Kayas erster Auftritt ausserhalb Japans fand am 8. November 2008 auf der Pacific Media Expo in Los Angeles statt. Nach einer hinreissenden Performance traf er sich mit Fans zu einer Podiumsdiskussion. In sein schwarzes Chocolat-Kostüm gekleidet und trotz einer dicken Erkältung gelang es ihm dennoch, den Raum mit seinem strahlenden Lächeln zu erhellen und leichtherzigen Sinn für Humor mit scharfsinnigen Beobachtungen über geschäftlichen Erfolg und persönliches Glück zu verbinden.
Was kann man Deiner Meinung nach tun, um schön zu sein?
Kaya: Ihr solltet alle verliebt sein, so doll wie möglich. Ich habe viele Liebhaber, sowohl männliche als auch weibliche, zum Beispiel KAMIJO von Versailles, also bitte verliebt Euch oft!
Welchen Song singst Du live am liebsten?
Kaya: "Glitter Arch" und "Kasha".
Ich weiss, dass Hora noch immer viele Deiner Songs schreibt. Wie hat sich der kreative Prozess zwischen Euch verändert, seit Ihr nicht mehr zusammen in Schwarz Stein seid?
Kaya: In Schwarz Stein war der kreative Prozess zu gleichen Teilen zwischen uns aufgeteilt und enthielt das, was wir beide mochten. Jetzt geh ich zu Hora und sage: "Ich möchte einen Song, der sich so und so anhört" und er schreibt ihn für mich.
Was hat Dir and dem Konzert gestern am besten gefallen?
Kaya: Alles!
Ich wollte Dich fragen, ob Du alle Arten von Musik magst, oder ob es ein Genre gibt, das Du nicht magst?
Kaya: Ich mag alle Arten von Musik, ausser Hip-Hop. Das passt nicht zu meinem Image.
Magst Du Country Music?
Kaya: (lacht)
Etwas, was ich an Dir am meisten bewundere, ist, dass Du trotz aller Probleme, denen Du begegnet bist, immer weiter Deine Träume verfolgt hast. Was war das grösste Hindernis, das Du überwinden musstest, um die Person zu werden, die Du heute bist?
Kaya: Hmmm... Hindernisse. Ich musste viele Hindernisse überwinden und ich kann kein einzelnes herausgreifen, aber manchmal haben mir Freunde oder Mitarbeiter geholfen, sodass ich nicht alleine kämpfen musste. Daher bin ich meinen Freunden und Mitarbeitern für all ihre Hilfe dankbar.
Ich habe mir heute morgen Deine Videos angeschaut und Deine Tanzschritte sind großartig. Wie lange brauchst Du, um die Tänze zu Deinen Songs zu lernen?
Kaya: Ein oder zwei Tage. Yui (einer von Kayas Tänzern) ist für die Choreographie zuständig und ich denke mir ebenfalls ein paar Sachen aus, aber bei Livekonzerten entsteht manches auch einfach aus dem Stehgreif.
Letztes Jahr hattest Du eine Mini-Tour in Japan mit Versailles und Juka. Planst Du etwas ähnliches in den USA?
Kaya: Im Augenblick nicht, aber wenn es möglich wäre, dann würde ich das gerne tun.
Wie hat Dir die Schokolade geschmeckt, die ich Dir am Freitag geschenkt habe?
Kaya: Sehr lecker, ich habe sie in meinem Zimmer gegessen!
Welcher von den Orten, die Du in LA besucht hast, hat Dir am besten gefallen?
Kaya: Der Club! Der Club hat ganz, ganz viel Spass gemacht, aber das Konzert war noch besser.
Wie war es, mit Juka und KAMIJO zu arbeiten?
Kaya: Es hat großen Spass gemacht. Beide sind sehr nette Leute und es ist angenehm, mit ihnen zu arbeiten. Ich spiele Juka gerne Streiche, um seine Reaktion zu sehen. Ich kitzle ihn und so weiter...
