Interview: kagerou und D'espairsRay

interview - 30.10.2005 13:00

Ein Interview mit den beiden Bands im Zuge ihrer Coupling Tour in Frankreich und Deutschland

Zum großen Vergnügen vieler Fans kamen kagerou und D’espairsRay, die den Boden hier schon einmal betreten hatten, wieder nach Europa zurück. Diesmal ließen sie es zusammen im Le Trabendo und in der Georg Elser Halle krachen.

Kommen wir auf die Autogrammstunde im bekannten Hard Rock Café in Paris zurück. Einige Personen warteten schon seit früh am Morgen und man wartete zwei Stunden in der Schlange vor dem Eingang. Die Stimmung ist gut, die Fans plaudern miteinander, einige wenige drängeln sich nach vorne, aber das ist nicht weiter schlimm, da jeder das Glück hatte, die ersehnten Unterschriften zu bekommen. Einige Schaulustige bleiben stehen, um sich über den Hintergrund dieser Ansammlung Gedanken zu machen. Schließlich kommen Shizumi (kagerou), Zero (D’espairsRay), Hizumi (D’espairsRay) und Yuana (kagerou) nach einigen Minuten Verspätung unter dem Gekreische der Fans an. Danach mussten sich die Wartenden noch etwas gedulden, bis sich schließlich die Türen des Hard Rock Cafés öffneten.
Alle verlassen es schließlich glücklich, ungeduldig auf den nächsten Tag und das wichtigste Ereignis wartend: das Konzert

DIE INTERVIEWS

kagerou

Das Interview wurde für den folgenden Morgen des Konzerts in ihrem Hotel festgesetzt. Daisuke und Shizumi erscheinen schließlich am Ort des Geschehens, Sonnenbrillen auf der Nase. Die Nacht schien ziemlich kurz für die beiden gewesen zu sein, sie sind noch etwas schlaftrunken und wenig aufnahmefähig.
Nach einer kurzen Vorstellung unserer Seite, können wir schließlich lebhaft in das Thema einsteigen.

Zeigt euer neues Album „Gurou Shoku“ den neuen Stil von kagerou?
Daisuke: „Guru Shoku“ ist etwas Weiterführendes zu dem, was wir vorher gemacht haben.

Es ist dennoch weniger heftig, als der Vorgänger.
Daisuke: Ja, das stimmt.

“Zetsubou ni sayonara“ wurde in Paris gedreht, gibt es eine kleine Anekdote dazu?
Shizumi: Es war sehr, sehr kalt.

Könnt ihr etwas zu eurer nächsten Maxi-Single sagen?
Daisuke: Das Thema dieses Titels sind zum Beispiel die großen Städte wie Tokyo oder Paris, wo die Leute nur ans Geld denken und „speed“ sind. Mit diesem Lied möchte ich sie dazu bringen, die Hoffnung auf ein besseres Leben zu suchen.

Welchen Stil wird sie haben ?
Shizumi: Eine Ballade.
Daisuke: Aber es werden auch Songs mit mehr „speed“ drauf sein!

Bei Rock am Ring, wie ging es euch da im Gegensatz zu euren Konzerten in Japan?
Daisuke: Es war wie gewohnt. Wir ändern unsere Einstellung nicht, denn wenn wir unseren Eindruck in der Szene ändern würden, wären wir nicht mehr kagerou. Und es ist kagerou, das wir dem Publikum zeigen wollen, ob dieses nun japanisch ist oder nicht.

Habt ihr eure Performance an das europäische Publikum angepasst? Zum Beispiel bei einem Lied wie „Idol“ (unser Übersetzer kennt das Lied nicht und Daisuke hilft uns mit dem Rest des Titels) „kurui no shinrigaku“. Normalerweise müssen die Zuschauer einen Satz sagen, währen die Gruppe kurz aufhört zu spielen. Ihr habt es gewagt, dies so zu machen...

(In der Zwischenzeit wird Orangensaft gebracht und getrunken.)


Shizumi: Wir machten es wie üblich.
Das stört euch also nicht?
Shizumi: Wir haben unseren Teil wie gewohnt gespielt, danach sind die Fans nicht gezwungen zu singen. Sie machen was sie wollen, ganz gleich ob sie allem folgen oder nicht.

Bevorzugt ihr große Hallen wie das Shibuya Kokaido eurer letzten DVD oder eher kleine Locations wie Livehouses?
(es dauert etwas)
Daisuke: Wir haben keine Vorlieben, die Livehouses bevorzugen wir aber vielleicht etwas mehr.
Shizumi Zu dem Zeitpunkt zu dem wir ein Konzert geben, ist jeder Ort wichtig.

Eure Eindrücke hinsichtlich eurer Coupling Tour? (sie schauen sich an, versuchen die Antwort im verschlafenen Gesicht ihrer Gegenübers zu finden)
Daisuke: Es lief alles sehr gut und ich kann sagen „Ah, wir haben wirklich ein gutes Ding gemacht!“

Shizumi konsultiert seit dem Beginn des Interviews ein kleines Buch um Französisch zu lernen, ich frage ihn also ob er das nächste mal eine Rede halten will.
Shizumi (lacht) Weil ich Drummer bin, ähnelt die Art wie ich mich ausdrücke immer dem Rhythmus des Schlagzeugs. Ich finde, dass es besser ist, sich durch diese Eigenheit auszudrücken als durch die Sprache.
Es ist wahr, dass Shizumi ein sehr ausdrucksvoller Schlagzeuger ist, was viele sehr geschockt hat, als man ihn zum ersten mal in der Szene sah.

