Dark Sanctuary Teil 1: D'espairsRay

konzertbericht - 05.10.2007 14:00

Am 19. August 2007 fand das Two-Man-Konzert von D'espairsRay und Moi dix Mois namens "Dark Sanctuary" im Shibuya O-EAST in Tokio statt.

An einem heißen, schwülen Tag, and dem einem die feuchte Luft an der Haut klebte, war das Shibuya O-EAST zum Bersten gefüllt mit Fans in den unterschiedlichsten Kleidungsstilen: einige trugen MANIA T-Shirts und hatten Handtücher um den Hals geschlungen, andere trugen Lolita-Mode oder Yukata und farbenfrohe Perrücken und wieder andere (Männer wie Frauen) klassische Gothic-Kleidung. Der Eindruck eines Publikums, das begierig darauf ist, das bevorstehende Konzert zu geniessen und durch die Wahl seiner Kleidung eins mit der Show zu werden, war überwältigend.

Die Fans brachen in Jubel aus, als düstere Soundeffekte zu spielen begannen und das Auditorium sich verdunkelte. Der Vorhang öffnete sich, D'espairsRay erschienen auf der hell erleuchteten Bühne und der Jubel ging in Kreischen über. Zu Beginn des ersten Songs, Garnet, klang TSUKASAs Schlagzeug schwer und HIZUMIs Gesang mehr wie Gebrüll. Dann mischten sich Synthesizer und ein weiblicher Chor mit HIZUMIs Stimme, D'espairsRays harter Rock wurde noch härter und die Fans rasteten aus. Unter Jubelschreien spielte die Band das peppige TRICKSTƏR.

Karyu, der einen langen schwarzen Schal um den Hals geschlungen hatte, bewegte sich behende an den Bühnenrand, lehnte sich zurück und griff kräftig in die Seiten. ZERO spielte breitbeinig Bass während er den Blick über das Publium schweifen ließ. Nach einer kurzen Einleitung folgte SIXty∞NINe, dessen Mischung aus ungewöhnlichen Rhythmen, schönen Melodien und Heaviness die Fans aufwühlte.

Als HIZUMI mit seiner Death Voice Angeldust ankündigte stürzte das Publikum wie ein Mann vorwärts. "Es ist mir egal ob Eure Röcke zerreissen! Let's go wild!" rief er und stürzte sich in MIЯROR. Die Fans sprangen im Takt dazu auf und ab und ZERO und Karyu spielten dicht am Bühnenrand und headbangten was das Zeug hielt.

Die Stimmung änderte sich als die Soundeffekte sehr ruhig wurden und die ersten Takte von BORN im verdunkelten Auditorium hörbar wurden. HIZUMI blickte auf und sang voller Enthusiasmus als stünde er nicht vor einem Publikum sondern sei allein. DESERT, dessen Melodien sich aus einer Mischung aus Ruhe und lautem Krach entwickelten während HIZUMIs Stimme die Momente der Stille zerriss, vertiefte diesen Eindruck noch. ZEROs Bass berührte beim Spielen beinahe den Boden und plötzlich explodierte eine Kakophonie als TSUKASA die Trommelstöcke über den Kopf hob und auf das Schlagzeug niedersausen liess.

Das Scheinwerferlicht richtete sich auf HIZUMI und SCREEN began leise zu spielen. "Mond, halte mich und erleuchte mich..." sang er, dann veränderte sich seine Stimme und er begann zu brüllen, wozu sich der fette Sound von Gitarre, Bass und Synthesizer gesellte. "Ich lebe mit Wunden...durch die Zeit, die mir zugeteilt ist, bis die Flamme verlischt." HIZUMIs Gesang schien aus tiefster Seele zu kommen und seine Leidenschaft rührte die Herzen der Fans und ließ sie gleichzeitig schmerzen. In Squall wuschen Gitarre, Bass und Schlagzeug wie Wellen übereinander und HIZUMI sang, dass er mit seiner Vergangenheit brechen und einen neuen Anfang machen werde, was die Herzen der Anwesenden tief berührte.

Gegen Ende rief das aufgeregte Publikum "Oi! Oi!" und warf im Takt des Schlagzeugs die Fäuste in die Luft. HIZUMI zog seine Jacke aus und enthüllte ein goldenes Top. Der Auftritt ging nun in den Endspurt. Die Fans hoben ihre Hände, hüpften und headbangten wild zu Fuyuushita Risou und "Forbidden" und erreichten schließlich mit Hollow ihren Höhepunkt. HIZUMI und Karyu blickten einander erfreut an als die Menge laut "la-lala...la-lala..." sang. Am Ende verließ die Band die Bühne und hinterließ ein erschöpftes, aber zufriedenes Publikum.

Die Musik von D'espairsRay weckt stets die animalischen Instinkte und die Wildheit in uns allen und der Zuhörer bewegt sich unwillkürlich zu ihren Klängen. Wer schon einmal ein Konzert von D'espairsRay erlebt hat, wird verstehen was solche Musik für Herz, Körper und Seele tun kann.

Set list

1. Garnet
2. TRICKSTƏR
3. SIXty∞NINe
4. Angeldust
5. MIЯROR
6. BORN
7. DESERT
8. Infection
9. SCREEN
10. Squall
11. Fuyuushita Risou
12. "Forbidden"
13. Hollow
künstler
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