Ich bin sicher, dass Du für viele Deiner Fans eine Inspiration bist, besonders für diejenigen, die eine Karriere im Musikgeschäft anstreben und eine Band gründen wollen. Was für einen Rat würdest Du ihnen geben?
Kaya: Ihr müsst Euch darüber klar sein, was genau Ihr erreichen wollt. Habt keine Angst vor Herausforderungen und überlegt Euch, was für ein visuelles Image ihr verkörpern wollt, dann werdet Ihr keine Probleme haben, Euer Ziel zu erreichen. Ihr müsst ein mentales Bild Eures Erfolgs im Kopf haben.
Gestern bist Du zum ersten Mal vor einem amerikanischen Publikum aufgetreten. Haben Dich die Zuschauer in irgendeiner Weise überrascht?
Kaya: Ich war überrascht, wie leidenschaftlich alle dabei waren und wie laut Ihr gejubelt habt. (auf Englisch) Sehr gut!
Ich würde gerne wissen, wo Deine Kostüme herkommen. Entwirfst Du sie selbst und wie lange dauert das?
Kaya: Ja, ich entwerfe sie selbst. Das geht recht schnell, denn ich habe zu dem Zeitpunkt bereits ein Bild im Kopf.
Dieses Jahr bist Du bereits mit Node of Scherzo und der Sessionband Regina aufgetreten. Ich wüsste gerne, ob Du planst, in Zukunft vielleicht eine Band zu gründen oder enger mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten?
Kaya: Da ich Solokünstler bin, stehen mir viele Möglichkeiten offen.
Ich stelle diese Frage für meine Freundin, weil sie zu schüchten dazu ist.
Kaya: (wendet sich dem schüchternen Mädchen zu und schaut es an)
Sie möchte wissen, ob sie Dich aushalten darf.
Kaya: (scherzhaft) Ich bin sehr teuer. Sehr verwöhnt.
Hallo, meine Frage ist folgende: was würdest Du tun, wenn Du kein Sänger wärst?
Kaya: Es gibt Vieles was ich gerne tun würde, zum Beispiel Designer oder Produzent sein oder an einer Universität studieren. Vielleicht zuerst studieren.
Fan im HIZAKI-Cosplay: (öffnet den Mund um zu sprechen)
Kaya: Ah, HIZAKI-san!
Würdest Du bitte ein paar Zeilen aus Paradise lost singen? Macht Dir das etwas aus?
Kaya: Paradise lost... möchtest Du den Anfang machen?
Ähm, ich bin nervös...
Kaya: Wollen wir zusammen singen?
...
Kaya: Welchen Teil möchtest Du hören?
Mir ist jeder Teil recht.
Kaya: Das ist schwierig.
Dolmetscher: (schlägt den Refrain vor)
Kaya: (singt leise zwei Zeilen) War das gut?
Ja, danke.
Hast Du irgendwelche Ratschläge für die LGBT-Gemeinschaft (Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender)?
Kaya: Ihr braucht Euch nicht dafür zu schämen, wen Ihr mögt, und Ihr solltet umarmen, wen immer Ihr wollt.
Was ist Deiner Überzeugung nach das Wichtigste, um ein gutes und gesundes Leben zu führen?
Kaya: Man sollte für seine Familie, Freunde und Liebhaber dankbar sein...
KAMIJO!
Kaya: (lacht, dann wieder ernst) Ausserdem darf man sich nicht selbst belügen.
Hast Du jemals ein Lied für KAMIJO geschrieben?
Kaya: Noch nicht, aber ich werde vermutlich darüber nachdenken. Allerdings habe ich neben KAMIJO noch hundert andere Liebhaber. (lacht)
Darf ich Deine Geliebte werden?
Kaya: (auf Englisch) Sicher!
Hat Mana Dich in irgendeiner Weise beeinflusst?
