzeit auch unser Bestes in Japan geben. Tatsächlich hoffen wir, dass wir bald wiederkommen können, im besten Fall mit einer Europatournee.

Takumi: Es gibt immer noch eine Menge Menschen, die uns noch nicht kennen, also besucht bitte unseren Youtube-Kanal, hört euch unsere Musik an … oder schaut Anime, um die japanische Kultur kennenzulernen und sie mehr und mehr lieben zu lernen! Am besten wäre es, wenn ihr auch zu unseren Shows kommen und mit uns zusammen Spaß haben würdet.

Yuji: Wenn ihr zu unserer Show gestern gekommen seid und euch unsere Musik zum ersten Mal angehört habt, danke ich euch von Herzen, wir wissen das sehr zu schätzen. Zusammen mit allen diesen Mitgliedern werden wir als Band unser Bestes geben, also unterstützt uns bitte auch weiterhin.

Shotaro: Diesmal konnten wir mit den Menschen hier in Deutschland in Kontakt kommen, wir konnten eine Verbindung schaffen durch die Musik – und das obwohl wir die hiesige Sprache nicht sprechen. Das war alles möglich, weil Kanzen Music uns hergebracht hat. Aber wir möchten noch viel, viel mehr von Deutschland kennenlernen, wollen noch mehr über die deutsche Kultur und die Menschen hier lernen. Daher möchte ich auch gern die deutsche Sprache erlernen. Als wir durch die Stadt gelaufen sind und ich mir ein wenig die Menschen ansehen konnte, hatte ich bei manchen den Eindruck, als würden Blumen um sie herum blühen – wie in einem Manga. Außerdem konnten wir so viele Blumen in den Gärten der Leute sehen und das war der Moment, in dem ich dachte "Ah, die Menschen hier sind so freundlich und haben ein gutes Herz". Das hat mich berührt. Anfangs hatte ich ein ganz anderes Bild von den Deutschen – ich dachte immer, die sind laut und trinken viel Bier (lacht). Aber jetzt habe ich einen anderen Eindruck und ich möchte wirklich gern wiederkommen und noch mehr lernen. Und ich habe mir sogar schon etwas auf Deutsch gemerkt: "Ich liebe Berlin und Deutschland!"


JaME möchte sich bei MAGIC OF LiFE, Kanzen Music, Chikara and Stephanie herzlich für die Ermöglichung dieses Interviews bedanken.
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