Crystal Kay - Namida no saki ni

review - 17.06.2008 14:00

CK hat ihr Studium kurzzeitig ruhen lassen, um neues Material zu veröffentlichen. Was dabei herausgekommen ist, könnt ihr in diesem Review nachlesen.

Künstler: Crystal Kay
Titel : Namida no saki ni
Typ: Single
Stil: Pop, seichter Poprock, Dance
Veröffentlichung: 11.06.2008
Wertung: 5/10

Ihre letzte Single erschien vor etwa einem Jahr. 2008 ist Sängerin Crystal Kay, die übrigens kurz davor steht, ihr Studium abzuschließen, nun endlich mit einer neuen Veröffentlichung zurück, die von CDJapan zuvor als "Single mit bemerkenswertem Gitarrenriff, melancholischem aber doch irgendwie positivem Text und großartigem, sommermäßigen Sound" angepriesen wurde.

Der Titeltrack "Namida no saki ni" lässt sich mit Crystal Kays Zukunftsplänen nicht ganz vereinbaren. Vor nicht allzu langer Zeit kündigte die smarte Künstlerin noch an, als die Cassie Japans Amerika erobern zu wollen, der seichte Poprock hat mit Cassies Musik allerdings nicht viel gemeinsam. Klingt ein bisschen wie BENNIE K nach einer Dosis Beruhigungsmittel, mit ihrer Stimme konnte CK zuletzt in triefenden Popballaden und stimmungsvollen R&B-Songs überzeugen, diesmal klingt das Ganze leider etwas sehr trivial, weil ihr für so einen Song einfach der Schwung fehlt. Und mal ehrlich: Vom angekündigten "bemerkenswerten Gitarrenriff" bekommt man wenig bis gar nichts mit, hat man alles schon mal gehört, sei es nun bei diversen japanischen Popsängerinnen oder gar bei Avril Lavigne. Eine Spur zu süß für Crystal Kay, die sich zuletzt eher erwachsen zeigte. Wer Lust auf ein unterhaltsames und nicht zu anspruchsvolles Sommerlied hat, sollte zumindest dem Titeltrack aber auf jeden Fall eine Chance geben, der überzeugt zwar nicht wirklich, enttäuscht aber auch nicht, weil man - ganz ehrlich - nichts anderes erwarten konnte.

"Girl Move On" erinnert an Marquess (Dürfte aus einschlägigen Musiksendern oder diversen Klingeltonwerbungen bekannt sein), ein südländisch angehauchter Track mit sommerlicher Begleitung in Form von Akustikgitarren und dem - glücklicherweise - souligen Gesang der Sängerin. Ein solider Track. Und das ist es ja: Solide. Bei Crystal Kay ist man selten extrem enttäuscht, aber die Begeisterung bleibt meist leider ebenso aus und die Sängerin driftet immer mehr ins Langweilige ab. Alles sehr radio- und massentauglich, wenig kreativ und auf Dauer eher einschläfernd, was Crystal Kay mit diesem Sommersong sicherlich nicht bewirken wollte.

Des Weiteren befinden sich auf der Single die Tracks "Dream World" und "Namida no Saki ni" im SOIDOG Mix. Ersterer - ein sehr unspektakulärer Loungesong - kann getrost geskippt werden, "Namida no Saki ni" in gemixter Form klingt etwas reifer als das Original, wäre da nicht Crystal Kays Stimme, könnte man das Ganze glatt der schwedischen Electro-Ikone Robyn zuordnen.

Fazit: Ignoriert man, dass Crystal Kay schon bessere Singles veröffentlicht hat, ist "Namida no saki ni" - dem starken Titeltrack sei Dank - durchaus annehmbar. Wer simple Gute-Laune-Songs mag, sollte den Kauf definitiv in Erwägung ziehen und sich an dem eher schwachen Rest der Single nicht stören.
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