Kaya: Mana ist jemand, für den alles eine Bedeutung haben muss, und er legt sehr viel Wert auf Details. Ich habe also sehr viel von Mana gelernt.
Ich liebe Dein Lachen.
Kaya: Danke.
Hast Du ein besonderes Ritual, bevor Du auf die Bühne gehst?
Kaya: Ich bete.
Ausserdem, darf ich mir KAMIJO ausborgen?
Kaya: Du müsstest mir aber eine Mietgebühr zahlen.
Dolmetscher: Wieviel ungefähr?
Kaya: Also mindestens die Kosten für das Flugticket. Aber KAMIJO wäre sicher traurig, wenn er das hier hören würde, also psssst! (flüstert) Das ist unser Geheimnis!
Was machst Du in Deiner Freizeit?
Kaya: Ich gehe ins Theater, zu Musicals und Kabuki. Ich treffe mich mit vielen Leuten, ich gehe zu Rendezvous - Ihr wisst schon, meine hundert Liebhaber wechseln sich ab.
Wer ist die grösste inspiration in Deinem Leben?
Kaya: Meine Mutter und Akihiro Miwa. (wendet sich an einen japanischen Fan in der ersten Reihe) Weisst Du wer das ist, der Sänger? Kannst Du es den anderen erklären?
...
Kaya: OK, dann belassen wir es bei "meine Mutter".
Welchen Song hast Du am liebsten Live gesungen, als Du noch in Schwarz Stein warst?
Kaya: New Vogue Children und Creeper. Kennst Du sie?
Wir hatten gerade unsere Präsidentschaftwahlen, also wüsste ich gerne, was Kaya machen würde, wenn er Präsident wäre?
Kaya: Jeder müsste eine Rose mit sich herumtragen. Aber meinst Du Präsident der Vereinigten Staaten oder von Japan?
Nur allgemein Präsident.
Kaya: Ich würde das ganze Land in Glitter Arch verwandeln. (lacht, dann wieder ernst) Ich würde gerne jegliche Diskriminierung aufgrund von Religion, sexueller Orientierung oder Mischehen aus der Welt schaffen.
Auf der Bühne siehst Du immer so niedlich aus, aber wenn Du singst hast Du eine unglaubliche Kraft.
Kaya: (lacht zufrieden)
Wie vereinbarst Du das mit Deinem niedlichen Image? Wenn man Lolitakleidung trägt, nehmen die Leute einen überhaupt nicht ernst, wie kann man also seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringen?
Kaya: Man sollte immer tragen können, was man will und stolz darauf sein. Wenn jeder Mensch langsam seine Denkweise verändern könnte, dann würde diese Welt ein schönerer Ort werden.
Spielst Du irgendwelche Instrumente?
Kaya: Klavier, aber nur ein ganz klein wenig.
Dann war die Zeit für die Podiumsdiskussion um und nachdem Kaya von den Fans Geschenke entgegengenommen hatte, begab er sich in einen anderen Raum, um sich dort in einer zweiten Podiumsdiskussion den Fragen von JaME und anderen Presseleuten zu stellen.
In der Podiumsdiskussion vorhin hast Du gesagt, dass Du Gleichberechtigung fördern willst. Hier in Kalifornien hatten wir kürzlich einen heissen Kampf um Proposition 8 (welche die Definition von Ehe in der Verfassung auf den Bund zwischen Mann und Frau beschränkt und damit gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Ehe entzieht), die mit einer sehr, sehr knappen Mehrheit verabschiedet wurde und die man nun versucht, wieder aufzuheben. Mich würde interessieren, ob Du etwas davon gewusst hast und das mitverfolgt hast.
Kaya: Ich finde es ist sehr, sehr albern, gegen die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern zu sein. Ich denke, jeder sollte heiraten können wen er will. Die Vorstellung, dass nur ein Mann und eine Frau heiraten können, ist sehr altmodisch. Für mich ist Amerika ein Land der Freiheit und ich bin daher sehr überrascht, dass so etwas hier nicht erlaubt ist.