Shizumi: Merci Beaucoup („Danke“ auf Französisch)
Keine Ursache (glücklich)
Daisuke: Ja, das denke ich auch (lacht)
Ah, Daisuke, du warst ja Schlagzeuger deiner alten Gruppe (Fatima), das war das erste Mal, dass ich dich gesehen habe.
Daisuke (überrascht): Oooh (versteckt sich hinter seiner Zigarette)
Shizumi: Du warts schon einmal in Japan?
Ja, ich hab euch da sogar gesehen
Daisuke und Shizumi (beide überrascht): Ooooh!

Vielen Dank für dieses Interview, eine gute Heimreise und vor allem danke für dieses tolle Konzert!

Daisuke: Ich liebe Europa, es ist genial!
Europa mag euch auch ! (das zaubert ein Lächeln auf die Gesichter der beiden)



D'espairsRay

Das Interview mir D’espairsRay fand im Raum daneben statt. Diesmal standen Karyu und Zero Rede und Antwort. Sie sahen zwar recht fit aus, aber leider war das Interview sehr kurz, da sie mit etwas Verspätung erschienen waren.

Warum hat man/habt ihr zwei Remix-Versionen auf der regulären Pressung untergebracht und nicht auf der Sammleredition?

Karyu: Der limitierten Version liegen Fotos bei, folglich sind auf der regulären Version Remixe. Die Sammleredition ist für Leute die uns bereits gut kennen, während die Normal-Version für jene, die uns kennen lernen wollen, gemacht wurde, daher die Remixe als Bonus.

Yokohama Kazutoshi hat die Remixe auf der CD gemacht. Man kennt ihn hauptsächlich durch seine Arbeit mit Lucy oder Aki (ex- Laputa). Wie kam es, dass er mit euch zusammenarbeitete?
Karyu: Er ist ein Freund von uns. Wir waren gemeinsam was Trinken gegangen, und dabei entstand die Idee, auch musikalisch gemeinsam etwas zu unternehmen.

Gefällt es euch, einen elektronischeren Stil zu machen?
Karyu: Wir denken nicht zwingend darüber nach, elektronischere Musik zu machen, aber wenn es derzeit beim Komponieren der Stücke dazu tendiert, dann machen wir es. Aber dies ist nur ein weiterer Einfluss. Wir gehen genauso gut in eine andere Richtung. Nichts ist eindeutig definiert.

Warum hat es fünf Jahre gedauert ein Album herauszubringen?
Karyu: Wir haben nicht sehr oft darüber nachgedacht ein Album zu machen. Wir haben einfach so Stücke produziert, was uns veranlasste vorrangig Mini-Alben und Maxi-Singles herauszubringen. Da es für uns zu diesem Zeitpunkt günstig erschien ein Album zu veröffentlichen, haben wir es gemacht. Aber es hätte auch früher oder später geschehen können. Wir hatten BORN mit einigen recht guten Titeln herausgebracht, aber zu jenem Zeitpunkt war es nicht der richtige Moment für ein ganzes Album.

Wird euer Besuch in Europa und Amerika Auswirkungen auf eueren Stil haben?
Karyu: Lieder zu schreiben, das ist zuallererst einen Teil von uns selbst herzugeben, aber nicht unbedingt um anderen einen Gefallen zu tun. Deshalb wollen wir unsere Lieder nicht an ein bestimmtes Publikum richten, sondern einfach nur unsere eigenen Gefühle zum Ausdruck bringen

Habt ihr euch irgendwie speziell für die Konzerte in Europa vorbereitet?
Karyu: Ich war erstaunt vom Publikum und dessen Elan. Wir waren nicht am Maximum und wurden trotzdem sehr gut aufgenommen.

In diesem Augenblick klingelte Zeros Mobiltelefon. Karyu und wir lachten, aber man bat uns zum Ende zu kommen, wegen der Verspätung.

Was ist euer Eindruck von Frankreich?

Karyu: Was mich am meisten überrascht hat, war das Publikum, welches sehr heißblütig gewesen ist. Es ist sehr offen, und dass ermöglichte uns ein sehr gutes Konzert zu spielen.

Seid ihr bereit noch mal zurückzukommen?
Karyu: Ja, auf jeden Fall! (Sagte es mit einem großen Lächeln)

Ein letztes Wort an eure Fans...
Zero: Wir waren in Amerika sowie in Europa, aber ich finde, dass das Publikum in Frankreich überaus motiviert ist, und das ermöglicht uns, uns während der Konzerte im Maximum zu präsentieren.
Karyu: Ich liebe die Stimmung in Europa. Ich freue mich wirklich darauf wiederzukommen und bitte die Fans darum auf uns zu warten!

Vielen Dank!
künstler
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