In Japan ist es der stereotype Bildungsweg eines jungen Menschen, die Highschool zu besuchen, dann Cram School, dann College, dann einen gering qualifizierten Job anzunehmen, dann Kinder in die Welt zu setzen, und dann den ganzen Prozess zu wiederholen. Du hast offensichtlich einen anderen Weg gewählt. Was halten Deine traditionelleren Altersgenossen und vielleicht auch Familienmitglieder von Deinem Lifestyle?
Kaya: Natürlich gelte ich als anders und werde deshalb schief angesehen, aber ich möchte jede Art von Diskriminierung aus der Welt schaffen. Ich denke also nicht darüber nach und gehe einfach weiter meinen Weg.
Hat Deine Familie Deine Berufswahl unterstützt?
Kaya: Ja, meine Familie unterstützt mich rückhaltlos.
Sowohl in der japanischen Kultur als auch in der Visual Kei Szene sind androgyne Männer nichts Ungewöhnliches. Hast Du den Eindruck, dass Dein Image in Amerika weniger bereitwillig akzeptiert wird als in Japan?
Kaya: Ich denke, Japaner sind allgemein noch immer konservativer und Amerikaner sind eher bereit, mein Aussehen zu akzeptieren.
Was für ein Image oder was für ein Kostüm planst Du für Deine nächste Single?
Kaya: Ich habe bereits ein Image dafür. Meine nächste Single heißt "Last Snow" und weil es um Schnee geht, werde ich ein weisses Kleid tragen.
Wo findest Du die Inspiration für Deine Kostüme? Designst Du sie alle selbst oder hast Du einen Stylisten?
Kaya: Ich bekomme viele Ideen von Musicals, Theater und Kabuki. Kabuki beeinflusst mich dabei vermutlich am meisten. Ich bespreche die Umsetzung meiner Entwürfe mit einem Designer.
In der Podiumsdiskussion mit den Fans hattest Du gesagt, dass Mana Dich sehr inspiriert hat. Mana entwirft seine eigene Modelinie, die sehr erfolgreich ist. Planst Du, in Zukunft ebenfalls Deine eigene Mode, Accessoires und Schmuck zu entwerfen?
Kaya: Bisher hatte ich noch keine Pläne, aber ich würde gerne etwas in der Richtung machen.
Wenn Du auf eine Universität gehen würdest, was würdest Du studieren?
Kaya: Ich würde gerne Geschichte studieren: Weltgeschichte, amerikanische Geschichte und europäische Geschichte. Ich mochte die Zukunft verändern, und um die Zukunft verändern zu können, muss man erst die Vergangenheit vollkommen verstehen.
Gab es etwas bei dem Konzert gestern, das Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Kaya: Ich war wirklich gerührt, als das Publikum Chocolat auf Japanisch mitgesungen hat, weil das meine Debutsingle war. Ich war so gerührt, dass sich beinahe geweint hätte.
Ist für Dich als professioneller Sänger Karaoke eher Spass oder Arbeit? Gehst Du nur zum Spass zu Karaoke?
Kaya: Früher war es für mich ein Zeitvertreib, der Spass gemacht hat, aber jetzt kommt es mir mehr wie Arbeit vor. Aber ich singe gerne, also gehe ich noch immer gerne zu Karaoke.
Du hast erwähnt, dass Du Liveauftritte magst, aber nicht so gerne im Studio arbeitest. Verrätst Du uns, was Du an der Studioarbeit nicht magst?
Kaya: Konzerte sind eine viel schönere Erfahrung, wenn ich mit dem Publikum zusammen singe und wir alle Spass haben. Im Studio singe ich nur allein in einer Kabine und das mag ich nicht.
Bevorzugst Du kleine oder grössere Konzerthallen und welches ist Deine Lieblingshalle?
Kaya: Ich mag beides und ich habe keine Lieblingshalle. Es ist mir egal, ob ich nur einen Zuschauer habe oder Tausend. Es macht mir einfach Spass, mit anderen Leuten Musik zu machen und sie zusammen mit anderen zu genießen.
Bei Visual Kei haben sowohl die Musik als auch das Aussehen eine Bedeutung. Steckt hinter Deiner Choreographie ebenfalls eine Bedeutung?
Kaya: Alle Bewegungen unterstreichen meine Liedertexte: wenn ich etwas über Wangen singe, dann berühre ich meine Wange, oder wenn ich über Regen singe, dann hebe ich meine Hand.
Was tust Du, um Deine Stimme zu pflegen? Manche Künstler treiben einen beachtlichen Aufwand und stellen Luftbefeuchter in ihr Zimmer...
Kaya: Ich versuche, in Maßen zu trinken, und ich rauche nicht. Ich versuche nicht ständig zu denken: "Oh, ich muss auf meine Stimme aufpassen!" sondern entspanne mich einfach.
Wie hast Du erkannt, dass Singen und auf der Bühne stehen deine Inspiration und Deine Bestimmung im Leben sind?
Kaya: Ich denke, es war einfach Schicksal. Es hat sich so ergeben. Ich wollte schon immer singen, seit ich drei Jahre alt war.
Bist Du zum ersten Mal in Amerika?
Kaya: Ja. Ich war schon einmal in Hawaii, aber jetzt bin ich zum ersten Mal auf dem Festland.
Na dann, was denkst Du über die kalifornische Kultur?
Kaya: Ich bin noch nicht viel herumgekommen, also konnte ich mir noch kein klares Bild machen, aber ich war überrascht darüber, wie groß die Hamburger hier sind!
Gestern, während des Konzerts, hast Du mit dem Publikum auf Japanisch gesprochen und viele Leute habe Dich verstanden und Dir geantwortet. Warst Du überrascht darüber, wie viele Leute Dich verstanden haben?
Kaya: Ja, ich war erstaunt und sehr, sehr glücklich.
Andere Visual Kei Künstler benutzen oft Französisch und Deutsch in ihren Texten, aber Du tust das nicht. Was denkst Du darüber, diese Sprachen für Liedertexte und -titel zu benutzen und bist Du der Meinung, dass das nötig ist, um sein Image hinreichend zu fördern?
Kaya: Ich denke es kommt auf den Song an. Wenn es nötig ist, dann ja, aber bisher war es noch nicht nötig, viele fremde Sprachen in meinen Texten zu benutzen. Ich liebe die japanische Sprache und denke, dass sie sehr viel Tiefgang besitzt, deshalb möchte ich weiterhin ausschliesslich Japanisch benutzen, damit die Leute mehr über diese Sprache erfahren.
Während des Konzerts gestern bist Du viel auf das Publikum eingegangen, was toll anzusehen war. Ist das natürlich und spontan oder absichtlich und geplant? Und gehen japanische oder amerikanische Fans stärker auf Deine Performance ein?
Kaya: Das ist ganz natürlich und aus dem Stehgreif. Was die Reaktion des Publikums angeht, so denke ich, dass Japaner und Amerikaner in etwa gleich sind, aber japanische Fans sind doch noch ein wenig schüchterner.
Was denkst Du über Fans, die Dich cosplayen?
Kaya: Ich mag es und bin sehr, sehr glücklich, wenn Leute das tun.
Der Name Kaya ist sehr einzigartig. Woher kommt er und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Kaya: Er ist von meinem richtigen Namen abgeleitet. Ich habe ich ein wenig abgeändert und daraus wurde dann Kaya.
Was ist das Beste daran, ein professioneller Unterhaltungskünstler zu sein?
Kaya: (denkt nach) Ich denke, das Beste ist, schöne Szenarien zu sehen und das Publikum von der Bühne aus beobachten zu können. Es gibt mir auch sehr viel, viele verschiede Leute treffen zu können, mehr als ich treffen würde, wenn ich einen normalen Job hätte. Man kann viel daraus lernen und ich bin sehr glücklich darüber, Euch alle heute treffen zu können.
Wir freuen uns ebenfalls, Dich zu treffen!
Kaya: (auf Englisch) Danke!
In der japanischen Visual Kei Szene gibt es nicht viele weibliche Musiker. Was denkst Du über Frauen, die in der Szene aktiv sind? Denkst Du, es sollten mehr sein?
Kaya: Ja, es sollte mehr Frauen in der Szene geben, denn das Geschlecht ist kein Problem. Es sollte die Karriere nicht behindern.
In der Visual Kei Szene gibt es viele Männer, die Frauenkleidung tragen und ein hohes Maß an ästhetischer Schönheit erreichen. Meinst Du, dass Frauen vielleicht davon abgehalten werden, in der Szene aktiv zu werden, weil sie fürchten, dass sie nicht mit ihnen mithalten können oder sich von Männern, die sich wie Frauen kleiden, bedroht fühlen? Wie kann man seine Weiblichkeit in einer Szene beibehalten, in der sich auch Männer wie Frauen kleiden?
Kaya: Ich bin mir nicht sicher, ob manche Frauen Angst davor haben, Visual Kei Künstler zu werden, weil sie denken, dass sie nicht so hübsch aussehen können. In meiner Umgebung gibt es keine Frauen, die Visual Kei machen, also weiß ich nicht, was sie darüber denken, aber wenn ich eine treffe, dann werde ich sie fragen.
Wie alt warst Du, als Du Dich dafür entschieden hast, ein androgynes Image anzunehmen, und wie wurde das von Deinen Altersgenossen aufgenommen?
Kaya: Mein Ziel war es nicht, Frauenkleider zu tragen. Ich wollte einfach nur tragen, was mir gefällt, und so fing alles an. Damals war ich 17. Natürlich haben die Leute um mich herum gesagt: "Oh mein Gott, was hast Du nur an? Warum bist du wie ein Mädchen angezogen?" Um ehrlich zu sein, man hat mit Steinen nach mir geworfen, aber ich habe einfach weiterhin gemacht, was ich wollte.
Verrätst Du uns, wie Du in der Highschool warst?
Kaya: In der Highschool mussten wir Schuluniformen tragen, aber ich habe trotzdem Plateaustiefel und Makeup in der Schule getragen. Ich war also ein etwas anderer Highschool Schüler.
Hast Du zum Abschluss noch eine Botschaft für Deine amerikanischen Fans?
Kaya: Ich denke, dass viele Leute bei "Visual Kei" erstmal an eine Band denken, und vielleicht sind sie sich nicht sicher, was Kaya ist, weil er keine Band ist. In Zukunft würde ich gerne mehr Konzerte in den USA geben und hier CDs herausbringen, also mochte ich, dass Ihr nicht so wählerisch seid und sagt: "Oh, ich weiß nicht was das ist, ich will es mir gar nicht erst näher ansehen." - Ich möchte, dass alle mich unterstützen und mir eine Chance geben.
Leider musste Kaya zu einer Autogrammstunde im Cure-Laden in Los Angeles und die Pressekonferenz wurde daher an dieser Stelle abgebrochen. Wir sind dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit hatten, anlässlich seines US-Debüts mit ihm zu sprechen, und wünschen ihm viel Erfolg bei all seinen Projekten!
Kaya - Podiumsdiskussion und Pressekonferenz
interview - 15.12.2008 13:00
Auf der amerikanischen Anime-Convention PMX nahm der Solokünstler Kaya an einer Podiumsdiskussion und Pressekonferenz teil.

© Kaya - JaME






